Chinas Halbleiterindustrie hat den Kampf gegen ASMLs Marktdominanz offiziell ausgerufen — und die Aktie reagierte prompt. Nach einem Kursrutsch von 5,5% erholte sich der Titel jedoch rasch wieder, weil Analysten auf einen entscheidenden Punkt hinwiesen: ASMLs Stellung in der Lithografie ist das Ergebnis von mehr als 30 Jahren Forschung, nicht ein Zufallsprodukt.
Chinas Aufholversuch und seine Grenzen
In einem Artikel im Science and Technology Review forderten Führungskräfte von SMIC, Yangtze Memory Technologies, Empyrean und Naura Technology eine koordinierte nationale Anstrengung, um ein eigenes EUV-Ökosystem aufzubauen. Die Autoren räumten dabei selbst ein, dass Chinas Chipsektor zu klein, fragmentiert und schwach aufgestellt sei — und dass das Vorhaben mindestens bis 2030 andauern werde.
Das technologische Gefälle ist erheblich. ASMLs EUV-Systeme bestehen aus rund 100.000 Komponenten von 5.000 spezialisierten Zulieferern weltweit. Chinas fortschrittlichstes eigenes DUV-System entspricht technisch dem ASML-Modell Twinscan NXT:1950i — einer Maschine, die ASML ursprünglich für 32-Nanometer-Prozesse im Jahr 2008 entwickelt hatte.
Starke Fundamentaldaten als Rückhalt
Die China-Schlagzeilen trafen auf ein solides Fundament. Im vierten Quartal 2025 erzielte ASML einen Nettoumsatz von 9,7 Milliarden Euro bei einer Bruttomarge von 52,2%. Die Nettobestellungen lagen bei 13,2 Milliarden Euro, davon 7,4 Milliarden Euro aus dem EUV-Segment.
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Für das Gesamtjahr 2026 erwartet ASML einen Umsatz zwischen 34 und 39 Milliarden Euro. Dass SK Hynix bereit ist, 15 bis 20 Prozent Aufschlag für schnellere Lieferungen zu zahlen, unterstreicht die Preissetzungsmacht des Unternehmens. Hinzu kommt ein technologischer Fortschritt: Im Februar meldete ASML, dass seine EUV-Lichtquelle erstmals 1.000 Watt nutzbarer EUV-Leistung erreicht hat — gegenüber derzeit 600 Watt in Produktionssystemen. Das soll den Durchsatz bis 2030 auf 330 Wafer pro Stunde steigern.
Hauptversammlung und Quartalszahlen als nächste Wegmarken
Parallel läuft die Vorbereitung auf die Hauptversammlung am 22. April 2026 in Veldhoven. Auf der Agenda stehen unter anderem die Ernennung von Marco Pieters zum Chief Technology Officer sowie die Wiederwahl von CFO Roger Dassen und COO Frédéric Schneider-Maunoury. Pieters bringt über 25 Jahre ASML-Erfahrung mit, zuletzt als Leiter des Produktbereichs Applications. Neu in den Aufsichtsrat nominiert wird Benjamin Loh, ehemaliger CEO von ASM International.
Fünf Tage nach der Hauptversammlung, am 27. April, folgen die Quartalszahlen — der erste belastbare Datenpunkt zu Bestelltrends und Investitionsbereitschaft der Kunden im laufenden Jahr. UBS bestätigte zuletzt sein Kaufvotum, die Bank of America erhöhte ihr Kursziel auf 1.886 Dollar. Die Aktie notiert aktuell rund 8 Prozent unterhalb ihres 52-Wochen-Hochs vom 25. Februar.
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