ASML Aktie: Hybrid-Bonding-Zoff?
Besi-Chef Richard Blickman beschreibt gemeinsame Arbeit an präziserer Chipplatzierung; ASMLs Lieferkapazitäten bleiben hinter dem erwarteten Bedarf.

Kurz zusammengefasst
- Besi sieht ASML nicht als Rivalen
- Gemeinsame Arbeit an präziserer Chipplatzierung
- ASML meldete 11,7 Milliarden Euro Quartalsumsatz
- Geplante Kapazitäten decken Bedarf nicht vollständig
ASML ist für BE Semiconductor Industries (Besi) beim Hybrid-Bonding kein Wettbewerber. Das erklärte Besi-Chef Richard Blickman am Donnerstag Medienberichten zufolge. Stattdessen arbeiteten die Unternehmen daran, die Präzision bei der Chipplatzierung zu verbessern. Damit stellt Blickman die Zusammenarbeit in den Vordergrund, während Berichte über ein konkurrierendes ASML-Werkzeug vom Unternehmen nicht bestätigt sind.
Kooperation ist keine bestätigte Produktoffensive
Für Anleger ist diese Unterscheidung wichtig: Blickmans Aussage beschreibt das Verhältnis aus Sicht von Besi. Sie ist keine Ankündigung eines neuen ASML-Produkts. Aus den Berichten lässt sich deshalb noch kein gesicherter zusätzlicher Geschäftsbereich für ASML ableiten.
Die Aussagen widersprechen zumindest der Vorstellung, Besi betrachte ASML bereits als direkten Hybrid-Bonding-Rivalen. Zugleich reicht die beschriebene Zusammenarbeit nicht aus, um Berichte über ein eigenes Werkzeug abschließend zu beurteilen. Die belastbare Nachricht ist enger gefasst: Besi betont gemeinsame Arbeit an höherer Platzierungspräzision und sieht ASML dabei nicht als Konkurrenten.
Für die Einordnung der Aktie sollten mögliche neue Aktivitäten deshalb von den bereits gemeldeten Geschäftsergebnissen getrennt bleiben. Eine technische Zusammenarbeit und eine bestätigte Produktoffensive sind unterschiedliche Sachverhalte. Blickmans Äußerung liefert vor allem eine Einordnung der Wettbewerbsbeziehung.
Nachfrage trifft auf begrenzte Kapazitäten
Das bestehende Geschäft bietet einen konkreteren Maßstab. Vor rund zwei Wochen meldete ASML für das dritte Quartal 2026 einen Umsatz von 11,7 Milliarden Euro. Die Bruttomarge erreichte 57,5 Prozent.
Die zentrale operative Herausforderung liegt nach den Unternehmensangaben nicht allein darin, Nachfrage zu gewinnen. ASML muss auch genügend Anlagen liefern können. Reuters berichtete, dass die geplanten Kapazitäten für die beiden kommenden Jahre den erwarteten Bedarf nicht vollständig decken würden.
Für das vierte Quartal 2026 stellte ASML vor rund zwei Wochen Umsätze von 14,2 bis 15,2 Milliarden Euro in Aussicht.
Diese Prognose bleibt eine Erwartung, kein bereits erzielter Umsatz. Ebenso sind langfristige Kaufabsichten nicht mit ausgelieferten Anlagen gleichzusetzen: Laut Reuters blickten Kunden bei ihren Bestellplanungen bereits bis ans Ende des Jahrzehnts.
Blickmans Aussagen ergänzen dieses Bild um eine Zusammenarbeit, nicht um einen bestätigten neuen Konkurrenten oder Umsatztreiber. Für Anleger bleibt damit entscheidend, wie ASML die starke Nachfrage in Lieferungen umsetzt. Berichte über zusätzliche Produkte sollten erst dann stärker gewichtet werden, wenn daraus eine bestätigte Unternehmensankündigung wird.
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