ASML: High-NA-EUV verschoben bis 2029
Kursrutsch bei ASML nach TSMC-Verschiebung von High-NA-EUV und fehlendem Handelsdurchbruch. Analysten zeigen sich gespalten.

Kurz zusammengefasst
- TSMC verschiebt High-NA-EUV-Einführung
- Geopolitische Gespräche ohne Ergebnis
- Breiter Abverkauf im Halbleitersektor
- Analysten uneins über Asml-Zukunft
Gestern markierte die ASML-Aktie bei über 1.363 Euro noch ein frisches Jahreshoch. Heute weht Anlegern ein scharfer Gegenwind ins Gesicht. Ein überraschender Aufschub beim wichtigsten Kunden und geopolitische Stagnation schicken den niederländischen Chipausrüster auf Talfahrt. Der Kurs gibt am Freitag um rund vier Prozent nach.
TSMC bremst bei High-NA EUV
Der primäre Auslöser für den Kursrutsch kommt aus Taiwan. TSMC verschiebt die Einführung der neuen High-NA-EUV-Lithografiesysteme offenbar auf das Jahr 2029. ASML baut diese hochkomplexen Maschinen als weltweit einziger Hersteller. Verschiebt ein dominanter Abnehmer wie TSMC den Zeitplan, trübt das direkt die langfristigen Umsatzaussichten für das teuerste Produkt im Portfolio.
Parallel dazu liefert die Weltpolitik keine Entspannungssignale. Ein vielbeachtetes Treffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping endete ohne Durchbruch bei den Exportbeschränkungen für Halbleiter. Das belastet Unternehmen mit hohem China-Exposure wie ASML spürbar.
Flächenbrand im Halbleitersektor
Die Schwäche beschränkt sich keineswegs auf die Niederländer. Der gesamte Chipsektor verzeichnet am Freitag deutliche Verluste:
- Intel (-6,8 %)
- Micron (-6,0 %)
- AMD (-4,8 %)
- Nvidia (-4,1 %)
Ein Streik beim südkoreanischen Giganten Samsung drückt die Stimmung weiter. Die Arbeitsniederlegung soll am 21. Mai beginnen und riss den KOSPI-Index um über sechs Prozent in die Tiefe. Hinzu kommt Gegenwind vom Anleihemarkt. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen kletterte über die Marke von 5,1 Prozent und entzieht hoch bewerteten Technologiewerten Kapital.
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Analysten bewerten Risiken neu
Finanzinstitute reagieren gespalten auf die Gemengelage. Barclays und Jefferies stuften ASML auf „Hold“ ab und verweisen auf die aktuellen Gegenwinde. JPMorgan hält hingegen an der „Overweight“-Einstufung fest. Analyst Sandeep Deshpande sieht erhebliches Aufholpotenzial. Er wertet die normalen Lagerbestände in der europäischen Halbleiterindustrie als positiven Indikator für die künftige Ausrüstungsnachfrage.
Intern baut der Konzern derweil um. Geplant ist der Abbau von rund 1.700 Führungspositionen. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 26 ist die Aktie weiterhin sportlich bewertet. Konkurrent Applied Materials wird lediglich mit einem Faktor von 18 gehandelt.
Trotz des heutigen Rückschlags bleibt der übergeordnete Trend intakt. Seit Jahresbeginn steht für ASML ein Kursplus von gut 32 Prozent auf der Kurstafel. Der Abstand zur 200-Tage-Linie bei rund 1.009 Euro bietet einen massiven Puffer nach unten.
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