Aurora Cannabis Aktie: Organigram legt 93 % Aufschlag hin
Aurora-Aktionäre können zwischen Geld, Organigram-Papieren und einer Kombination wählen; der Vollzug benötigt weitere Zustimmungen.

Kurz zusammengefasst
- Angebot bewertet Aurora-Aktie mit 7,80 CAD
- Aurora-Aktie legt am Meldungstag 18 Prozent zu
- Vorstände beider Unternehmen stimmen einstimmig zu
- Abschluss hängt von Aktionären und Behörden ab
Organigram hat heute die Übernahme von Aurora Cannabis vereinbart. Das Angebot bewertet jede Aurora-Aktie mit 7,80 kanadischen Dollar und das Eigenkapital auf voll verwässerter Basis mit rund 561 Millionen kanadischen Dollar. Die Börse reagiert deutlich: Die Aurora-Aktie gewinnt heute 18%.
Die Vereinbarung eröffnet Aurora-Aktionären mehrere Möglichkeiten: Sie können Bargeld, Organigram-Aktien oder eine Kombination wählen. Allerdings gelten Zuteilungsregeln. Die gewünschte Zahlungsform ist deshalb nicht automatisch in voller Höhe gesichert. Beide Unternehmensvorstände haben der Transaktion einstimmig zugestimmt.
Wahlrecht mit begrenzter Zuteilung
Je Aurora-Aktie stehen entweder 7,80 kanadische Dollar in bar oder 5,8626 Organigram-Aktien zur Wahl. Als gemischte Gegenleistung sind 3,75 kanadische Dollar zuzüglich eines Aktienanteils vorgesehen.
Dieser Aktienanteil ist vertraglich festgelegt. Die reine Bar- und die reine Aktienwahl unterliegen einer anteiligen Zuteilung. Damit sollten Anleger zwischen ihrem Wahlrecht und der tatsächlich zugeteilten Gegenleistung unterscheiden. Wer Organigram-Aktien erhält, bleibt über diese Beteiligung am kombinierten Unternehmen beteiligt.
Bei der gemischten Variante umfasst der Aktienanteil 3,0431 Organigram-Aktien je Aurora-Aktie. Insgesamt sollen die bisherigen Aurora-Aktionäre nach Abschluss rund 35% des wirtschaftlichen Eigentums und 42% der Stimmrechte halten.
Das Angebot stellt sich damit nicht ausschließlich als Barausstieg dar. Für Aktionäre ist auch entscheidend, ob sie ihre Beteiligung beenden oder die weitere Entwicklung des zusammengeschlossenen Unternehmens mittragen wollen.
Höhere Offerte und zugesagte Finanzierung
Nach Angaben der Unternehmen liegt das Angebot 93% über Auroras unbeeinflusstem Schlusskurs vom 10. August. Gegenüber dem impliziten Wert des Curaleaf-Angebots von gestern beträgt der Aufschlag 21%.
Organigram setzt damit einen neuen Bezugspunkt im Übernahmewettbewerb. Für Aurora-Anleger stehen jetzt die vereinbarten Konditionen und die Voraussetzungen für den Abschluss im Mittelpunkt. Die Zustimmung der Vorstände ersetzt dabei nicht die noch erforderlichen Entscheidungen der Aktionäre und Genehmigungsstellen.
Zur Finanzierung gehört eine BAT-Privatplatzierung über 100 Millionen Pfund. Daneben hat ATB Kreditfazilitäten von bis zu 210 Millionen kanadischen Dollar zugesagt. Die Unternehmen erwarten Synergien von mehr als 50 Millionen kanadischen Dollar.
Diese Einsparungen sind eine Erwartung und noch kein realisierter Ergebnisbeitrag. Das kombinierte Unternehmen soll zudem fünf EU-GMP-zertifizierte Produktions- und Vertriebsstätten betreiben. Die geplanten Synergien bilden damit einen wesentlichen Teil der wirtschaftlichen Begründung des Zusammenschlusses.
Abschluss bleibt an Zustimmungen gebunden
Die Aktionärsversammlungen werden im Dezember 2026 erwartet. Den Abschluss streben die Unternehmen im Januar 2027 an. Auf Aurora-Seite müssen mindestens zwei Drittel der abgegebenen Stimmen zustimmen.
Zusätzlich bleiben gerichtliche und behördliche Genehmigungen erforderlich. Der angekündigte Übernahmewert ist daher nicht mit einer bereits gesicherten Auszahlung gleichzusetzen. Für Aurora-Aktionäre liegt die zentrale Entscheidung in der Wahl der Gegenleistung und der Bewertung des verbleibenden Vollzugsrisikos. Organigram hat eine konkrete Alternative vereinbart; abgeschlossen ist die Transaktion noch nicht.
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