ASML: Jahresprognose auf 45 Milliarden angehoben
ASML hebt nach starkem Quartal die Jahresziele an und plant deutliche Kapazitätserweiterung. Intel nutzt erstmals High-NA-Technologie in der Serienfertigung.

Kurz zusammengefasst
- Jahresumsatzprognose auf 43-45 Mrd. Euro angehoben
- Kapazitätsausbau für EUV-Systeme um 30 Prozent geplant
- Intel startet Serienfertigung mit High-NA-Technologie
- Aktienrückkäufe und Dividende im zweiten Quartal
ASML hat die Latte für das laufende Geschäftsjahr höher gelegt. Nach einem starken zweiten Quartal rechnet der niederländische Lithografie-Spezialist nun mit einem Jahresumsatz zwischen 43 und 45 Milliarden Euro bei einer Bruttomarge von 54 bis 56 Prozent. Für das dritte Quartal stellt das Unternehmen einen Umsatz zwischen 11,0 und 12,0 Milliarden Euro sowie eine Marge von 55 bis 57 Prozent in Aussicht.
Im zweiten Quartal erzielte ASML einen Nettoumsatz von 9,3 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von 2,9 Milliarden Euro, bei einer Bruttomarge von 54,0 Prozent. Der Gewinn je Aktie lag bei 7,59 Euro. Sowohl Umsatz als auch Marge übertrafen die eigene Prognose des Unternehmens.
Ausbau der Fertigungskapazität
Parallel zu den Zahlen kündigte ASML an, die Kapazität für Low-NA-EUV- und DUV-Immersionssysteme 2027 gegenüber 2026 um rund 30 Prozent zu erhöhen. Für 2028 prüft das Unternehmen einen weiteren Kapazitätssprung in ähnlicher Größenordnung. Der Schritt zeigt, wie sehr die Nachfrage nach modernster Chip-Fertigungstechnologie das Geschäft treibt – und unterstreicht die Investitionsbereitschaft des Unternehmens für die kommenden Jahre.
Ein technologischer Meilenstein kam von einem Kunden: Intel Foundry hat einen Teil der Core-Ultra-Series-3-Prozessoren mit dem Codenamen Panther Lake in die Serienfertigung überführt – erstmals in großem Maßstab unter Einsatz der High-NA-EUV-Technologie von ASML, auf 18A-Fertigungsebenen im Werk in Oregon.
Die Produkte erreichen dabei Ausbeuten, die dem etablierten NXE-System entsprechen. Für ASML ist das ein wichtiger Beleg dafür, dass die milliardenschwere Investition in die nächste Lithografie-Generation beim Kunden ankommt.
Kapital fließt an Aktionäre zurück
Auch bei der Kapitalrückführung blieb ASML aktiv: Im zweiten Quartal kaufte das Unternehmen Aktien im Wert von rund 1,1 Milliarden Euro im Rahmen des laufenden Rückkaufprogramms 2026–2028 zurück. Am 5. August wurde zudem eine Zwischendividende von 1,88 Euro je Aktie ausgezahlt.
Kursreaktion und Bewertung
Am Markt kommt die Kombination aus angehobener Prognose, Kapazitätsausbau und Aktionärsrückgaben gut an. Die Aktie schloss am Freitag bei 1.590,00 Euro, nach einem Tagesminus von 1,0 Prozent.
Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 5,4 Prozent zu Buche, und seit Jahresbeginn hat das Papier um 73 Prozent zugelegt. Vom 52-Wochen-Hoch bei 1.748,00 Euro trennen die Aktie derzeit 9,0 Prozent.
Von Analystenseite kam zuletzt Rückenwind: Die Bank Bernstein bestätigte am 10. August ihre Kaufempfehlung für ASML. Auch das übrige Bild bleibt konstruktiv, wenngleich die jüngste Kursrally einen Teil der Bewertungsspielräume bereits eingepreist haben dürfte.
Für Anleger bleibt festzuhalten: Die operative Entwicklung stützt die hohe Bewertung. Mit der angehobenen Jahresprognose, dem beschleunigten Kapazitätsausbau und dem erfolgreichen Praxistest der High-NA-Technologie bei Intel liefert ASML gleich mehrere Argumente für die fortgesetzte Sonderstellung als zentraler Ausrüster der globalen Chipindustrie. Der nächste Prüfstein folgt mit den Zahlen zum dritten Quartal am 14. Oktober.
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