ASML steht in diesen Wochen gleich an mehreren Fronten unter Beobachtung: Führungswechsel im Aufsichtsrat, eine strategische Ausweitung ins KI-Chip-Geschäft — und kurzzeitige Nervosität wegen chinesischer Ambitionen, die eigene EUV-Technologie zu kopieren. Ein Blick hinter die Schlagzeilen zeigt, warum die Substanz des Unternehmens dabei weitgehend intakt bleibt.
Governance-Umbau vor der Hauptversammlung
Am 22. April 2026 hält ASML seine Hauptversammlung in Veldhoven ab. Die angekündigten Personalentscheidungen sind umfangreich: Marco Pieters soll als neuer Chief Technology Officer in den Vorstand einziehen, CFO Roger Dassen und COO Frédéric Schneider-Maunoury werden für weitere Amtszeiten vorgeschlagen. Der Vorstand wächst damit auf sechs Mitglieder.
Auf Aufsichtsratsebene scheidet Alexander Everke auf eigenen Wunsch aus. Als Nachfolger nominiert ASML Benjamin Loh, den früheren CEO von ASM International, der über drei Jahrzehnte Erfahrung in der Halbleiter- und Elektronikindustrie mitbringt.
Technologiestrategie: Jenseits von EUV
Parallel zur Governance-Neuaufstellung treibt ASML seine Technologiestrategie voran. Das Unternehmen plant, sein Produktportfolio auf sogenannte Advanced-Packaging-Systeme auszuweiten — Werkzeuge, die mehrere spezialisierte Chips zu leistungsfähigen Modulen verbinden. Dieser Bereich ist zum Herzstück moderner KI-Hardware geworden.
Gleichzeitig arbeitet ASML an einer Leistungssteigerung seiner EUV-Lichtquellen. Im Februar meldete das Unternehmen einen technischen Meilenstein: Die EUV-Lichtquelle erreichte 1.000 Watt nutzbarer Leistung — gegenüber derzeit 600 Watt in Produktionssystemen. Das soll den Waferdurchsatz bis 2030 auf 330 Wafer pro Stunde steigern, ein Plus von rund 50 Prozent, was die Fertigungskosten der Kunden senkt.
China: Viel Lärm, großer Rückstand
Diese Woche sorgte ein Bericht für Unruhe: Führende chinesische Halbleitervertreter von SMIC, Yangtze Memory Technologies und anderen Unternehmen riefen zu einer koordinierten nationalen Anstrengung auf, bis 2030 eigene Lithografiesysteme zu entwickeln. Die ASML-Aktie verlor daraufhin rund 5,5 Prozent — und erholte sich in der Folgesitzung nahezu vollständig.
Der technologische Abstand bleibt gewaltig. ASMLs EUV-Systeme bestehen aus 100.000 Komponenten von 5.000 spezialisierten Zulieferern weltweit. Chinas fortschrittlichstes eigenes DUV-System entspricht nach eigenen Angaben dem ASML-Modell Twinscan NXT:1950i — einer Maschine, die ASML ursprünglich für 32-Nanometer-Prozesse im Jahr 2008 entwickelte.
Starke Zahlen, ein bekannter Gegenwind
ASMLs Finanzzahlen für 2025 unterstreichen die operative Stärke: Der Jahresumsatz lag bei 32,7 Milliarden Euro, die Bruttomarge bei 52,8 Prozent, der Nettogewinn bei 9,6 Milliarden Euro. Für 2026 erwartet das Unternehmen einen Umsatz zwischen 34 und 39 Milliarden Euro.
Ein strukturelles Thema bleibt der Rückgang des China-Anteils am Umsatz, der 2026 auf rund 20 Prozent sinken soll — nach einem überdurchschnittlich hohen Beitrag im Vorjahr. Diesen Rückgang sollen steigende Investitionen von TSMC, Samsung, Micron und SK Hynix in Logik- und Speicherchips kompensieren.
Mit den Q1-Ergebnissen am 15. April und der Hauptversammlung eine Woche später stehen die nächsten konkreten Wegmarken bereits fest. Die Dividende für 2025 soll 7,50 Euro je Aktie betragen — ein Anstieg von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
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