ASML: Intel startet High-NA-EUV in Serie
Intel setzt ASMLs High-NA-EUV erstmals in Serie ein. Der Chipausrüster kündigt Kapazitätsausbau an und bestätigt starke Nachfrage.

Kurz zusammengefasst
- Intel nutzt High-NA-EUV in Serie
- Asml plant deutliche Kapazitätserweiterung
- Analysten bestätigen positive Einschätzung
- China-Risiko bleibt bestehen
ASML hat einen technologischen Durchbruch verkündet, den die Chipbranche seit Jahren erwartet. Intel setzt die neue High-NA-EUV-Lithografie erstmals in der Serienproduktion ein, für ausgewählte Schichten der Prozesstechnologie Intel 18A. ASML selbst nennt es einen „sehr wichtigen Meilenstein“.
Die Nachricht kommt nicht zufällig zusammen mit den Quartalszahlen vom Mittwoch. Die Aktie schloss bei 1.578,60 Euro, ein Plus von 143,54 Prozent binnen zwölf Monaten. Seit Jahresbeginn steht ein Kursgewinn von 59,73 Prozent zu Buche.
Einziger Anbieter der Welt
ASML bleibt der einzige Hersteller von EUV-Lithografiemaschinen weltweit. Ohne diese Anlagen kann kein Chiphersteller die Grenzen der aktuellen Fertigungstechnik überwinden. Das macht den niederländischen Konzern zum kritischen Lieferanten für TSMC, Samsung, SK Hynix, Micron und eben Intel.
Alle diese Kunden bauen gerade Kapazitäten für KI-Chips, Hochleistungsspeicher und moderne Prozessoren aus. Der Intel-Erfolg zeigt: Die teure Technologie funktioniert jetzt auch im Volumengeschäft. Das dürfte weitere Kunden zum Umstieg bewegen.
Kapazitätsausbau mit Ansage
ASML nutzte die Quartalszahlen auch, um einen aggressiven Ausbauplan vorzustellen. Für 2027 will der Konzern seine Low-NA-EUV-Kapazität um 30 Prozent erhöhen, ausgehend von rund 65 Einheiten im Jahr 2026. Für 2028 prüft ASML einen weiteren Zuwachs in gleicher Größenordnung.
Bei der DUV-Immersionstechnik verläuft der Plan ähnlich: 30 Prozent mehr Kapazität für 2027, ausgehend von etwa 130 Einheiten in 2026. Auch hier steht ein möglicher zweiter Schritt für 2028 im Raum.
CEO Christophe Fouquet begründet den Ausbau mit der Auftragslage. Die Bestellungen seien im ersten Halbjahr „extrem stark“ gewesen, weil Kunden ihre Kapazitätspläne beschleunigt hätten. Diese Zusagen ziehen sich laut Fouquet durch das gesamte Produktportfolio und geben ASML mehr Sichtbarkeit für die langfristige Nachfrage.
Analysten bestätigen den Aufwärtstrend
Nach den Zahlen bekräftigten mehrere große Häuser ihre positive Einschätzung. Goldman Sachs, JPMorgan, Barclays und Oddo BHF bestätigten allesamt ihre Kaufempfehlung für ASML. Ein weiteres Analyseteam bekräftigte sein Buy-Rating mit einem unveränderten Kursziel von 1.675 US-Dollar und verwies auf die anziehende Nachfrage und die Ausbaupläne.
Manche Beobachter sehen in den ASML-Zahlen auch ein Signal für die gesamte Chipbranche. Ein glänzendes Quartal mit der zweiten Prognoseanhebung des Jahres könnte vorwegnehmen, was der Großkunde TSMC in seinem eigenen Bericht verkünden wird.
China bleibt ein Risiko
Nicht alle Signale sind eindeutig positiv. Berichten zufolge will ASML die Preise für seine Fertigungsanlagen anheben, was die Margen der Kunden in den kommenden Quartalen belasten könnte.
Die politische Lage bleibt zudem angespannt. US-geführte Exportbeschränkungen verhindern bereits jetzt den Verkauf von EUV-Anlagen und den fortschrittlichsten DUV-Maschinen nach China. Weitere geplante Beschränkungen könnten den Verkauf von DUV-Equipment an chinesische Chiphersteller zusätzlich einschränken. Die Nachfrage aus China bleibt vorerst dennoch stark, besonders bei heimischen Logik-Chip-Herstellern.
Charttechnik spricht für Käufer
Die Aktie notiert 5,51 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 1.496,11 Euro und 34,12 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 1.177,01 Euro. Zum Allzeithoch von 1.748,00 Euro aus dem Juni fehlen noch 9,69 Prozent.
Der 14-Tage-RSI liegt bei 51,6. Das deutet weder auf eine überkaufte noch auf eine überverkaufte Situation hin, trotz der kräftigen Kursbewegung nach den Zahlen. Sollte sich der Umstieg auf High-NA-EUV wie von Fouquet skizziert fortsetzen, bleibt für die Aktie Spielraum nach oben.
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