Barrick Mining Aktie: 270-Millionen-Auftrag für Fourmile

Barrick legt Streit mit Newmont bei und erhält 1,95 Mrd. Dollar. Die Abspaltung der US-Goldsparte rückt näher, während Investitionen gekürzt werden.

Redaktion Stock-World ·
Moderne industrielle Goldmine mit Fokus auf mineralische Texturen und industrielle Skalierung. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Einigung mit Newmont über 1,95 Mrd. Dollar
  • Spin-off der US-Goldassets geplant
  • Investitionsbudget wegen Pakistan-Risiken gesenkt
  • Aktienrückkauf und Dividende trotz Kursrückgang

Es gibt Wochen, in denen ein Konzern mehr über die Zukunft einer ganzen Branche verrät als über sich selbst. Die vergangenen Tage bei Barrick Mining gehören dazu. Zwischen einer milliardenschweren Streitbeilegung, sinkenden Investitionsplänen und einer bevorstehenden Abspaltung zeichnet sich ein Muster ab, das über den einzelnen Goldförderer hinausweist: Die großen Minenkonzerne bauen sich um, während der Goldpreis ihnen den Rücken stärkt.

Am Montag legte Barrick Zahlen für das zweite Quartal vor, die den Konsens leicht übertrafen – 0,82 US-Dollar bereinigter Gewinn pro Aktie gegenüber erwarteten 0,81 US-Dollar. Die eigentliche Nachricht steckte jedoch nicht in der Ergebniszeile, sondern in einer Einigung mit Newmont Corporation.

Der Konkurrent zahlt Barrick 1,95 Milliarden US-Dollar in bar, um sämtliche Streitpunkte rund um die gemeinsam betriebenen Nevada Gold Mines aus der Welt zu schaffen – und stimmt zugleich der geplanten Börsenabspaltung der nordamerikanischen Goldassets zu. Zwei Konzerne, die sich jahrelang um ein gemeinsames Fördergebiet gestritten haben, kaufen sich gegenseitig Bewegungsfreiheit.

Warum ein Streit-Ende wichtiger ist als ein Gewinnbeat

Genau diese Bewegungsfreiheit ist der eigentliche Wert der Einigung. Ohne Newmonts Zustimmung wäre die geplante Ausgliederung von zehn bis 15 Prozent der nordamerikanischen Goldassets als eigenständiges, börsennotiertes Unternehmen kaum sauber umsetzbar gewesen.

Barrick hält an dem Zeitplan fest: Die Notierung soll noch in diesem Jahr stehen, mit dem bisherigen Manager Mark Hill an der Spitze der neuen Gesellschaft. Wer die jüngeren Meldungen aus dem Bergbausektor verfolgt, erkennt ein Muster: Konzerne zerlegen sich zunehmend in fokussiertere Einheiten, um Kapitalmärkten klarere Geschichten zu erzählen, statt komplexe Mischkonzerne zu verwalten.

Parallel dazu schraubt Barrick an der Kostenseite. Das Management senkte die Investitionsguidance für das laufende Jahr auf eine Spanne von 3,8 bis 4,2 Milliarden US-Dollar, nachdem zuvor bis zu 4,45 Milliarden US-Dollar veranschlagt waren.

Der Grund liegt in Pakistan: Am Reko-Diq-Projekt verzögert sich der Anlagenbau um zwölf Monate, weil die Sicherheitslage in Balochistan eine erneute Prüfung erzwingt. Wer als Anleger auf Diversifikation über Kontinente hinweg setzt, wird hier an die Kehrseite erinnert – geopolitische Risiken lassen sich nicht wegdiversifizieren, sie verschieben sich nur.

Dass Barrick trotzdem investiert, statt zu kürzen, zeigt ein weiterer Beleg für die neue Konzernstrategie: Das australische Bergbaudienstleistungsunternehmen Perenti erhielt einen Auftrag über 270 Millionen kanadische Dollar für Untertagearbeiten am hundertprozentigen Fourmile-Projekt in Nevada, mit einer Laufzeit von 45 Monaten. Nevada bleibt also das Kernstück der US-Strategie, während Pakistan zur Geduldsprobe wird.

Kapitalrückflüsse in Zeiten hoher Goldpreise

Der Konzern zahlt für das zweite Quartal eine Dividende von 0,175 US-Dollar pro Aktie, auszahlbar Mitte September, und kaufte im selben Quartal Aktien für 1,209 Milliarden US-Dollar im Rahmen des laufenden Rückkaufprogramms über drei Milliarden US-Dollar zurück. Solche Summen fließen nicht aus Verzweiflung, sondern aus einem historisch günstigen Goldpreisumfeld – die Produktion lag im Quartal bei 796.000 Unzen.

Die Marktreaktion blieb dennoch verhalten. Der Kurs schloss gestern bei 56,75 kanadischen Dollar, ein Rückgang von 0,49 Prozent, und liegt mittlerweile 23,31 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 74,00 kanadischen Dollar. Auf Zwölfmonatssicht steht dennoch ein Plus von 76,49 Prozent – ein Erinnerungsposten daran, wie stark der Goldsektor insgesamt gelaufen ist, bevor die jüngste Konsolidierung einsetzte.

Zwei Analysehäuser reagierten am Dienstag mit leicht gesenkten Kurszielen: TD Securities reduzierte sein Ziel von 61 auf 59 US-Dollar, Bank of America von 56 auf 54 US-Dollar, beide bei unveränderter Kaufempfehlung. Als Begründung nannte Bank of America steigenden Kostendruck bei Treibstoff und Förderabgaben.

Institutionelle Anleger scheinen die Geschichte trotzdem zu kaufen: Wealth High Governance Asset Management stockte seine Position Anfang August um 171 Prozent auf, First Trust Advisors erhöhte seinen Bestand um 34 Prozent auf knapp 198.000 Aktien. Wer auf die Umbauphase der Minenkonzerne setzt, kauft damit nicht nur Gold – sondern eine Wette darauf, dass aus einem sperrigen Weltkonzern zwei fokussiertere Unternehmen werden.

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Barrick Mining Aktie

56,82 CAD

– 0,24 CAD -0,42 %
KGV 10,67
Sektor Grundlegende Materialien
Div.-Rendite 1,13 %
Marktkapitalisierung 94,49 Mrd. CAD
Ø Kursziel 47,14 USD
ISIN: CA0679011084 WKN: 870450

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