ASML: Kapazitäten bis Ende 2028 ausgebucht
ASML meldet vollständige Auslastung seiner Lithografie-Systeme bis Ende 2028 und plant eine Kapazitätsausweitung von 30 Prozent für 2027.

Kurz zusammengefasst
- Kapazitäten bis 2028 vollständig ausgebucht
- Kapazitätsausweitung um 30 Prozent geplant
- Fonds positionieren sich uneinheitlich bei ASML
- Aktie bleibt trotz jüngster Verluste stark
ASML hat bestätigt, dass die Fertigungskapazitäten für EUV- und Immersionssysteme bis Ende 2028 praktisch vollständig ausgebucht sind. Das Unternehmen kündigte zudem an, die Kapazität für 2027 um rund 30 Prozent auszuweiten. Die Nachricht steht im Spannungsfeld zu einer zuletzt schwankenden institutionellen Positionierung bei dem niederländischen Lithografiespezialisten.
Die ausgebuchten Kapazitäten belegen eine robuste Nachfragebasis, die über kurzfristige Kundenverschiebungen hinausreicht. Erst zuletzt hatten sowohl TSMC als auch Samsung Electronics die Einführung der neuen High-NA-EUV-Anlagen verschoben – TSMC bis 2029, Samsung sogar bis etwa 2030 für die Massenfertigung des 1-Nanometer-Knotens.
Diese Verzögerungen betreffen jedoch primär die teuerste und modernste Maschinengeneration, während die laufende Auslastung der bestehenden EUV- und Immersionslinien offenbar unvermindert hoch bleibt.
Institutionelle Anleger uneinheitlich positioniert
Die Reaktion großer Kapitalverwalter auf die jüngste Geschäftsentwicklung fällt gemischt aus. Der von Dan Loeb geführte Hedgefonds Third Point erhöhte seine ASML-Position im zweiten Quartal um 150 Prozent, von 12.000 auf 30.000 Aktien. Auch BlackRock, T. Rowe Price und Fisher Asset Management bauten ihre Bestände laut Pflichtmitteilungen aus.
Auf der anderen Seite reduzierte Deepwater Asset Management seinen Bestand um 72,3 Prozent, Coatue Management strich seine Position um 41 Prozent zusammen. Diese gegenläufigen Bewegungen deuten darauf hin, dass die Bewertung der Aktie nach der starken Kursrallye der vergangenen zwölf Monate unter Investoren zunehmend kontrovers diskutiert wird.
Kursbild bleibt angeschlagen
Am Markt zeigt sich diese Unsicherheit im Kursverlauf. Die Aktie schloss am Donnerstag bei 1.500,60 Euro, nach einem Rückgang von 5,6 Prozent binnen sieben Handelstagen.
Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 63 Prozent zu Buche, über zwölf Monate sogar von 137 Prozent – ein Zeichen dafür, dass die jüngste Schwäche vor allem eine Verschnaufpause nach einer außergewöhnlichen Aufwärtsbewegung darstellt. Vom 52-Wochen-Hoch bei 1.748,00 Euro trennen die Aktie derzeit 14 Prozent.
Die Ratingagentur Wall Street Zen stufte das Papier am Dienstag von „Buy“ auf „Hold“ zurück, was zum vorsichtigeren Tenor am Markt passt. Konkurrenz aus China spielt dabei ebenfalls eine Rolle im Hintergrund: Ein staatlich unterstützter Hersteller in Shanghai hat mit der Serienproduktion eigener Immersions-DUV-Lithografieanlagen begonnen, allerdings zunächst nur in geringen Stückzahlen von fünf Einheiten 2026 und 20 Einheiten 2027 für heimische Kunden wie SMIC und CXMT.
Ausblick auf das dritte Quartal
Anleger richten den Blick nun auf den 14. Oktober, wenn ASML die Zahlen zum dritten Quartal 2026 vorlegt. Angesichts der bestätigten Vollauslastung der Kapazitäten bis 2028 dürfte die Frage nach der Preissetzungsmacht und der Umsetzung der geplanten Kapazitätsausweitung für 2027 im Mittelpunkt der Berichterstattung stehen.
Die gegenläufigen Positionierungen großer Fonds zeigen, dass der Markt trotz der soliden operativen Basis über die angemessene Bewertung der Aktie nach dem kräftigen Kursanstieg der vergangenen Monate uneins bleibt.
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