ASML: Source Foundry erhält 500 Millionen Dollar
Source Foundry erhält 500 Millionen Dollar von Investoren und fordert ASML mit eigener Lithografietechnik heraus. Die Aktie reagiert robust, während die Bewertungsdebatte neu entflammt.

Kurz zusammengefasst
- 500 Millionen Dollar für Source Foundry
- ASML-Aktie zeigt sich robust
- Bewertungsdebatte um ASML neu entfacht
- Halbleitersektor unter Verkaufsdruck
Ein junges US-Startup greift nach einem Geschäftsfeld, das bislang fast ausschließlich ASML gehört: der Lithografietechnik für die Chipfertigung. Der Investmentfonds Situational Awareness von Leopold Aschenbrenner hat 400 Millionen Dollar in den Chip-Startup Source Foundry gesteckt, wie die Business Times berichtete. Zusammen mit weiteren Geldgebern, darunter Sequoia Capital, kommt das Unternehmen damit auf eine Gesamtfinanzierung von 500 Millionen Dollar.
Bemerkenswert ist der Zeitpunkt der Wette: Der Fonds von Situational Awareness stand laut Bericht Ende Juli selbst kurz vor dem Kollaps und musste eigene Beteiligungen mit einem Abschlag von 10 Prozent an den Investor Citadel verkaufen, bevor das Kapital für den Einstieg bei Source Foundry zusammenkam. Sequoia begründete das Engagement mit der These einer „Chip-Wand“ – Software entwickle sich exponentiell, die verfügbare Hardware-Leistung dagegen nur linear. Genau diese Lücke soll Source Foundry mit eigener Lithografietechnik schließen.
Bewertung bleibt Streitpunkt
Die Aktie reagierte auf die Nachricht robust. Am Freitag schloss das Papier in Amsterdam bei 1.508,20 Euro, ein Plus von 1,45 Prozent. Damit notiert der Titel weiterhin rund 13,72 Prozent unter seinem bisherigen 52-Wochen-Hoch – ein Abstand, der zeigt, dass die Rally der vergangenen Monate zuletzt etwas an Kraft verloren hat.
Parallel dazu ist die Debatte um die Bewertung neu entflammt. Die an der Nasdaq gehandelte ASML-ADR notierte zuletzt bei 1.740,99 Dollar, bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 54,1. Das liegt spürbar über dem als fair eingeschätzten Wert von 41,8 und auch über dem Durchschnitt der US-Halbleiterbranche. Ein Discounted-Cashflow-Modell beziffert den fairen Wert der Aktie sogar nur auf 1.117,35 Dollar – nach dieser Rechnung liegt der aktuelle Kurs damit 56 Prozent über dem ermittelten fairen Wert. Für Anleger heißt das: Ein Teil der Kursfantasie ist bereits eingepreist, weiteres Aufwärtspotenzial müsste aus tatsächlichem Gewinnwachstum kommen, nicht aus einer weiteren Bewertungsausdehnung.
Halbleitersektor unter Druck
Der Gegenwind kommt nicht nur von Newcomern. Der gesamte Sektor steht unter Verkaufsdruck: Der VanEck Semiconductor ETF verlor in der vergangenen Woche 4 Prozent, angeführt von Abgaben bei Taiwan Semiconductor. Der Analyst Ed Clissold von Ned Davis Research sieht darin allerdings keinen größeren Trendwechsel und hält eine Rezession für unwahrscheinlich – eine Einschätzung, die zumindest kurzfristig gegen eine Verkaufspanik im Sektor spricht.
Zusätzlichen Diskussionsstoff liefert ein Bericht des Marktforschungsunternehmens Gartner: Bis 2030 soll mehr als die Hälfte der in China eingesetzten KI-Beschleuniger aus heimischer Produktion stammen. Aktuell nutzen 54 Prozent der chinesischen Unternehmen einheimische Modelle für KI-Agenten, die Adoptionsrate soll von 5 Prozent im Jahr 2025 auf 50 Prozent bis 2027 steigen. Für Ausrüster der Halbleiterindustrie ist das eine Entwicklung mit zwei Gesichtern: Chinas wachsender Appetit auf eigene KI-Infrastruktur schafft grundsätzlich Nachfrage nach Fertigungsanlagen, zugleich treibt Peking den Aufbau unabhängiger heimischer Lieferketten voran.
Für ASML-Anleger verdichten sich damit mehrere Fragezeichen zugleich: ein neuer, wenn auch noch kleiner Wettbewerber im Kerngeschäft, eine ambitionierte Bewertung, die kaum Spielraum für Enttäuschungen lässt, und ein Halbleitersektor, der nach Monaten starker Kursgewinne insgesamt Federn lässt. Die Marktkapitalisierung von rund 575,77 Milliarden Euro bleibt zwar ein Ausweis der Marktmacht des niederländischen Lithografie-Spezialisten – sie schützt aber nicht davor, dass jede neue Finanzierungsrunde eines Herausforderers genau beobachtet wird.
ASML Holding-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue ASML Holding-Analyse vom 9. August liefert die Antwort:
Die neusten ASML Holding-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für ASML Holding-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 9. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
ASML Holding: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...