Banca Monte Dei Paschi Siena Aktie: 13,3-Prozent-Anteil im Fokus

MPS-Verwaltungsrat weist Kritik von Minderheitsvertretern zurück. CEO Lovaglio prüft Verkauf der Generali-Beteiligung als Abwehr gegen Intesa-Übernahme.

Andreas Sommer ·
Banca Monte Dei Paschi Siena Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Verwaltungsrat weist Governance-Kritik zurück
  • CEO prüft Verkauf der Generali-Anteile
  • Intesa-CEO schließt Angebotserhöhung aus
  • Entscheidende Aufsichtsratssitzung am 6. August

Die Führung von Banca Monte dei Paschi di Siena (MPS) steht unter erheblichem Druck. Der Verwaltungsratsvorsitzende Cesare Bisoni hat formelle Einwände von vier Minderheitsvertretern im Gremium zurückgewiesen. Die Direktoren Paolo Boccardelli, Antonella Centra, Paola De Martini und Nicola Maione hatten zuvor in einem Schreiben Bedenken hinsichtlich der Governance und der strategischen Ausrichtung des Instituts geäußert. Bisoni betonte in seiner Reaktion, dass keinerlei Unregelmäßigkeiten in der Tätigkeit des Verwaltungsrats oder des Top-Managements vorlägen.

Im Zentrum der internen Auseinandersetzung steht die Strategie von CEO Luigi Lovaglio. Bisoni stellte klar, dass Lovaglio in vollem Umfang im Rahmen des ihm erteilten Mandats handele, insbesondere bei der Bewertung außerordentlicher Transaktionen. Die italienische Marktaufsicht Consob beobachtet die Entwicklungen in der Führungsebene der Bank derzeit genau, während das Institut versucht, seine Position in der sich konsolidierenden italienischen Bankenlandschaft zu festigen.

Strategische Optionen und die Generali-Beteiligung

Ein wesentlicher Streitpunkt bleibt der Umgang mit dem Übernahmeangebot der Intesa Sanpaolo und der geplanten Fusion mit Banco BPM. Um die Unabhängigkeit zu wahren oder eine bessere Verhandlungsposition zu erreichen, prüft CEO Lovaglio derzeit strategische Manöver. Eine Option, die Medienberichten zufolge in Betracht gezogen wird, ist der Verkauf der 13,3-prozentigen Beteiligung an der Versicherung Generali. Mit dem Erlös aus einer solchen Transaktion könnte eine Sonderdividende an die MPS-Aktionäre finanziert werden, um das Konkurrenzangebot von Intesa Sanpaolo weniger attraktiv erscheinen zu lassen.

Diese Überlegungen zur Generali-Beteiligung sind jedoch noch nicht abgeschlossen und unterliegen regulatorischen Hürden durch die Europäische Zentralbank (EZB), die Kartellbehörden und die Versicherungsaufsicht Ivass. Ein Verkauf dieser Größenordnung würde zudem voraussichtlich eine außerordentliche Hauptversammlung der Aktionäre erfordern. Die Aktionärsstruktur von MPS ist komplex: Die Holding Delfin hält 17,5 Prozent, gefolgt von Francesco Gaetano Caltagirone mit 10,2 Prozent und dem italienischen Finanzministerium mit 4,8 Prozent. Banco BPM ist mit 3,7 Prozent beteiligt.

Intesa Sanpaolo lehnt Erhöhung des Angebots ab

Parallel zu den internen Spannungen bei MPS hat die potenzielle Käuferin Intesa Sanpaolo gestern ihre Zahlen für das erste Halbjahr 2026 vorgelegt. Die Bank erzielte einen Rekord-Nettogewinn von 5,6 Milliarden Euro, was einer Steigerung von 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Allein im zweiten Quartal belief sich der Nettogewinn auf 2,8 Milliarden Euro und übertraf damit die Erwartungen der Analysten.

Trotz dieser starken Finanzlage schloss Intesa-CEO Carlo Messina gestern jede Erhöhung des Übernahmeangebots für MPS aus. Es gebe „null Wahrscheinlichkeit“ für eine Nachbesserung des Preises. Das aktuelle Angebot sieht den Tausch von 16 Intesa-Aktien plus 1 Euro Barzahlung für jeweils 10 MPS-Aktien vor, was die Transaktion insgesamt mit rund 30,6 Milliarden Euro bewertet. Die Aktionäre von Intesa Sanpaolo sollen am 10. September über das Vorhaben abstimmen, wobei ein Abschluss der Transaktion für das vierte Quartal 2026 erwartet wird.

Die Aktie von Monte dei Paschi notiert aktuell bei 11,47 € und liegt damit knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 11,91 €. Trotz der jüngsten Unsicherheiten in der Führungsebene verzeichnet das Papier seit Jahresanfang ein deutliches Plus von 25,47 %. Eine entscheidende Sitzung des MPS-Verwaltungsrats ist für den 6. August angesetzt, bei der weitere Details zur Abwehrstrategie und zum möglichen Umgang mit der Generali-Beteiligung besprochen werden könnten. Zudem läuft das Verfahren zur Kooptierung fehlender Verwaltungsratsmitglieder gemäß den Anforderungen der EZB weiter.

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Banca Monte Dei Paschi Siena Aktie

11,48 EUR

– 0,07 EUR -0,61 %
KGV 8,37
Sektor Finanzdienstleistungen
Div.-Rendite 7,42 %
Marktkapitalisierung 35,10 Mrd. EUR
ISIN: IT0005508921 WKN: A3DU7S

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