ASML: Citi hebt Kursziel auf 1.675 Euro
Nach deutlichem Kursplus seit Jahresbeginn heben mehrere Großbanken ihre Kursziele für ASML an. Der Chipausrüster profitiert von starken Quartalszahlen und wachsender EUV-Nachfrage.

Kurz zusammengefasst
- Kurszielanhebungen von BofA, Barclays und JPMorgan
- Umsatzprognose für 2026 und 2027 angehoben
- Bruttomarge im Speicherchip-Segment gestiegen
- EUV-Produktionskapazität für 2027 eingeplant
65 Prozent Kursgewinn seit Jahresbeginn — und die Analysten erhöhen weiter. ASML nähert sich mit 1.633 Euro seinem 52-Wochen-Hoch und zieht dabei eine Reihe frischer Kurszielanhebungen nach sich.
Analysten überbieten sich gegenseitig
Die Revisionen der vergangenen Wochen sprechen eine klare Sprache. BofA hob sein Kursziel auf 1.921 Euro an, Barclays auf 1.900 Euro und JPMorgan ebenfalls auf 1.900 Euro. Citi zog nun nach: Die Bank erhöhte ihr Ziel von 1.600 auf 1.675 Euro und bestätigte ihr Kaufvotum.
Citi hob seine Umsatzprognosen für 2026 und 2027 um vier beziehungsweise drei Prozent an. Die Gewinnschätzungen je Aktie stiegen um sechs beziehungsweise zwei Prozent. Damit lagen Citis Schätzungen bereits vor den Anhebungen über dem Marktkonsens.
Starkes Q1, solides Q2
Der Grund für die Euphorie liegt im ersten Quartal. ASML erzielte einen Umsatz von 8,8 Milliarden Euro und hob die Jahresprognose auf 36 bis 40 Milliarden Euro an. Die Bruttomarge soll zwischen 51 und 53 Prozent liegen.
Besonders stark: das Speicherchip-Segment. Die Bruttomarge kletterte auf 53,0 Prozent — nach 51,6 Prozent im dritten Quartal 2025. DRAM-Nachfrage treibt das Wachstum.
Für das zweite Quartal erwartet ASML einen Umsatz zwischen 8,4 und 9,0 Milliarden Euro bei einer Bruttomarge von 51 bis 52 Prozent. Der leichte Rückgang erklärt sich durch eine normalisiertere Produktmischung. Das erste Quartal profitierte von besonders günstigen Kunden- und Produktkonfigurationen.
EUV-Kapazität als Wachstumsmotor
Das Management hat die Produktionskapazität für 2027 erstmals in die Planung einbezogen. Sowohl EUV- als auch Nicht-EUV-Systeme sollen stärker ausgeliefert werden. Citi sieht dadurch Spielraum für Prognosen, die den Marktkonsens um mehr als vier Prozent übertreffen könnten.
Die Nachfrage sei „klar stark“, so Citi. Das Unternehmen skaliert die Produktion bereits jetzt für das übernächste Jahr.
Technisch ist die Aktie ausgedehnt: Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt beträgt knapp 23 Prozent, der RSI liegt bei 69. Das Fundamentalbild bleibt jedoch intakt.
Am 15. Juli 2026 veröffentlicht ASML seine Zahlen für das zweite Quartal — vor Börseneröffnung. Dann zeigt sich, ob das Unternehmen seine Jahresprognose trotz anhaltender Exportbeschränkungen und geopolitischer Unsicherheiten halten kann.
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