ASML Aktie: Rally mit Rückenwind

ASML profitiert von massiven Investitionen seines Top-Kunden TSMC und dem KI-Trend, was die Aktie auf ein neues Jahreshoch treibt. Analysten bleiben positiv, sehen aber auch geopolitische Risiken.

Kurz zusammengefasst:
  • TSMC plant deutliche Steigerung der Investitionen
  • Aktie notiert auf neuem 52-Wochen-Hoch
  • Analysten bestätigen positive Bewertungen
  • Geopolitische Unsicherheiten als Gegenrisiko

ASML ist mit einem starken Jahresstart unterwegs. Der Hersteller von Lithografie-Anlagen profitiert direkt von den aggressiven Investitionsplänen seines wichtigsten Kunden TSMC und vom anhaltenden KI-Boom. Gleichzeitig rücken geopolitische Risiken und die anstehenden Quartalszahlen in den Fokus. Wie solide ist die aktuelle Kursrally tatsächlich untermauert?

TSMC treibt Investitionswelle

Den entscheidenden Impuls lieferte TSMC Mitte Januar mit seinem Quartalsbericht. Der taiwanische Chipfertiger plant für 2026 Investitionen (Capex) zwischen 52 und 56 Milliarden US‑Dollar. Gegenüber den rund 40,9 Milliarden US‑Dollar aus 2025 entspräche das am Mittelwert einem Plus von etwa 33 %.

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Für ASML ist dabei weniger die Gesamtsumme als deren Verteilung entscheidend. TSMC will 70 bis 80 % der Investitionen in fortgeschrittene Fertigungsprozesse stecken. Genau in diesem Segment ist ASML mit seinen EUV-Lithografiesystemen quasi konkurrenzlos. Diese Maschinen sind nötig, um Chips mit Strukturbreiten von 7 Nanometern und kleiner zu produzieren – also jene High-End-Chips, die in Hochleistungsrechnern, Smartphones und zunehmend in KI-Rechenzentren eingesetzt werden.

Die Börse hat diese Perspektive bereits eingepreist. Die ASML-Aktie liegt seit Jahresanfang rund 20 % im Plus und hat heute mit 1.190,00 € ein neues 52‑Wochen-Hoch markiert. Damit notiert der Titel gut 118 % über dem Tief vom April 2025.

Einige zentrale Punkte der aktuellen Bewertung:

  • Marktkapitalisierung: rund 450 Mrd. € (ca. 527 Mrd. US‑Dollar)
  • Kurs-Gewinn-Verhältnis: etwa 55
  • Performance auf 6‑Monats-Sicht: +85 %

Die Kombination aus starkem Kursmomentum und hoher Bewertung zeigt: Die Erwartungen an künftiges Wachstum sind bereits deutlich gestiegen.

Analysten setzen auf weiteres Potenzial

Auf Analystenseite bleibt die Grundstimmung klar positiv. Morgan Stanley sieht im bullischen Szenario noch rund 70 % Kurspotenzial. Sollte sich das Bewertungsniveau im Tech-Sektor weiter ausdehnen und ASML die Gewinnerwartungen übertreffen, halten die Analysten Kurse um 2.000 € für möglich. Das offizielle Kursziel der US-Bank liegt aktuell bei 1.400 €.

Mehrere Häuser haben ihre positiven Einschätzungen zuletzt bestätigt oder sogar nachgeschärft:

  • Morgan Stanley: Rating „Overweight“ unverändert
  • UBS: Kaufempfehlung bestätigt
  • Sanford C. Bernstein: Kaufempfehlung bestätigt
  • HSBC Global Research: Hochstufung auf „Strong Buy“

Im Konsens liegt die Einstufung bei „Moderate Buy“, der durchschnittliche Zielkurs bei 1.392,75 US‑Dollar. Angesichts der bereits starken Kursentwicklung signalisiert das: Die Mehrheit der Analysten rechnet mit weiterem, aber eher begrenzterem Aufwärtsspielraum, sofern die Wachstumserwartungen erfüllt werden.

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KI- und Memory-Boom stützen Auftragseingang

Den fundamentalen Rückenwind liefert vor allem der KI-Trend. TSMC-Manager erwarten, dass die Erlöse mit AI-Rechenzentrums-Chips bis 2029 mit einer jährlichen Rate im mittleren bis hohen 50‑Prozent-Bereich wachsen. Ein solcher struktureller Nachfrageanstieg nach Hochleistungschips stützt direkt die Auslastung von ASMLs EUV- und High-NA-Systemen.

Hinzu kommt eine Erholung am Speichermarkt. Laut Counterpoint Research sollen die Preise für Speicherchips (DRAM, NAND) im ersten Quartal 2026 nochmals um 40 bis 50 % anziehen. JPMorgan hebt in diesem Zusammenhang besonders Samsung hervor: Der koreanische Konzern ist derzeit der einzige große DRAM-Hersteller mit nennenswert verfügbarer Reinraumkapazität und dürfte seine Bestellungen daher am stärksten ausweiten. Aber auch TSMC soll laut der Bank auf einem hohen Bestellniveau bleiben.

Für ASML bedeutet das insgesamt:

  • anhaltend hohe Nachfrage nach High-End-Fertigungskapazitäten
  • gute Visibilität im Auftragsbestand
  • zusätzliche Treiber aus dem wieder anziehenden Speichermarkt

Diese Faktoren erklären, warum die Aktie trotz eines bereits anspruchsvollen Bewertungsniveaus weiter gesucht ist.

Geopolitische Unsicherheiten als Gegenpol

Nicht ohne Brisanz ist dagegen eine Entwicklung auf politischer Ebene. Ein niederländischer Thinktank hat in dieser Woche angeregt, den Zugang der USA zum EU-Binnenmarkt zu beschneiden und zugleich die Ausfuhren von ASML stärker zu begrenzen. Hintergrund sind offenbar Überlegungen, wie Europa seine technologische Souveränität schützen und gleichzeitig geopolitische Spannungen, insbesondere mit China und den USA, adressieren könnte.

Noch handelt es sich lediglich um eine Empfehlung ohne konkrete Gesetzesinitiativen. Sollte daraus jedoch tatsächliche Regulierung werden, könnte dies die künftigen Bestellungen belasten – etwa durch zusätzliche Exportauflagen oder Einschränkungen bei bestimmten Technologien. Marktbeobachter sehen hier ein Risiko, das bislang zwar nicht dominant, aber im Hintergrund präsent ist und die Investmentstory komplexer macht.

Blick auf die anstehenden Zahlen

Am 28. Januar 2026 legt ASML die Zahlen für das vierte Quartal 2025 und das Gesamtjahr vor. Analysten rechnen aktuell mit einem Gewinnanstieg von rund 7 % im Jahr 2026, nach geschätzten 15 % Wachstum 2025. Auf den ersten Blick deutet das auf eine gewisse Normalisierung hin – nach sehr dynamischen Jahren wäre das ein moderaterer Zuwachs.

Spannend wird vor allem, ob das Management angesichts der deutlich erhöhten Investitionspläne zentraler Kunden wie TSMC seine Prognose für 2026 anhebt. Eine positivere Umsatz- oder Margenaussicht könnte die hohe Bewertung rechtfertigen und der Rally weiteren Treibstoff geben. Fällt der Ausblick dagegen verhalten aus, wäre die Diskrepanz zwischen ambitioniertem Kursniveau und erwarteter Gewinnentwicklung ein naheliegender Ansatzpunkt für Gewinnmitnahmen.

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