Bank of Japan erhöht Leitzins auf höchstes Niveau seit 1995

Japans Notenbank setzt den Leitzins auf 1,25 Prozent, doch der Yen gibt nach. Zwei Ratsmitglieder votieren gegen den Zinsschritt.

Felix Baarz ·

Kurz zusammengefasst

  • Leitzins erreicht 1,25 Prozent
  • Yen verliert trotz Zinsschritt
  • Zwei Ratsmitglieder stimmen dagegen
  • Japan hält große US-Anlagen

Die Bank of Japan hat ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 1,25 Prozent angehoben und markiert damit den höchsten Stand seit 1995. Eine Aufwertung der Landeswährung blieb dennoch aus. Der Yen verlor am Freitag an Boden, während der US-Dollar um 0,7 Prozent auf 157,13 Yen kletterte. Der Zinsschritt war an den Terminmärkten mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 99 Prozent fast vollständig eingepreist, und die Signale für die kommenden Monate fielen zurückhaltender aus als gedacht.

Uneinigkeit über den künftigen Kurs

Der Zinsentscheid fiel nicht einstimmig aus. Zwei Mitglieder des geldpolitischen Rates stimmten gegen die Erhöhung und sprachen sich für eine Pause aus. Beide Notenbanker waren von Premierministerin Sanae Takaichi ernannt worden, deren Regierung einen expansiven finanzpolitischen Kurs verfolgt.

Dieser Kurs prallt auf das Bestreben der Währungshüter, die Finanzierungsbedingungen zu straffen und Inflationsrisiken einzudämmen. Die Notenbank stellte zwar weitere Zinserhöhungen in Aussicht. Zugleich betonte sie aber, dass die finanziellen Rahmenbedingungen vorerst akkommodierend bleiben dürften. Die Devisenmärkte konzentrierten sich auf diesen vorsichtigen Tonfall.

Kapitalströme im weltweiten Anleihemarkt

Langfristig birgt die Zinswende in Tokio jedoch Sprengkraft für die internationalen Finanzmärkte. Japanische Anleger halten Auslandsinvestitionen im Volumen von rund 5 Billionen Dollar. Etwa die Hälfte davon, gut 2,5 Billionen Dollar, steckt in US-Aktien, Anleihen und anderen Wertpapieren.

Steigende Zinsen in der Heimat verändern das Renditegefüge. Zehnjährige japanische Staatsanleihen rentieren derzeit bei etwa 3 Prozent, was dem höchsten Niveau seit Mitte der 1990er-Jahre entspricht. In den USA liegt die Rendite zehnjähriger Staatspapiere allerdings weiterhin bei 5 Prozent.

Solange dieser Renditevorsprung besteht, rechnen Volkswirte nur mit einer langsamen Rückführung japanischer Gelder. Japan bleibt mit einem Bestand von 1,1 Billionen Dollar per Ende Juli der größte ausländische Gläubiger der USA. Sollten künftige Zinserhöhungen den Zinsabstand zu den USA jedoch spürbar verringern, droht Washington ein empfindlicher Nachfrageausfall bei der Refinanzierung seiner Staatsschulden.

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