ASML Aktie: Zölle drücken

Die ASML-Aktie verliert deutlich, nachdem der frühere US-Präsident Zölle gegen europäische Länder angekündigt hat. Die politische Unsicherheit überlagert vorerst die starke strukturelle Nachfrage nach KI-Chips.

Kurz zusammengefasst:
  • Kursverlust von rund vier Prozent in Amsterdam
  • Angekündigte US-Zölle von zehn bis 25 Prozent
  • Starke KI-Nachfrage als fundamentales Gegengewicht
  • Quartalszahlen von ASML am 28. Januar erwartet

Die ASML-Aktie gerät heute in Europa deutlich unter Druck. Auslöser sind neue Zoll-Drohungen des früheren US-Präsidenten Donald Trump gegen mehrere europäische Länder, darunter die Niederlande. Die politische Unsicherheit trifft den Chiphersteller ausgerechnet kurz vor den anstehenden Quartalszahlen – und überlagert vorerst die starke strukturelle Nachfrage aus dem KI-Sektor.

  • Kursrückgang in Europa um rund 4 % auf etwa 1.120 Euro
  • Angekündigte US-Zölle von zunächst 10 %, möglich bis 25 %
  • EU prüft Gegenmaßnahmen mit umfangreichem Zollpaket
  • Starke KI-Nachfrage und Rekordzahlen bei TSMC als Gegengewicht
  • Wichtige Termine: US-Markteröffnung heute, Zahlen am 28. Januar

Zolldrohungen belasten Stimmung

Die Aktien gaben in Amsterdam bis auf etwa 1.120 Euro nach. Hintergrund sind neue Aussagen Trumps auf seiner Plattform Truth Social. Er kündigte an, ab 1. Februar Einfuhrzölle von 10 % auf Waren aus acht europäischen Ländern zu erheben: Niederlande, Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, Finnland und das Vereinigte Königreich.

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Laut den Beiträgen sollen diese Zölle zum 1. Juni auf 25 % steigen, falls die USA keine Erlaubnis zum Kauf von Grönland erhalten. Unabhängig von der politischen Begründung reagierten die Märkte sofort und deutlich. Für ASML wiegt die Drohung besonders schwer, da die Niederlande explizit genannt sind und damit sowohl der Export in die USA als auch Zulieferketten betroffen sein könnten.

Auch der Gesamtmarkt geriet unter Druck. Der STOXX 600 verzeichnete am Montag den stärksten Tagesverlust seit zwei Monaten und zeigte auch heute Schwäche. Europäische Technologiewerte verloren dabei knapp 3 %.

Die EU bereitet laut Berichten eine Antwort vor. Brüssel erwägt den Einsatz des „Anti-Coercion Instrument“, eines handelspolitischen Abwehrmechanismus. Im Gespräch ist ein Zollpaket über 93 Milliarden Euro auf US-Produkte. Die Aussicht auf eine erneute transatlantische Auseinandersetzung im Handel verunsichert Anleger, da Halbleiter-Lieferketten stark international verflochten sind.

Starke KI-Nachfrage als Gegengewicht

Die aktuelle Korrektur steht im Kontrast zu den zuletzt positiven Fundamentaldaten im Umfeld von ASML. Am 15. Januar meldete Großkunde TSMC Rekordergebnisse für das vierte Quartal und einen optimistischen Ausblick für 2026. Treiber ist die hohe Nachfrage nach KI-Chips.

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TSMC bestätigte den Start der Volumenproduktion für den 2-Nanometer-Prozess. Diese Technologie setzt in großem Umfang auf EUV-Lithografiesysteme von ASML. Damit bleibt die strukturelle Nachfrage nach den High-End-Anlagen intakt.

Trotz des heutigen Rückgangs hat die Aktie seit Anfang September 2025 etwa 85 % zugelegt. Der Markt steht nun zwischen zwei gegenläufigen Erzählungen: Auf der einen Seite ein klarer Investitionsschub in KI-Hardware, auf der anderen Seite das schwer kalkulierbare Risiko neuer US-Handelsbarrieren.

Analystenpositionierungen bleiben überwiegend positiv. Bernstein Research bekräftigte jüngst ein „Outperform“-Votum mit einem Kursziel von 1.300 Euro. Morgan Stanley skizzierte in einem optimistischen Szenario sogar ein Niveau von bis zu 2.000 Euro. Kurzfristig dominiert jedoch die Frage, wie sich Zölle von 10 % bis 25 % auf die Versorgung US-amerikanischer Kunden und den Bezug von Komponenten auswirken würden.

Blick auf Wall Street und Zahlen

Heute rückt die US-Markteröffnung in den Fokus. Aufgrund des Martin-Luther-King-Feiertags waren die amerikanischen Börsen gestern geschlossen, die NASDAQ-Notierung von ASML konnte die Zoll-Nachrichten somit noch nicht einpreisen. Der US-Schlusskurs lag zuletzt bei 1.358,55 US-Dollar. Angesichts der Korrektur in Europa ist ein Abschlag zum Handelsstart in New York wahrscheinlich, um die Notierungen anzugleichen.

Der nächste zentrale Termin ist der 28. Januar. Dann präsentiert ASML um 7:00 Uhr CET die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025. CEO Christophe Fouquet dürfte dabei auch einen Ausblick geben, der zeigt, inwieweit die starke KI-Nachfrage die neu entstandenen handelspolitischen Risiken überlagern kann.

Charttechnisch testet die Aktie nach dem Rekordhoch bei 1.184 Euro nun kurzfristige Unterstützungen. Der Rücklauf in den Bereich um 1.118 bis 1.120 Euro bringt den Kurs nahe an eine obere Bollinger-Band-Unterstützung. Ein Rutsch unter die psychologisch wichtige Marke von 1.100 Euro würde den Weg für eine tiefere Korrektur in Richtung der Ausbruchszone um 1.000 Euro öffnen.

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