Axa Aktie: Höhere Ziele, verhaltenes Echo
Axa hebt die mittelfristigen Gewinnziele an und setzt auf KI-Einsparungen, doch Anleger reagieren zunächst zurückhaltend auf die Strategie.

Kurz zusammengefasst
- Gewinnwachstum bis 2029 angehoben
- Mehr als zehn Milliarden Euro geplant
- KI soll Kosten deutlich senken
- Gericht entscheidet gegen Axa
Ein Konzernchef, der mehr Gewinn verspricht, sollte eigentlich für gute Laune an der Börse sorgen. Bei Axa blieb die Reaktion verhalten. Der Kurs gab am Dienstag leicht nach, obwohl Vorstandschef Thomas Buberl vor Investoren in Paris ambitioniertere Ziele als bisher verkündete.
Mehr Gewinn, mehr Dividende, keine Zukäufe
Der bereinigte Gewinn je Aktie soll zwischen 2026 und 2029 im Jahresschnitt um sieben bis neun Prozent wachsen – ein Prozentpunkt mehr als im bisherigen Plan.
Für das laufende Jahr peilt Buberl einen bereinigten Überschuss von rund 8,6 Milliarden Euro an, bis 2029 sollen es mehr als zehn Milliarden Euro werden. Die Eigenkapitalrendite soll in den Jahren 2027 bis 2029 im Schnitt 15 bis 17 Prozent erreichen, ebenfalls einen Punkt höher als zuvor angepeilt.
Wichtiger als Übernahmen sind dem Management dabei organisches Wachstum, Dividenden und Aktienrückkäufe. Drei Viertel des Gewinns sollen weiterhin in diese beiden Kanäle fließen. Das Geschäft mit Sparprodukten und Altersvorsorge soll ausgebaut werden, ergänzt um mehr Direktvertrieb sowie erschwingliche Policen für einkommensschwächere Kunden in Europa und die wachsende Mittelschicht in Schwellenländern.
Künstliche Intelligenz als Kostenhebel
Ein zentraler Baustein der neuen Strategie ist der breite Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Bis 2029 soll die Technologie finanzielle Vorteile von 500 bis 700 Millionen Euro bringen, vor allem durch niedrigere Verwaltungs- und Vertriebskosten. Die Rechnung dahinter ist simpel: Wer die Kostenquote senkt, verschafft sich Spielraum für höhere Margen, ohne stärker beim Umsatz wachsen zu müssen.
Bankenanalyst Farooq Hanif von JPMorgan zeigte sich von den neuen Zielen kaum überrascht. Das höhere Gewinnwachstum habe er bereits erwartet, schrieb er – bemerkenswert sei eher, dass Axa nun stärker auf Geschäftswachstum setze, besonders in der Lebensversicherung.
Parallel zur Strategie-Präsentation sorgte ein britisches Berufungsgericht für Nebengeräusche: Im Streit um historische Falschberatungsfälle bei Zahlungsschutzversicherungen entschied das Gericht gegen Axa und zugunsten der Santander-Gruppe.
Der Großteil der Entschädigungsansprüche, die Axa gegenüber Santander geltend gemacht hatte, wurde damit hinfällig. Für die kurzfristige Kursreaktion dürfte dieser Nebenschauplatz aber kaum den Ausschlag gegeben haben – die zurückhaltende Reaktion der Anleger auf die neuen Mittelfristziele war schon vor dem Urteil erkennbar.
Die Aktie notierte am Dienstagmittag in Paris bei 43,61 Euro, leicht im Minus. Ob sich die höheren Ziele mittelfristig in einer Neubewertung niederschlagen, dürfte sich erst in den kommenden Quartalen zeigen, wenn erste Fortschritte bei den KI-Einsparungen sichtbar werden.
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