Asml Aktie: Partnerschaft erweitert

ASML-Mitarbeiter protestieren gegen geplanten Abbau von 1.700 Stellen, während das Unternehmen Rekordgewinne und ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm vorweist.

Felix Baarz ·
Asml Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Proteste gegen geplanten Stellenabbau von 1.700 Jobs
  • Gewerkschaft kritisiert Rekordgewinn und Aktienrückkäufe
  • Unternehmen hält an Restrukturierung trotz Kritik fest
  • Nächste Quartalszahlen und Sozialplan im Fokus

Mehr als 1.000 ASML-Mitarbeiter haben am Dienstag die Arbeit niedergelegt — und am Mittwoch folgte die nächste Protestwelle. Auslöser ist der Plan des Unternehmens, 1.700 Stellen zu streichen. Der Widerspruch, den die Gewerkschaften dabei aufzeigen, ist kaum zu übersehen.

Gewerkschaften fordern Kurswechsel

ASML hatte die Stellenstreichungen im Januar angekündigt. Im Zuge einer Reorganisation sollen 3.000 Führungspositionen abgebaut werden — davon 1.400 in den Niederlanden und 300 in den USA. Betroffen sind vor allem Management- und Leitungsrollen in den Bereichen Technologie und IT. Ingenieur- und Produktionskapazitäten will das Unternehmen hingegen erhalten.

Die Gewerkschaft FNV sieht dafür keinen zwingenden Grund. Ihr Vertreter Peter Reniers verwies auf einen Nettogewinn von 9,6 Milliarden Euro im Jahr 2025 und ein laufendes Aktienrückkaufprogramm über 12 Milliarden Euro bis 2028. Unter diesen Umständen seien Zwangsentlassungen nicht zu rechtfertigen, so Reniers — ASML solle „zurück an den Zeichentisch“.

Zusätzlichen Zündstoff liefert ein Expansionsplan: Der Stadtrat von Eindhoven genehmigte im März einen Bebauungsplan, der ASML den Bau eines zweiten Campus in der Nähe des Flughafens Eindhoven ermöglicht. Dort sollen langfristig bis zu 20.000 neue Mitarbeiter Platz finden — die ersten 5.000 bereits bis Anfang 2028.

Unternehmen hält an Restrukturierung fest

ASML zeigt sich gesprächsbereit, aber nicht nachgiebig. Man respektiere die Gewerkschaften und verstehe den Protest, heißt es offiziell — an der Reorganisation werde jedoch festgehalten. Ein Sozialplan mit Regelungen zu Umschulung und Abfindungen ist in Arbeit.

Der weitere Zeitplan ist eng gesteckt: Am 7. April sollen die Gewerkschaften auf den Sozialplan reagieren, im Mai gibt der Betriebsrat seine formelle Stellungnahme ab.

Quartalszahlen am 14. April

Finanziell steht ASML auf solidem Fundament. Für 2026 erwartet das Unternehmen einen Umsatz zwischen 34 und 39 Milliarden Euro. Allein die Aufträge im vierten Quartal 2025 beliefen sich auf 13,2 Milliarden Euro — mehr als doppelt so viel wie Analysten erwartet hatten. Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 79 Prozent zugelegt.

Am 14. April legt ASML seine Zahlen für das erste Quartal 2026 vor. Anleger werden dann nicht nur auf Umsatz und Auftragsbestand schauen, sondern auch auf konkrete Aussagen zum Zeitplan der Restrukturierung — und zu deren Kosten.

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Asml Aktie

1.578,20 EUR

– 15,80 EUR -0,99 %
KGV 61,74
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,38 %
Marktkapitalisierung 614,36 Mrd. EUR
ISIN: NL0010273215 WKN: A1J4U4

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