Astroscale Aktie: Neues Jahrestief bei 5,40 Euro

Astroscale verzeichnet Umsatzplus von 50 Prozent, doch die Aktie fällt auf ein neues Jahrestief. Anleger sorgen sich um den hohen Cash-Verbrauch.

Dr. Robert Sasse ·
Astroscale Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Umsatz steigt auf 71,1 Millionen Dollar
  • Operativer Verlust deutlich reduziert
  • Frisches Kapital in Milliardenhöhe eingesammelt
  • Aktie verliert zwei Drittel an Wert

Astroscale schlägt hart auf dem Boden der Tatsachen auf. Während die Projekte im Orbit Form annehmen, stürzt die Aktie auf ein neues Jahrestief. Anleger strafen den Spezialisten für Satelliten-Wartung trotz verbesserter Finanzzahlen ab.

Die Einnahmen kletterten im Geschäftsjahr 2026 auf 71,1 Millionen Dollar — ein Plus von 50 Prozent. Parallel dazu senkte das Management den operativen Verlust deutlich auf 10 Milliarden Yen.

Zuvor lag dieser Wert noch bei fast 19 Milliarden Yen. Um das weitere Wachstum zu finanzieren, sicherte sich Astroscale frisches Kapital. Rund 30 Milliarden Yen flossen über Wandelanleihen und neue Beteiligungen in die Kasse. Mit diesen Mitteln baut der Konzern seine Standorte in Japan und Großbritannien aus.

Voller Terminkalender im Orbit

Das operative Geschäft läuft derweil mit hohem Tempo weiter. Astroscale bereitet aktuell eine Mission zur Betankung von Satelliten für die U.S. Space Force vor. In den nächsten zwei Jahren soll eine Demonstration zur Trümmerbeseitigung im All folgen.

Das Ziel ist fest definiert: CEO Nobu Okada will den Service im Orbit bis 2030 zum Standard machen. Ein wichtiger Meilenstein dafür ist der geplante Start des kommerziellen Dienstes „LEXI-P“ im Jahr 2028.

Vertrauen der Anleger schwindet

Die Aktie notiert aktuell bei 5,40 Euro. Seit dem Höchststand im Mai hat das Papier damit etwa zwei Drittel an Wert verloren. Der hohe Cash-Verbrauch lastet schwer auf dem Kurs.

Technische Indikatoren signalisieren zwar eine überverkaufte Lage. Allerdings notiert der Titel gut 40 Prozent unter seinem Durchschnitt der letzten 50 Tage. Anleger bewerten die Unsicherheit im Sektor derzeit höher als die technologischen Fortschritte.

Astroscale muss in den nächsten zwei Jahren beweisen, dass die Trümmerbeseitigung technisch reibungslos funktioniert. Dieser Test ist die Voraussetzung für den kommerziellen Durchbruch. Ohne diesen Erfolg rückt der hohe Kapitalbedarf für die 2028 geplanten Missionen in den Mittelpunkt künftiger Finanzierungsgespräche.

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