Barrick ordnet seine Finanzspitze neu – und das ausgerechnet kurz vor wichtigen Jahres- und Quartalszahlen. Während der Goldpreis neue Höhen erreicht und das Unternehmen strategische Optionen für seine Top-Assets prüft, rückt die Frage in den Fokus, wie stabil der Wachstumskurs wirklich ist. Anleger bekommen in den kommenden Wochen gleich mehrere Hinweise darauf, wohin sich Barrick operativ und strategisch bewegt.
Neuer CFO mit Kapitalmarkt-Fokus
Am 19. Januar 2026 hat Barrick die Ernennung von Helen Cai zur Senior Executive Vice President und Chief Financial Officer bekanntgegeben. Sie übernimmt die Aufgabe zum 1. März 2026 von Graham Shuttleworth, der das Unternehmen nach sieben Jahren verlässt.
Shuttleworth bleibt noch bis nach Veröffentlichung und Einreichung der Jahreszahlen an Bord, um einen geordneten Übergang sicherzustellen. Damit soll verhindert werden, dass der Führungswechsel ausgerechnet in der heißen Phase der Berichtssaison Unruhe in die Finanzsteuerung bringt.
Cai sitzt seit November 2021 im Board von Barrick und bringt mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung in Equity Research, Corporate Finance, strategischer Planung und M&A mit – unter anderem aus leitenden Funktionen bei Goldman Sachs und China International Capital Corporation (CICC). Fachlich ist sie breit aufgestellt: Sie trägt sowohl den CFA- als auch den CAIA-Titel und hat an MIT und der Tsinghua-Universität studiert. Marktbeobachter dürften deshalb vor allem auf ihre Kapitalmarkt- und Transaktionserfahrung schauen, gerade mit Blick auf mögliche Strukturmaßnahmen.
Q4-Zahlen als Belastungstest
Barrick will seine Zahlen für das Gesamtjahr und das vierte Quartal 2025 am Donnerstag, 5. Februar 2026, vor Börsenbeginn veröffentlichen. Für 6:00 Uhr US-Ostküstenzeit ist das Zahlenwerk geplant, um 11:00 Uhr folgt ein Webcast mit Management‑Präsentation und Fragerunde für Analysten.
Die Veröffentlichung wird zum Gradmesser, ob das Unternehmen das Tempo aus dem dritten Quartal halten konnte. Im Q3 2025 hatte Barrick nach eigenen Angaben einen Rekord beim operativen Cashflow erzielt: 2,4 Milliarden US‑Dollar, dazu ein Free Cashflow von 1,5 Milliarden US‑Dollar. Operativ stützten hohe Fördermengen dieses Bild: 829.000 Unzen Gold und 55.000 Tonnen Kupfer im dritten Quartal.
Die kommenden Zahlen sollen nun zeigen, ob diese Dynamik nachhaltig ist oder ob es sich eher um einen Ausreißer in einem besonders günstigen Umfeld gehandelt hat.
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Rückenwind vom Goldpreis
Zusätzliche Spannung bringt das Umfeld am Goldmarkt. Der Spotpreis für Gold lag Ende Januar 2026 über 5.000 US‑Dollar je Unze – deutlich mehr als rund 2.740 US‑Dollar vor einem Jahr. Damit hat sich der Preis innerhalb von zwölf Monaten kräftig nach oben bewegt.
J.P. Morgan Global Research erwartet in einer Analyse von Dezember 2025, dass Goldpreise im vierten Quartal 2026 im Schnitt bei 5.055 US‑Dollar je Unze liegen könnten. Begründet wird dies mit weiter hoher Nachfrage von Zentralbanken und Investoren. Für einen großen Produzenten wie Barrick ist dieses Umfeld grundsätzlich positiv: Steigende Preise verbessern Margen und Cashflows, sofern Produktion und Kosten im Rahmen bleiben.
Strategische Optionen für Top-Assets
Parallel zur Managementveränderung laufen bei Barrick strategische Überlegungen auf Hochtouren. Bereits im Dezember 2025 hat das Unternehmen öffentlich gemacht, dass es einen Börsengang einer Tochter prüft, in der die wichtigsten nordamerikanischen Gold-Vermögenswerte gebündelt würden.
In dieser geplanten Einheit sollen unter anderem die Beteiligungen an Nevada Gold Mines und Pueblo Viejo sowie der zu 100 % gehaltene Fourmile-Goldfund in Nevada liegen. Laut Barrick wäre der Plan, trotz eines IPO eine deutliche Mehrheitsbeteiligung an der neuen Gesellschaft zu behalten. Der Vorstand hat das Management beauftragt, diese Option Anfang 2026 detailliert zu prüfen.
Damit steht potenziell eine größere Strukturmaßnahme im Raum, die Wert freilegen und den Zugang zu Kapital erleichtern könnte – aber auch Fragen zur künftigen Konzernstruktur und Ausschüttungspolitik aufwerfen dürfte.
Kursentwicklung und Einordnung
An der Börse spiegelt sich der optimistische Gold-Hintergrund bereits wider: Gestern schloss die Aktie bei 43,28 Euro und markierte damit ihr 52‑Wochen‑Hoch. Auf Sicht von zwölf Monaten liegt das Plus bei rund 183 %, seit Jahresbeginn bei gut 15 % – ein deutlicher Hinweis darauf, dass der Markt Barrick aktuell klar im Aufwärtstrend sieht.
In Summe treffen bei Barrick mehrere zentrale Faktoren aufeinander: ein historisch hohes Goldpreisniveau, starke operative Kennzahlen aus dem dritten Quartal, ein anstehender CFO‑Wechsel und die Prüfung eines möglichen Börsengangs der wichtigsten Nordamerika-Assets. Entscheidend für die nächsten Monate wird sein, ob die Q4‑ und Jahreszahlen am 5. Februar 2026 die hohen Erwartungen bestätigen und wie konkret das Management die IPO‑Pläne im weiteren Jahresverlauf ausgestaltet.
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