AstraZeneca: Tezspire erreicht alle Endpunkte
AstraZeneca meldet Fortschritte bei Tezspire und Datroway, platziert Anleihen über 2,55 Milliarden Euro und erhält geteilte Analystenurteile.

Kurz zusammengefasst
- Tezspire überzeugt in Phase-III-Studie
- Datroway-Test bei Blasenkrebs gestartet
- Astrazeneca platziert 2,55 Milliarden Euro
- Goldman Sachs und Deutsche Bank uneins
Der britisch-schwedische Pharmakonzern AstraZeneca hat wichtige Fortschritte in seiner Medikamenten-Pipeline erzielt und sich gleichzeitig frisches Kapital am Rentenmarkt gesichert. Nach einer Phase mit Rückschlägen in der klinischen Entwicklung konnte das Unternehmen zuletzt wieder mit positiven Studiendaten überzeugen, was für neue Impulse in der strategischen Ausrichtung sorgt.
Erfolge bei Atemwegs- und Krebserkrankungen
Am Donnerstag verkündete AstraZeneca gemeinsam mit seinem Partner Amgen den Erfolg einer spätphasigen klinischen Untersuchung. Das Medikament Tezspire erreichte in der CROSSING-Studie der Phase III alle primären und wichtigen sekundären Endpunkte bei der Behandlung von eosinophiler Ösophagitis, einer chronischen Entzündung der Speiseröhre.
Laut Reuters zeigten die Ergebnisse statistisch signifikante und klinisch bedeutsame Verbesserungen, die über einen Beobachtungszeitraum von 52 Wochen stabil blieben.
Parallel dazu treibt der Konzern seine Onkologie-Sparte weiter voran. Am Mittwoch startete AstraZeneca zusammen mit Daiichi Sankyo die Tropion-Urothelial04-Studie der Phase 3. Dabei wird der Wirkstoff Datroway als unterstützende Therapie bei Patienten mit Blasenkrebs und hohem Rückfallrisiko getestet.
Diese Entwicklung folgt auf ein gemischtes Nachrichtenbild vom 17. August: Während Studien zu den Krebsmitteln Tagrisso und Enhertu ihre Ziele erreichten, wurde eine Untersuchung zur Kombination von Volrustomig bei Lungenkrebs eingestellt. Ein unabhängiges Gremium hatte geurteilt, dass die gesteckten Ziele bei der Überlebensrate voraussichtlich nicht erreicht werden können.
Finanzielle Stabilität durch Milliarden-Anleihen
Um die langfristige Finanzierung sicherzustellen, war AstraZeneca zudem am Kapitalmarkt aktiv. Das Unternehmen bepreiste am Dienstag über seine Tochtergesellschaft AstraZeneca Finance LLC vier Tranchen von Euro-Anleihen. Das Gesamtvolumen dieser Emission beläuft sich auf 2,55 Milliarden Euro.
Die Transaktion soll voraussichtlich am 1. September abgeschlossen werden. Diese Kapitalaufnahme unterstreicht die Handlungsfähigkeit des Konzerns in einem Umfeld, in dem strategische Investitionen in die Forschung und mögliche Übernahmen im Fokus bleiben.
Die operativen Neuigkeiten spiegeln sich in der aktuellen Bewertung wider. Die Aktie notiert heute bei 140,30 Euro. Damit bewegt sich das Papier stabil auf dem Niveau des jüngsten Wochenschlusskurses. Seit Jahresbeginn verzeichnet der Wert jedoch einen Rückgang von 11 %. Mit einem Abstand zum 52-Wochen-Hoch von -23 % liegt die Notierung weiterhin deutlich unter den Höchstständen vom Frühjahr.
Analysten zwischen Kaufempfehlung und Skepsis
In der Finanzwelt wird die Entwicklung des Pharmariesen unterschiedlich bewertet. Goldman Sachs hob am 19. August das Kursziel für die Aktie auf 16.300 Pence an und bestätigte die Einstufung auf „Buy“. Die Analysten begründeten ihren Optimismus mit guten Studiendaten zum Mittel Sone-Ve gegen Magenkrebs, die innerhalb der Branche auf Beachtung stießen.
Einen kontrastierenden Standpunkt nimmt die Deutsche Bank ein. Ebenfalls am 19. August hielten die dortigen Experten an ihrer Verkaufsempfehlung mit einem Kursziel von 11.500 Pence fest. Als Grund für die skeptische Haltung nannten sie aktuelle Daten zu den wöchentlichen Verschreibungszahlen, die hinter den Erwartungen zurückgeblieben seien.
Während die Forschungserfolge kurzfristig Zuversicht wecken, beobachten Marktteilnehmer die Entwicklung der Absatzmengen bei bereits zugelassenen Blockbustern genau. Zudem bleibt die personelle Kontinuität gewahrt: Finanzchefin Aradhana Sarin erhielt am 17. August Anteile aus einem aktienbasierten Vergütungsprogramm des Unternehmens.
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