Bajaj Mobility: Umsatz springt 65 Prozent auf 701 Millionen
Bajaj Mobility stabilisiert sich mit 550 Millionen Euro Refinanzierung, sinkenden Kosten und positivem EBIT im zweiten Quartal 2026.

Kurz zusammengefasst
- 550 Millionen Euro über fünf Jahre
- Kosten im Halbjahr um 66 Millionen gesenkt
- Zweites Quartal mit positivem EBIT
- Motorradabsatz nahezu verdoppelt
Nach einer Phase massiver Unsicherheit hat die finanzielle Neuausrichtung der Bajaj Mobility AG ein tragfähiges Fundament erhalten. Durch eine umfassende Refinanzierung und strikte Kostensenkungen ist es dem Unternehmen gelungen, die existenzbedrohende Krise hinter sich zu lassen.
Maßgeblichen Anteil an dieser Stabilisierung hat das finanzielle Engagement der indischen Muttergesellschaft, die mit einer langfristigen Kreditlinie den operativen Spielraum der Gruppe sichert.
Finanzielle Stabilität durch Millionen-Refinanzierung
Den Berichten zufolge wurde eine Refinanzierung in Höhe von 550 Millionen Euro über eine Laufzeit von fünf Jahren gesichert. Diese Kapitalspritze dient als Rückgrat für die Sanierung der Marken KTM, Husqvarna und GASGAS. Parallel dazu griff ein hartes Effizienzprogramm: Die Kosten wurden im ersten Halbjahr um 66 Millionen Euro gesenkt, was wesentlich dazu beitrug, den Konzern zurück in die Gewinnzone zu führen.
Besonders deutlich wird der Erfolg am operativen Ergebnis des zweiten Quartals. Während im Vorjahr noch hohe Verluste das Bild prägten, erzielte das Unternehmen nun ein positives EBIT von 1,3 Millionen Euro. Ein zentraler Baustein dieser Erholung war die Reduzierung der Lagerbestände auf rund 10.000 Einheiten, womit der massive Verkaufsdruck der vergangenen Monate nachließ.
Operativer Aufschwung bei den Absatzzahlen
Die Marktposition hat sich im Vergleich zum Vorjahr drastisch verbessert. In der ersten Jahreshälfte 2026 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 701,4 Millionen Euro, was einer Steigerung von 65 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.
Getrieben wurde dieses Wachstum durch einen massiven Anstieg der Verkaufszahlen. Insgesamt wurden 89.004 Motorräder der Konzernmarken abgesetzt, womit sich das Volumen im Vergleich zu den 46.382 Einheiten aus dem Jahr 2025 beinahe verdoppelt hat.
Trotz dieser positiven Dynamik verlief das Jahr nicht ohne Hürden. Am 23. Juni erlitt der Konzernverbund einen Ransomware-Angriff, der Teile der Produktion und der Lieferkette zeitweise beeinträchtigte. Durch sofort eingeleitete Gegenmaßnahmen konnten die langfristigen Schäden jedoch begrenzt werden, sodass die Erholung des Kerngeschäfts im Sommer fortgesetzt werden konnte.
Vertrauen der Anleger kehrt zurück
Die Börse reagiert mit deutlichem Optimismus auf die erfolgreiche Sanierung. Aktuell notiert das Papier bei 34,00 Euro und verzeichnet allein am heutigen Handelstag ein Plus von 3,5 Prozent. Damit setzt die Aktie ihren langfristigen Erholungstrend fort, der sich in einer Wertsteigerung von 126 Prozent seit Jahresbeginn widerspiegelt.
Trotz der rasanten Rallye besteht weiterhin Spielraum nach oben. Bis zum 52-Wochen-Hoch von 39,30 Euro, das Mitte August erreicht wurde, trennt den Kurs derzeit noch ein Abstand von 13 Prozent. Die Kombination aus der indischen Refinanzierung und der operativen Trendwende scheint das Vertrauen der Investoren nachhaltig gestärkt zu haben, während sich das Unternehmen zunehmend von den Altlasten der Restrukturierungsphase befreit.
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