ASML: Micron-Boom treibt 3,57 Prozent
Starke Micron-Zahlen beflügeln ASML-Aktie. Der Chipausrüster profitiert von KI-Boom und vollen Auftragsbüchern für 2026.

Kurz zusammengefasst
- Kursplus von 3,57 Prozent
- Auftragsbücher für 2026 ausverkauft
- Analysten heben Kursziele an
- Exportrisiken durch Pax-Silica-Allianz
Die Korrektur war nur von kurzer Dauer. Nach Gewinnmitnahmen in der Vorwoche greifen Investoren bei Europas wertvollstem Tech-Konzern wieder zu. Der Grund: explosive Zahlen von Micron. Der US-Speicherchip-Hersteller übertraf die Erwartungen und zieht die gesamte Ausrüsterbranche mit nach oben.
Microns Cloud-Sparte verzeichnete ein Umsatzplus von 307 Prozent auf 13,77 Milliarden US-Dollar. Massive KI-Workloads treiben die Nachfrage nach Speicherlösungen. Das befeuert Aktien von Ausrüstern wie ASML. Der niederländische Konzern hält ein Quasi-Monopol bei extremen Ultraviolett-Lithografie-Systemen (EUV). Diese Maschinen sind für die moderne KI-Prozessorfertigung unverzichtbar.
Die ASML-Papiere klettern am Montag um 3,57 Prozent auf 1.638,40 Euro. Damit rückt das erst kürzlich markierte Allzeithoch von 1.710 Euro wieder in greifbare Nähe. Seit Jahresbeginn verbucht die Aktie einen Wertzuwachs von rund 66 Prozent.
Volle Auftragsbücher für 2026
Das Management blickt optimistisch auf das laufende Jahr. Für 2026 rechnet ASML mit einem Gesamtumsatz von bis zu 40 Milliarden Euro. Die Bruttomarge soll bei maximal 53 Prozent liegen.
Dafür plant der Konzern die Auslieferung von mehr als 60 EUV-Systemen. Im kommenden Jahr sollen es mindestens 80 Anlagen werden. Über die Hälfte der diesjährigen Lieferungen geht direkt in die Speicherchip-Produktion. Die Kapazitäten für 2026 sind bei vielen Kunden bereits ausverkauft.
Geopolitische Risiken bleiben bestehen
Ein diplomatischer Vorstoß der niederländischen Regierung linderte zuletzt die Sorgen der Investoren. US-Behörden hatten zuvor behauptet, eine moderne EUV-Maschine sei unter Verletzung von Exportkontrollen nach China gelangt. ASML wies dies entschieden zurück.
Allerdings drohen strengere multilaterale Exportkontrollen. Die Niederlande traten im Juni der US-geführten Pax-Silica-Allianz bei. Das betrifft vor allem ältere DUV-Anlagen. Diese machen immerhin rund 20 Prozent des prognostizierten Jahresumsatzes aus.
Analysten blicken auf den 15. Juli
Experten zeigen sich im Vorfeld der nächsten Quartalszahlen äußerst zuversichtlich. Die Bank of America hob das Kursziel auf 2.345 US-Dollar an. Wells Fargo zog kurz darauf mit einem Ziel von 2.200 US-Dollar nach. Beide Banken raten zum Kauf.
Auch institutionelle Investoren stocken auf. Im ersten Quartal stieg die Zahl der investierten Hedgefonds von 101 auf 133. Das signalisiert wachsende Überzeugung vor der anstehenden Berichtssaison.
Am 15. Juli öffnet ASML die Bücher für das zweite Quartal. Neben den reinen Umsatzzahlen rückt ein Detail in den Fokus der Märkte. Investoren warten auf konkrete Aussagen zu den Auftragstrends aus China unter den neuen Exportbedingungen. Diese Daten liefern den nächsten harten Indikator für die globale Chip-Nachfrage.
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