ASML Aktie: Kapazitäten reichen nicht
ASML steigert Umsatz und Marge im zweiten Quartal deutlich. Die hohe Nachfrage nach KI-Chips treibt den Auftragseingang, doch die Produktion stößt an Grenzen.

Kurz zusammengefasst
- Umsatz steigt auf 9,3 Milliarden Euro
- Bruttomarge verbessert sich auf 54 Prozent
- KI-Boom treibt Auftragseingang an
- Produktionskapazität wird massiv ausgebaut
ASML hebt seine Jahresprognose zum zweiten Mal binnen weniger Monate an – und diesmal deutlich. Der KI-getriebene Bestellboom bei Chipherstellern zwingt den niederländischen Anlagenbauer, seine Produktionspläne für die kommenden Jahre neu zu schreiben.
Im zweiten Quartal kletterte der Umsatz auf gut 9,3 Milliarden Euro, nach knapp 8,8 Milliarden im Vorquartal. Die Bruttomarge verbesserte sich von 53 auf 54 Prozent und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Unter dem Strich blieben gut 2,9 Milliarden Euro Gewinn hängen – ein Plus gegenüber den knapp 2,8 Milliarden im ersten Jahresviertel.
Kunden bestellen schneller, als ASML bauen kann
Konzernchef Christophe Fouquet macht für die Dynamik vor allem eines verantwortlich: Investitionen in KI-Infrastruktur treiben die Nachfrage nach fortschrittlichen Logik- und Speicherchips an. Kunden beschleunigen ihre Kapazitätspläne, was sich in umfangreichen Bestellungen über das gesamte Produktportfolio niederschlägt. Der Auftragseingang war im ersten Halbjahr entsprechend stark.
Die Konsequenz zieht ASML jetzt in der Fertigung. Die Produktionskapazität für Low-NA-EUV-Systeme soll von etwa 65 Anlagen im laufenden Jahr bis 2027 um rund 30 Prozent steigen. Für 2028 prüft der Konzern eine weitere Ausbaustufe in ähnlicher Größenordnung. Auch bei DUV-Immersionssystemen soll die Kapazität von rund 130 Anlagen im gleichen Tempo wachsen – zusätzlich baut ASML sein Angebot an Upgrade-Lösungen für bereits installierte Maschinen aus.
Genau dieses Servicegeschäft mit Bestandskunden entwickelte sich im zweiten Quartal besonders kräftig und trug spürbar zum Margensprung bei.
Prognose für 2026 springt deutlich nach oben
Für das dritte Quartal rechnet ASML mit einem Umsatz zwischen 11,0 und 12,0 Milliarden Euro sowie einer Bruttomarge zwischen 55 und 57 Prozent. Für das Gesamtjahr wird der Konzern optimistischer: Der Umsatz soll nun 43 bis 45 Milliarden Euro erreichen, die Bruttomarge 54 bis 56 Prozent.
Das ist ein deutlicher Sprung. Erst im April hatte das Management seine Prognose auf 36 bis 40 Milliarden Euro angehoben – jetzt folgt binnen weniger Monate die nächste Korrektur nach oben, die auch die durchschnittlichen Analystenschätzungen übertrifft.
Die US-Notierung der Aktie lag zuletzt bei 1.775,64 Dollar, nach einem Kursgewinn von rund 135 Prozent binnen zwölf Monaten. Für die kommenden Quartale bleibt die Frage im Raum, wie lange der Kapazitätsausbau mit der Auftragsdynamik mithalten kann – die geplanten Erweiterungsschritte für 2027 und 2028 geben darauf zumindest eine erste Antwort.
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