ASML: MATCH Act droht DUV-Verkaufsverbot nach China

ASML übertrifft Erwartungen im ersten Quartal, doch ein US-Gesetz bedroht das China-Geschäft. Analysten sehen gemischte Signale für den Chipausrüster.

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Asml Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • US-Gesetz zielt auf DUV-Maschinenverkäufe
  • China-Umsatz sinkt auf 19 Prozent
  • Südkorea kompensiert als Wachstumsmarkt
  • Jahresprognose auf 36 bis 40 Milliarden angehoben

Ein US-Gesetz bedroht ASMLs verbliebenes China-Geschäft. Zeitgleich liefert der Chipmaschinen-Hersteller starke Quartalszahlen und hebt die Jahresprognose an. Für Anleger ergibt sich daraus ein klares Spannungsfeld.

Washington zielt auf DUV-Maschinen

Der US-Kongress hat den sogenannten MATCH Act eingebracht. Das Gesetz würde ASML verbieten, ältere DUV-Lithografiemaschinen nach China zu verkaufen — bislang das letzte verbliebene Segment des China-Geschäfts, das noch nicht unter Exportkontrollen fällt.

Besonders heikel: Das Gesetz würde auch die Wartung bereits installierter Anlagen in China untersagen. Die Niederlande und Japan hätten 150 Tage Zeit, ihre eigenen Exportregeln anzupassen. Kommen sie dem nicht nach, kann Washington die Regeln einseitig auf in Veldhoven gefertigte Maschinen ausdehnen.

Das Gesetz muss noch beide Kammern des Kongresses passieren. Zudem ist unklar, ob es alle DUV-Systeme oder nur bestimmte Immersionsanlagen erfasst.

China schrumpft, Südkorea wächst

ASMLs China-Umsatz ist bereits auf dem Rückzug. Im ersten Quartal entfielen nur noch 19% der Systemverkäufe auf China — nach 36% im Vorquartal. Das Management rechnet für 2026 ohnehin mit einer Normalisierung auf rund 20%.

Analyst Michael Roeg von Degroof Petercam schätzt, dass der MATCH Act den Umsatz um einen einstelligen Prozentsatz drücken könnte. JPMorgan-Analyst Sandeep Deshpande geht weiter: Er sieht das Risiko, dass der Gewinn je Aktie um bis zu 10% sinkt — auch wenn andere Regionen zulegen dürften.

Den Ausfall kompensiert vor allem Südkorea. Speicherhersteller dort rüsten massiv auf, um KI-Workloads zu bedienen. Südkoreanische Kunden stehen inzwischen für fast die Hälfte der Gesamtverkäufe.

Starkes Q1, verhaltener Q2-Ausblick

Das erste Quartal lief besser als erwartet. Der Nettoumsatz lag bei 8,8 Milliarden Euro und übertraf damit den Konsens von 8,5 Milliarden Euro. Der Nettogewinn von 2,8 Milliarden Euro übertraf die Schätzungen ebenfalls deutlich.

ASML plant in diesem Jahr mehr als 60 EUV-Einheiten auszuliefern — nach 48 im Vorjahr. Die Jahresprognose für den Umsatz hob das Unternehmen auf 36 bis 40 Milliarden Euro an.

Für das zweite Quartal fiel der Ausblick allerdings vorsichtig aus. Der angestrebte Umsatz von 8,7 Milliarden Euro liegt deutlich unter den Analystenerwartungen von 10,6 Milliarden Euro. Auffällig: ASML veröffentlichte erstmals keine Auftragszahlen — eine Kennzahl, die Investoren sonst genau verfolgen.

Analysten bleiben optimistisch

Die Kursentwicklung spiegelt die gemischte Lage wider. Die ASML-Aktie verlor heute rund 3% und notiert bei 1.186 Euro — rund 8% unter dem 52-Wochen-Hoch vom Februar. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 20%.

Die Analystengemeinde bleibt mehrheitlich positiv gestimmt. Von 45 erfassten Analysten vergeben 82% ein Kaufurteil, der Median des Kursziels liegt bei umgerechnet rund 1.775 US-Dollar. RBC Capital erhöhte sein Kursziel Mitte April auf 1.700 Euro und verwies auf die anhaltend starke Nachfrage nach EUV-Systemen.

Ob der MATCH Act in seiner jetzigen Form Gesetz wird und wie weit er DUV-Exporte tatsächlich einschränkt, entscheidet maßgeblich darüber, wie stark China als Umsatzquelle wegbricht — und wie viel Südkorea davon auffangen kann.

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ASML Holding Aktie

1.281,60 EUR

+ 68,00 EUR +5,60 %
KGV 37,69
KUV 12,21
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,60 %
Marktkapitalisierung 491,49 Mrd. EUR
Ø Kursziel 2.095,94 EUR
ISIN: NL0010273215 WKN: A1J4U4

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