ASML Aktie: Rally setzt sich fort

Die ASML-Aktie profitiert von starken TSMC-Zahlen und Analysten-Kurszielerhöhungen. Der Fokus liegt nun auf dem eigenen Quartalsbericht Ende Januar.

Kurz zusammengefasst:
  • Starke Zahlen von Schlüsselkunde TSMC befeuern Kurs
  • Analysten heben Kursziele auf bis zu 1.300 Euro an
  • Aktie verzeichnet V-förmige Erholung nach Korrektur
  • Blick auf Quartalszahlen und Prognose am 28. Januar

Der Chipausrüster bleibt im Rückenwind der KI-Welle. Nach einer scharfen Korrektur im vergangenen Jahr hat sich die ASML-Aktie deutlich erholt, angetrieben von starken Signalen aus der Halbleiterindustrie und klaren Aussagen von Analysten. Entscheidend ist nun, ob das Unternehmen diese hohen Erwartungen mit seinen eigenen Zahlen Ende Januar untermauern kann.

Rückenwind durch TSMC

Auslöser der kräftigen Kursbewegung am Freitag waren vor allem Nachrichten von Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (TSMC). Der weltgrößte Auftragsfertiger und Schlüsselkunde für ASMLs EUV-Lithografiesysteme legte robuste Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 vor.

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TSMC erzielte 2025 rund 3,81 Billionen TWD Umsatz (rund 121 Milliarden US-Dollar). Diese Größenordnung signalisiert, dass die Nachfrage nach High-End-Chipfertigung trotz vorheriger Sorgen um Investitionskürzungen hoch bleibt. Treiber ist weiterhin der Boom rund um künstliche Intelligenz, der enorme Rechenleistung und damit modernste Fertigungsprozesse verlangt.

Für ASML ist das zentral: Starke Umsätze und weiter hohe Investitionen bei TSMC gelten als Gradmesser für den gesamten Halbleiterzyklus. Der Markt wertet die Zahlen als Hinweis darauf, dass geplante Kapazitätserweiterungen bei führenden Foundries nicht abrupt zurückgefahren werden, sondern eher aufrechterhalten oder sogar weiter ausgebaut werden. Davon profitiert ASML als nahezu alleiniger Anbieter von EUV-Anlagen unmittelbar.

Analysten drehen weiter auf

Zusätzliche Unterstützung kam bereits zu Wochenbeginn von der Analystenseite. Zwei Häuser haben ihre positiven Einschätzungen mit deutlich höheren Kurszielen unterlegt und damit die Erholung der Aktie zusätzlich befeuert.

  • Bernstein Research stufte ASML zu Wochenbeginn auf „Outperform“ hoch und erklärte den Titel zugleich zur „Top Pick“ für 2026. Das Kursziel wurde markant auf 1.300 Euro angehoben. Begründung: die dominierende Stellung im EUV-Geschäft und die zentrale Rolle im Aufbau der KI-Infrastruktur.
  • Berenberg zog nach und erhöhte sein Kursziel von 1.050 auf 1.200 Euro, bei fortbestehendem „Buy“-Rating. Damit unterstreicht auch diese Bank, dass sie der Aktie weiteres Potenzial zutraut – trotz bereits stark gelaufener Kurse.

Solche Kurszielanhebungen signalisieren, dass ein Teil des Marktes davon ausgeht, dass die aktuelle Investitionswelle in moderne Fertigungstechnologie noch nicht am Ende ist. Zugleich machen sie aber deutlich, dass die Messlatte für künftige Quartale hoch liegt.

V-förmige Erholung und Bewertung

Die Kursbewegung der vergangenen Monate lässt sich als V-förmige Erholung beschreiben. Nach einer deutlichen Korrektur im Spätherbst 2024 haben die Anleger frühere Sorgen – insbesondere mit Blick auf Exportbeschränkungen – weitgehend ausgeblendet. Im Fokus steht wieder der technologische Vorsprung im EUV-Bereich und die Schlüsselfunktion von ASML in der Wertschöpfungskette für KI-Hardware.

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Am Freitag schloss die Aktie bei 1.083,60 Euro und legte damit rund 7 % an einem Tag zu. Auf Sicht von zwölf Monaten hat sich der Kurs fast verdoppelt und liegt nur wenige Prozent unter dem jüngsten 52-Wochen-Hoch. Der Abstand von gut 42 % zum 200-Tage-Durchschnitt unterstreicht, wie deutlich der Markt den Wert zuletzt nach oben gezogen hat.

Mit einer Marktkapitalisierung von über 419 Milliarden Euro ist ASML wieder voll in die Spur zurückgekehrt und hat die Verluste der vorherigen Korrekturphase mehr als aufgeholt. Charttechnisch spielt der Bereich um 1.000 Euro dabei eine wichtige Rolle: Dass der Kurs diese psychologisch wichtige Marke zuletzt verteidigen konnte, wird von vielen Marktteilnehmern als Bestätigung des mittelfristigen Aufwärtstrends gesehen.

Die enge Kopplung an TSMC bleibt ein Schlüsselfaktor. Der taiwanische Konzern arbeitet an einer weiteren Kapazitätsausweitung für die kommenden Jahre und plant laut Berichten erhöhte Investitionen in modernste Fertigungsschritte bis hinunter zu Strukturen unter 2 Nanometern. Für derart anspruchsvolle Nodes sind EUV-Systeme unverzichtbar – was ASML strukturell in eine sehr starke Position bringt.

Blick auf den 28. Januar

Der Fokus richtet sich nun auf die eigenen Zahlen. CEO Christophe Fouquet wird am 28. Januar 2026 die Ergebnisse für das vierte Quartal sowie das Gesamtjahr vorstellen und einen Ausblick auf 2026 geben. Der Konsens rechnet mit soliden Daten, doch entscheidend wird die neue Prognose.

Nach der jüngsten Rally preist der Markt ein, dass das Unternehmen den aktuellen Investitionszyklus nahezu reibungslos für weiteres Wachstum nutzen kann. Die Bewegung der vergangenen Woche – mit zwischenzeitlichem Rücksetzer und starkem Rebound am Freitag – zeigt jedoch, dass die Anleger sensibel auf jede Andeutung einer Abschwächung im Halbleiterzyklus reagieren.

Bis zur Veröffentlichung der Zahlen dürfte insbesondere die Zone um 1.100 Euro im Blick bleiben. Gelingt es ASML, die Erwartungen bei Umsatz, Marge und Ausblick zu bestätigen oder zu übertreffen, könnte die Aktie ihre Position knapp unter dem Rekordniveau festigen oder weiter ausbauen; schwächere Signale beim Investitionstempo der Kunden würden dagegen schnell auf die derzeit hohe Bewertung durchschlagen.

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