Die Sorgen vor einem schwierigen Jahr 2026 lassen die Anleger beim Halbleiterausrüster ASML die Nerven verlieren. Trotz robuster Quartalszahlen schickt eine Kombination bearischer technischer Signale die Aktie am Freitag deutlich ins Minus – und stellt die Frage: Steht dem Titel eine technische Korrektur oder ein fundamentales Problem bevor?
Technisches Chaos löst Verkäufe aus
Der Auslöser für die heutige Talfahrt war eindeutig technischer Natur: Um 9:45 Uhr durchbrach die ASML-Aktie gleich zwei wichtige Signallinien und triggerte sowohl einen MACD- als auch einen KDJ-Death Cross. Für Charttechniker sind diese „Todeskreuze“ klassische Warnsignale für nachlassenden Kursmomentum und zogen sofort verstärkte Verkäufe nach sich. Die Handelsvolumina schnellten auf über 634.000 Aktien empor – ein klares Zeichen für die Nervosität der Anleger.
Damit setzt sich ein Abwärtstrend fort, der den Titel bereits rund 18,5% unter seinem Jahreshoch von 819,50 Euro vom September 2024 drückt. Die Aktie kämpft sichtlich mit den widrigen Marktbedingungen.
Fundamentaldaten robust, aber Ausblick trübt Stimmung
Das Paradoxe: Eigentlich lief das Geschäft im abgelaufenen Quartal hervorragend. ASML meldete im Juli einen Nettoumsatz von 7,7 Milliarden Euro – ein Plus von 23,2% gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn pro Aktie schoss sogar um 47,1% nach oben, die Bruttomarge übertraf mit 53,7% alle Erwartungen.
Doch was zählt schon die Vergangenheit, wenn die Zukunft unsicher erscheint? Die Zurückhaltung von CEO Christophe Fouquet bei der Prognose für 2026 wiegt deutlich schwerer als die starken Quartalszahlen. Seine Aussage, man bereite sich zwar auf Wachstum vor, könne dies „in diesem Stadium noch nicht bestätigen“, reichte aus, um nachhaltige Zweifel an der weiteren Wachstumsstory zu säen.
EUV-Geschäft brummt – aber politische Risiken wachsen
Im Kerngeschäft mit den Hochleistungs-Lithografieanlagen läuft es eigentlich rund: Die EUV-Sparte soll 2025 um etwa 30% wachsen, angetrieben durch die Nachfrage nach Chips für Künstliche Intelligenz und High-Performance-Computing. Sogar die erste High-NA-Anlage, die TWINSCAN EXE:5200B, wurde bereits ausgeliefert.
Doch genau hier liegt das Problem: Geopolitische Spannungen, Handelskonflikte und Exportbeschränkungen verunsichern die Kunden zunehmend. Die Sorge vor gebremsten Investitionszyklen und verschobenen Bestellungen geht um – und traf die Aktie heute mit voller Wucht.
Analysten bleiben gelassen – vorerst
Während die Technik alarmiert, bleiben die Fundamentalanalysten erstaunlich ruhig. Noch immer empfehlen 68% der 38 beobachteten Analysten den Kauf der ASML-Aktie. Das durchschnittliche Kursziel von rund 836 US-Dollar impliziert immerhin ein Aufwärtspotenzial von 12% vom aktuellen Niveau.
Doch auch hier schimmert die Verunsicherung durch: Für 2026 prognostiziert Zacks currently sogar einen leichten Umsatzrückgang von 0,9% – eine deutliche Absage an die bisherige Wachstumserzählung.
Die alles entscheidende Frage wird das Q3-Ergebnis am 15. Oktober beantworten müssen: Handelt es sich bei der aktuellen Schwäche nur um eine technische Korrektur – oder sieht sich ASML tatsächlich fundamentalen Herausforderungen gegenüber, die die bisherige Erfolgsstory infrage stellen?
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