ASML Aktie: Bewertungs-Tief seit 2014!
ASML übertrifft Quartalsziele und hebt Jahresprognose an, doch die Aktie fällt aufgrund eingepreister Wachstumserwartungen und regionaler Umsatzverschiebungen.

Kurz zusammengefasst
- Umsatz und Gewinn übersteigen Analystenerwartungen
- Jahresprognose auf bis zu 40 Milliarden Euro angehoben
- Umsatzanteil Südkoreas steigt, Chinas Anteil sinkt
- Bewertungsprämie gegenüber Wettbewerbern auf Tiefststand
Starke Zahlen, erhöhte Prognose — und trotzdem ein Kurssturz von 6 Prozent. Was ASML am Mittwoch erlebte, war kein Missverständnis, sondern ein klares Signal: Der Markt hat die Wachstumsstory bereits eingepreist.
Quartal übertrifft Erwartungen deutlich
ASML erzielte im ersten Quartal 2026 einen Umsatz von 8,8 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von 2,8 Milliarden Euro. Beide Werte übertrafen die Konsensschätzungen — Analysten hatten mit 8,5 Milliarden Euro Umsatz und 2,5 Milliarden Euro Gewinn gerechnet. Die Bruttomarge lag bei 53 Prozent, am oberen Ende der eigenen Vorgaben. Im Jahresvergleich stieg der Umsatz von 7,7 auf 8,8 Milliarden Euro.
Die Prognose für das Gesamtjahr 2026 hob ASML auf 36 bis 40 Milliarden Euro an — zuvor lautete die Spanne 34 bis 39 Milliarden Euro. CFO Roger Dassen kündigte an, 60 der gefragten Low-NA-EUV-Systeme in diesem Jahr ausliefern zu wollen. Das wäre 25 Prozent mehr als 2025. Für 2027 plant ASML Kapazitäten für 80 Geräte — Barclays merkte dazu an, dass Hoffnungen auf 90 Einheiten enttäuscht werden könnten.
China verliert, Südkorea gewinnt
Das regionale Bild hat sich gedreht. Südkorea steuerte im ersten Quartal 45 Prozent des Umsatzes bei, nach 22 Prozent im Vorquartal. Samsung rüstet massiv auf: Berichten zufolge orderte der Konzern rund 20 EUV-Systeme für seine Pyeongtaek-Fabrik, insgesamt etwa 70 Lithografie-Einheiten inklusive DUV-Tools.
China läuft in die entgegengesetzte Richtung. Der Anteil am Systemumsatz fiel von 36 Prozent im Dezemberquartal auf 19 Prozent. Dassen bestätigte, dass die Anhebung der Jahresprognose ausschließlich aus Nicht-China-Regionen stammt. CEO Christophe Fouquet ergänzte, die neue Prognosespanne berücksichtige mögliche Szenarien rund um Exportkontrolldiskussionen. Eine Gruppe US-Abgeordneter hat zuletzt einen Gesetzentwurf eingebracht, der ASML den Verkauf von DUV-Maschinen an chinesische Chipfirmen verbieten würde — das Vorhaben muss noch den Gesetzgebungsprozess durchlaufen.
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Bewertungsprämie auf Zehnjahrestief
Trotz der guten Zahlen verlor die Aktie am Mittwoch 6 Prozent. Heute erholt sie sich um gut 3 Prozent auf 1.241 Euro — damit liegt der Kurs rund 4 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 1.295 Euro. Das Jahresplus beträgt inzwischen 25,6 Prozent.
Auffälliger als die Kursbewegung ist die Bewertungslücke. ASML wird aktuell mit dem 37-fachen der erwarteten Zwölf-Monats-Gewinne gehandelt — das ist nur noch rund 17 Prozent mehr als Applied Materials. Kleiner war die Prämie gegenüber US-Wettbewerbern zuletzt 2014. Ein Analyst von Quilter Cheviot brachte es auf den Punkt: Der Markt habe das Wachstum, das ASML jetzt ankündigt, bereits vorweggenommen.
Hinzu kommt: ASML veröffentlichte erstmals keine Auftragseingangszahlen mehr. CEO Fouquet bezeichnete die Nachfrage als „weiterhin sehr stark“ — eine Aussage, die Investoren ohne konkrete Zahlen schlicht nicht verifizieren können.
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