ASML: Q2-Zahlen am 15. Juli
ASML-Aktie erholt sich nach Meta-ausgelöstem Kurseinbruch. Institutionelle Investoren stocken auf, Quartalszahlen am 15. Juli im Fokus.

Kurz zusammengefasst
- Kurserholung nach zwischenzeitlichem Einbruch
- Institutionelle Anleger bauen Positionen aus
- China-Geschäft bleibt politisch heikel
- Quartalszahlen am 15. Juli erwartet
Ein Kurssturz von über sieben Prozent, dann die Kehrtwende: ASML zeigt diese Woche, wie nervös der Markt auf einzelne Nachrichten aus der KI-Branche reagiert. Am Freitag schoss die Aktie um 4,98 Prozent nach oben und schloss bei 1.628,00 Euro. Auf Wochensicht bleibt unterm Strich ein Plus von 2,91 Prozent.
Der Auslöser der Turbulenzen
Am 1. Juli brachen ASML und andere Hersteller von Chip-Fertigungsanlagen zeitweise um mehr als sieben Prozent ein. Grund waren Berichte, wonach Meta seine eigene Cloud-Infrastruktur massiv ausbaut. Der Markt befürchtete kurzzeitig, die Nachfrage nach KI-Hardware von Drittanbietern könnte ein Plateau erreichen.
Die Sorge hielt nicht lange an. Am Freitag drehte die Stimmung, angetrieben von starken Zahlen der südkoreanischen Speicherchip-Riesen Samsung Electronics und SK Hynix. Institutionelle Investoren nutzten den Kursrutscher zur Mitte der Woche gezielt zum Einstieg. Der Technologie-Index STOXX 600 kletterte in der Folge auf ein Rekordniveau.
Institutionen bauen Positionen aus
Die Erholung fügt sich in ein größeres Bild. Im Juni war die ASML-Aktie bereits um rund 24,3 Prozent gestiegen, getragen von höheren Investitionsplänen der Branche. Speicherhersteller Micron hob sein Ausgabenziel auf 27 Milliarden Dollar an, südkoreanische Konkurrenten kündigten Investitionen von insgesamt 520 Milliarden Dollar an.
Auch bei institutionellen Anlegern wächst das Vertrauen. Die Consolidated Portfolio Review Corp erhöhte ihre ASML-Position im ersten Quartal 2026 um 48,9 Prozent. Fisher Asset Management und Capital International zählen weiterhin zu den größten Aktionären – ein Signal dafür, dass große Investoren an ASMLs Vormachtstellung in der Lithografie-Technik festhalten.
China bleibt ein heikles Thema
Am 4. Juli gab es neue Entwicklungen zum China-Geschäft. ASML dementierte offiziell, seine modernsten EUV-Systeme nach China zu liefern. Bestätigt wurde aber, dass Firmenvertreter Teil einer Delegation sind, die in Kürze Verhandlungen in China führt.
Der Hintergrund: Die USA drängen weiterhin darauf, den Verkauf fortschrittlicher Lithografie-Systeme nach China einzuschränken. Trotz dieser Beschränkungen bleibt die Region für ASMLs Servicegeschäft und die älteren DUV-Systeme wirtschaftlich relevant.
Blick auf die Quartalszahlen
Am 15. Juli legt ASML seine Zahlen zum zweiten Quartal vor. Analysten rechnen mit einem Gewinn je Aktie von etwa 7,98 Dollar – ein Plus von 75 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Charttechnisch zeigt sich die Aktie robust, aber nicht euphorisch. Der Kurs liegt noch 6,86 Prozent unter seinem Rekordhoch von 1.748,00 Euro vom 30. Juni, gleichzeitig aber 12,86 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 1.442,48 Euro. Der RSI von 54,6 signalisiert: Weder überkauft noch überverkauft, die Aktie startet neutral in die neue Handelswoche. Der Termin am 15. Juli dürfte zeigen, ob die Rally auf soliden Zahlen fußt oder ob die China-Frage neue Unsicherheit bringt.
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