ASML Holding Aktie: Angebot reicht bis 2028 nicht
Der Chipausrüster meldet 11,7 Milliarden Euro Quartalsumsatz; zusätzliche Kapazität für 2028 wird geprüft.

Kurz zusammengefasst
- Quartalsumsatz erreicht 11,7 Milliarden Euro
- Nettogewinn beträgt 5,0 Milliarden Euro
- Kunden fragen bereits für 2029 und 2030 an
- Mehr Kapazität für 2028 wird geprüft
ASML hat im dritten Quartal Rekordumsatz erzielt und zugleich eingeräumt, dass die Kapazität für 2027 und 2028 nicht ausreichen dürfte. Die Kunden fragen bereits Aufträge für 2029 und 2030 an. Das ist ungewöhnlich weit in die Zukunft gedacht.
Rekordquartal über den Erwartungen der eigenen Prognose
Der Umsatz lag bei 11,7 Milliarden Euro, am oberen Ende der eigenen Spanne. Unter dem Strich blieben 5,0 Milliarden Euro Nettogewinn. Die Bruttomarge erreichte 57,5 Prozent und übertraf damit die Vorgabe des Konzerns.
Getrieben wurde das auch vom Servicegeschäft. Der Bereich Installed Base Management kam auf 3,3 Milliarden Euro und lag über der Prognose. Kunden fragen demnach weiter Produktivitäts-Upgrades für bestehende Anlagen nach.
Ausblick: Das Schlussquartal wird deutlich stärker
Für das vierte Quartal peilt ASML einen Umsatz zwischen 14,2 und 15,2 Milliarden Euro an, bei einer Bruttomarge von rund 57 Prozent. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet der Konzern mit 44 bis 45 Milliarden Euro Umsatz und einer Marge von etwa 56 Prozent. Die Forschungskosten sollen im Schlussquartal bei rund 1,2 Milliarden Euro liegen, die Vertriebs- und Verwaltungskosten bei etwa 0,4 Milliarden Euro.
Die eigentliche Botschaft steckt allerdings im Kommentar von Konzernchef Christophe Fouquet. Die Kunden erhöhten ihre Bedarfsprognosen fortlaufend, vor allem wegen ihrer Erwartungen an Umfang und Dauer der KI-Investitionen. Der Auftragseingang wachse von Quartal zu Quartal.
Deshalb prüft ASML, die Kapazität für 2028 über die zuvor genannte Ausweitung um 30 Prozent hinaus zu erhöhen. Bislang waren für 2027 ein Plus von 30 Prozent bei bestimmten EUV- und DUV-Systemen geplant und für 2028 ein weiteres Plus von 30 Prozent in Prüfung. Ob und wie stark das Angebot wächst, ist noch offen. Die Nachfrage-Sichtbarkeit dürfte jedoch Gewicht für die Investitionsplanung haben.
Kapitalrückführung läuft weiter
Im dritten Quartal kaufte ASML eigene Aktien für rund 4,1 Milliarden Euro zurück, im Rahmen des Programms für 2026 bis 2028. Die Zwischendividende für 2026 beträgt 1,88 Euro je Aktie und wird am 4. November 2026 ausgezahlt.
Heute um 15:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit stehen Fouquet und Finanzchef Roger Dassen in der Investorenkonferenz Rede und Antwort. Dort dürfte sich zeigen, wie konkret die Gespräche über Bestellungen für 2029 und 2030 schon sind und wie weit die Kapazitätsausweitung für 2028 gehen könnte.
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