AT&T Aktie: SpaceX drückt Telekomsektor
SpaceX verhandelt laut Bericht über Zugang zu 80.000 Mobilfunkstandorten; AT&T und andere Telekomwerte gerieten unter Verkaufsdruck.

Kurz zusammengefasst
- AT&T zeitweise 5,6 Prozent im Minus
- SpaceX soll Zugang zu Standorten verhandeln
- Crown Castle gewinnt 11,6 Prozent
- AT&T hebt Jahresprognose nach Quartalszahlen an
Ein Bericht über Elon Musks Mobilfunkpläne hat die US-Telekomwerte am Freitag unter Druck gesetzt. AT&T traf es besonders hart: Die Aktie fiel zeitweise um 5,6 Prozent und erreichte den tiefsten Stand seit mehr als drei Monaten. Zuletzt notierte sie bei rund 21,40 Dollar.
Achtzigtausend Funkstandorte im Visier
Auslöser war ein Bericht vom Donnerstagabend. SpaceX soll demnach über den Zugang zu mindestens 80.000 Mobilfunkstandorten verhandeln, um von Grund auf einen vierten landesweiten Netzbetreiber aufzubauen. Das entspräche etwa der Hälfte aller speziell errichteten Funktürme in den USA. Bestätigt haben weder SpaceX noch die Turmbetreiber die Gespräche.
Verizon gab bis zu 1,6 Prozent nach, T-Mobile verlor rund 5 Prozent. Die Deutsche Telekom, die mehr als die Hälfte an T-Mobile hält, büßte in Frankfurt 3,2 Prozent ein.
Die Turmbetreiber profitierten dagegen. Crown Castle sprang um 11,6 Prozent nach oben, weil das Unternehmen als Gesprächspartner genannt wurde. American Tower und SBA Communications legten ebenfalls zu.
Gute Zahlen verpuffen
Dabei hatte AT&T zuvor geliefert. Die Quartalszahlen übertrafen die Erwartungen, der Konzern hob zudem seine Jahresprognose an. Die Stimmung im Sektor hellte das nicht auf. Marktteilnehmer sehen darin die Sorge vor langsamerem Branchenwachstum, die nun durch den neuen Wettbewerber verstärkt wird.
Der Bericht kommt nicht aus dem Nichts. Vor wenigen Wochen hatte SpaceX Low-Band-Frequenzen erworben, um seine Carrier-Pläne voranzutreiben. AT&T und Verizon erlebten damals ihre schwächsten Handelstage seit mehr als zwanzig Jahren.
Wettbewerb noch Jahre entfernt
Die Analysten von Bernstein relativieren die unmittelbare Gefahr. Die Auswirkungen auf den Wettbewerb könnten noch Jahre entfernt sein, die bloße Erwartung dürfte aber als Belastung auf der Sektorstimmung liegen. Ein MVNO-Abkommen mit SpaceX, also die Nutzung fremder Netze, dürfte für die etablierten Anbieter wenig attraktiv sein. Eine gemeinsame Ablehnung hat die Stimmung laut Bernstein bislang nicht gestützt.
Starlink verdient bisher vor allem in dünn besiedelten, ländlichen Regionen Geld. Zum echten Rivalen der großen Netzbetreiber würde SpaceX nur mit jahrelanger Aufbauarbeit und einem eigenen terrestrischen Netz.
Als nächster Termin steht am Montag der Quartalsbericht von Verizon an. Er liefert die erste Branchenreaktion auf die jüngsten Wettbewerbssorgen und könnte die Richtung für AT&T mitbestimmen.
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