ASML: Terafab rückt in den Fokus

Nach einem deutlichen Kursverlust lobt Elon Musk ASML als Europas wichtigstes Unternehmen. Sein Auftritt auf der Hauskonferenz könnte neue Impulse liefern.

Andreas Sommer ·
Asml Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Musk bezeichnet Asml als Europas Vorzeigeunternehmen
  • Auftritt auf ASML-Konferenz für Mitarbeiter geplant
  • Terafab-Projekt treibt Nachfrage nach Lithografiesystemen
  • Exportkontrollen bleiben ein Risikofaktor

Elon Musk nennt ASML das „wohl größte Unternehmen Europas“ — und das ausgerechnet nach dem schärfsten Tagesrückgang der Aktie seit Wochen. Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Musk tritt kommende Woche auf der internen Technologiekonferenz des Unternehmens auf. Was er dort sagt, könnte die Stimmung drehen.

Terafab: Warum Musk für ASML relevant ist

Am Freitag verlor die ASML-Aktie 5,75 Prozent auf 1.429,40 Euro. Auslöser war ein sektorweiter Ausverkauf nach schwacher Guidance von Broadcom. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von fast 45 Prozent zu Buche.

Am Samstag schrieb Musk auf X: „ASML sollte geschätzt und unterstützt werden. Es ist wohl das größte Unternehmen Europas.“ Die Aussage fiel kurz vor seinem Auftritt auf der ASML-Jahreskonferenz am 11. und 12. Juni. Die Veranstaltung ist nur für Mitarbeiter und Partner zugänglich.

Musk präsentiert dort das Terafab-Projekt. Terafab ist ein vertikal integriertes Halbleitervorhaben, das Tesla, SpaceX und xAI gemeinsam im März 2026 angekündigt haben. Ziel ist die Produktion von Logikchips, Speicher und fortschrittlichem Packaging unter einem Dach in Texas. Intel stieg im April ein und bringt seine 14A-Prozesstechnologie mit. SpaceX hat inzwischen eine Fabrik im texanischen Grimes County beantragt — mit einem Investitionsvolumen von bis zu 119 Milliarden Dollar.

Warum das direkt auf ASML einzahlt

ASML ist der einzige Anbieter von EUV-Lithografiesystemen weltweit. Jede neue Chipfabrik auf dem neuesten Stand der Technik braucht diese Maschinen. Terafab ist da keine Ausnahme.

CEO Christophe Fouquet hat Musk bereits persönlich getroffen und das Projekt als „ernsthaftes Vorhaben“ eingestuft. Er erwartet, dass Projekte wie Terafab den Kapazitätsdruck auf Ausrüstungshersteller in den kommenden Jahren deutlich erhöhen werden. Fouquet zufolge sollen die ersten Logikchips, die mit ASMLs High-NA-EUV-Systemen produziert werden, noch in diesem Jahr erscheinen. Eine Bestätigung auf der Konferenz wäre ein technischer Meilenstein für die gesamte Branche.

Geopolitik und Jahresziele als Rahmenbedingung

Neben Terafab bewegt ASML ein zweites Thema: Exportkontrollen. Fouquet hat sich gegen den US-amerikanischen MATCH Act ausgesprochen, der den Verkauf und Service von DUV-Lithografiesystemen an chinesische Kunden verbieten würde. Seine Argumentation: Die betroffenen Immersionssysteme basieren auf Technologie aus dem Jahr 2015. Weitere Beschränkungen würden Chinas eigene Entwicklung nur beschleunigen.

Auf europäischer Ebene begrüßte Fouquet das Technologiepaket der EU-Kommission zur Stärkung digitaler Souveränität. Allerdings warnte er vor bürokratischer Überregulierung und einer zu starken Einmischung der Kommission in die Steuerung strategischer Projekte. „Wir müssen das Risiko von Überregulierung vermeiden und auf private Expertise setzen“, sagte er.

Die fundamentale Basis bleibt solide. Im ersten Quartal 2026 erzielte ASML 8,8 Milliarden Euro Umsatz und 2,8 Milliarden Euro Nettogewinn. Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen Erlöse zwischen 36 und 40 Milliarden Euro bei einer Bruttomarge von 51 bis 53 Prozent. Mehrere Analysten haben ihre Kursziele zuletzt angehoben und verweisen auf ASMLs Marktstellung und Auftragssichtbarkeit bis 2028.

Die Konferenz am 11. und 12. Juni wird zeigen, ob Musk konkrete Lieferzusagen für ASML-Ausrüstung macht. Parallel bleibt der MATCH Act ein offenes Risiko — jede legislative Bewegung in Washington könnte die Aktie kurzfristig belasten.

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Asml Aktie

1.436,60 EUR

– 78,40 EUR -5,17 %
KGV 56,50
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,39 %
Marktkapitalisierung 563,56 Mrd. EUR
ISIN: NL0010273215 WKN: A1J4U4

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