ASML: Umsatzprognose 2026 um 16 Prozent erhöht

ASML korrigiert Umsatzerwartung für 2026 auf bis zu 45 Milliarden Euro nach oben. KI-Nachfrage und High-NA-EUV-Durchbruch treiben das Wachstum.

Eduard Altmann ·
Asml Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Umsatzprognose auf 43-45 Milliarden Euro erhöht
  • Intel startet Serienfertigung mit High-NA-EUV
  • Fertigungskapazität soll bis 2027 um 30 Prozent steigen
  • China-Umsatz wächst trotz Exportbeschränkungen

ASML hat seine Wachstumsprognose für 2026 kräftig angehoben. Der Grund: Kunden wie TSMC, Samsung und Intel bestellen Lithografie-Anlagen für die KI-Chipfertigung in einem Tempo, das selbst das Management überrascht.

Die Aktie schloss den Handelstag am Freitag bei 1.545,60 Euro, ein Minus von 2,31 Prozent. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von 67,73 Prozent zu Buche. Der niederländische Lithografie-Spezialist bleibt damit einer der stärksten Werte im Technologiesektor.

Umsatzausblick springt um 16 Prozent

Nach den Zahlen zum zweiten Quartal hat ASML seine Umsatzprognose für 2026 deutlich nach oben korrigiert. Statt der bisherigen Spanne von 36 bis 40 Milliarden Euro erwartet der Konzern nun 43 bis 45 Milliarden Euro. Das entspricht einer Anhebung des Mittelwerts um rund 16 Prozent.

Das Management begründet den Sprung mit einer „extrem starken“ Nachfrage nach Lithografie-Systemen für KI-Infrastruktur. Im zweiten Quartal erzielte ASML einen Nettoumsatz von 9,3 Milliarden Euro und übertraf damit die Analystenerwartung von etwa 8,8 Milliarden Euro klar. Der Nettogewinn lag bei 2,9 Milliarden Euro, die Bruttomarge erreichte 54 Prozent und damit ebenfalls mehr als vom Unternehmen selbst prognostiziert.

Getragen wurde die hohe Marge vor allem vom Servicegeschäft. Upgrades und Wartung bestehender Anlagen im Feld liefen im Segment „Installed Base Management“ besonders profitabel.

Intel startet als erster Kunde mit High-NA-EUV

Ein zweiter wichtiger Baustein der jüngsten Entwicklung: Intel Foundry hat als erster Kunde die neue Generation der High-NA-EUV-Systeme in die Serienfertigung überführt. Die Technologie kommt bei bestimmten Schichten der „Panther Lake“-Prozessoren zum Einsatz, gebaut auf dem Intel-18A-Verfahren.

Dieser Schritt gilt als entscheidender Meilenstein für die Branche. Er beweist, dass die neuen Anlagen serienreif sind – und das bei einem Stückpreis von rund 400 Millionen Euro pro System. High-NA-EUV soll künftig für Chips unterhalb von 2 Nanometern unverzichtbar werden. ASMLs Monopolstellung im High-End-Segment der Lithografie festigt sich dadurch weiter.

Kapazität soll bis 2027 um 30 Prozent wachsen

Um der wachsenden Nachfrage großer Foundry-Kunden gerecht zu werden, plant ASML einen deutlichen Ausbau der Fertigungskapazität. Bis 2027 will der Konzern die Produktion von Low-NA-EUV-Anlagen um 30 Prozent steigern. Für 2028 prüft das Management eine weitere Kapazitätserweiterung in ähnlicher Größenordnung, um mit dem globalen Ausbau von Rechenzentren Schritt zu halten.

Für das dritte Quartal gibt sich ASML entsprechend zuversichtlich: Der Umsatz soll zwischen 11 und 12 Milliarden Euro liegen. Das würde den Erholungstrend der Branche nach der Übergangsphase des Vorjahres fortsetzen.

China-Geschäft wächst trotz Exportbeschränkungen

Bei allen geopolitischen Unsicherheiten rund um Exportrestriktionen nach China zeigt sich ein bemerkenswertes Detail: Der absolute Umsatz mit chinesischen Kunden steigt weiter. Sein Anteil am Gesamtumsatz sinkt lediglich, weil andere Regionen noch schneller wachsen.

Aktionäre dürfen sich zudem auf eine Dividende von 1,88 Euro je Aktie freuen, die für Ende Juli 2026 angekündigt ist. Nach dem Kursrückgang vom Freitag notiert die Aktie noch knapp über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 1.528,50 Euro – ein Hinweis darauf, dass der kurzfristige Trend trotz der Delle intakt bleibt.

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ASML Holding Aktie

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Sektor Technologie
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