BASF: 5,8 Milliarden Barzufluss aus Carlyle-Verkauf
BASF bündelt Hauptversammlung, Q1-Zahlen, Agrar-Abspaltung und Coatings-Verkauf auf einen Tag. Der Konzern treibt den Umbau voran.

Kurz zusammengefasst
- Agrarsparte wird eigenständige Tochter
- Q1-Ergebnisse erscheinen zur Hauptversammlung
- Coatings-Verkauf an Carlyle kurz vor Abschluss
- Kosteneinsparungen übertreffen ursprüngliches Ziel
Am 30. April 2026 verdichten sich bei BASF gleich vier strategische Weichenstellungen auf einen einzigen Tag: Hauptversammlung, Q1-Zahlen, Agrar-Abspaltung und der nahende Abschluss des Coatings-Verkaufs. Für einen Konzern im Umbau ist das ein ungewöhnlich konzentrierter Moment.
Agrarsparte auf dem Weg zur Eigenständigkeit
Das zentrale Abstimmungsthema in Mannheim ist die Ausgliederung der Sparte Agricultural Solutions in eine eigenständige Tochtergesellschaft. Der Schritt gilt als Voraussetzung für einen geplanten Börsengang an der Frankfurter Wertpapierbörse im Jahr 2027. Ab dem 1. Mai 2026 soll die neue Einheit unter Livio Tedeschi — der die Sparte bereits seit 2022 leitet — operativ vollständig getrennt von BASF SE geführt werden. BASF bleibt bis zum IPO Alleineigentümerin.
Branchenbeobachter halten die Trennung für strategisch folgerichtig: Agrochemie und Spezialchemie folgen unterschiedlichen Marktzyklen und Regulierungslogiken.
Frische Quartalszahlen direkt auf der HV
Ungewöhnlich ist der Terminkonflikt mit den Q1-Ergebnissen: BASF veröffentlicht die Zahlen für das erste Quartal ebenfalls am 30. April — Aktionäre in Mannheim treffen also auf frische Daten, bevor die Abstimmungen enden. Besonders im Blick: der Einfluss des schwachen Dollars auf die Umsätze, da BASF einen erheblichen Teil des Geschäfts in US-Dollar abwickelt.
Die Jahresziele sind gesetzt. Das EBITDA vor Sondereinflüssen soll 2026 zwischen 6,2 und 7,0 Milliarden Euro liegen — die obere Grenze lag bei der Bekanntgabe Ende Februar leicht unter dem damaligen Analystenkonsens.
Auf der Hauptversammlung steht außerdem eine Dividende von 2,25 Euro je Aktie zur Abstimmung.
Coatings-Verkauf kurz vor dem Abschluss
Parallel dazu nähert sich der Verkauf des Coatings-Geschäfts an Fonds von Carlyle — in Partnerschaft mit der Qatar Investment Authority — seinem Abschluss. Der vereinbarte Unternehmenswert liegt bei 7,7 Milliarden Euro; beim Closing erwartet BASF einen Vorsteuerbarzufluss von rund 5,8 Milliarden Euro. Der Abschluss wird vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen im zweiten Quartal 2026 erwartet. BASF behält einen Eigenkapitalanteil von 40 Prozent.
Das Kostenprogramm läuft derweil auf Hochtouren: Bis Ende 2025 erreichte BASF jährliche Einsparungen von rund 1,7 Milliarden Euro — 100 Millionen Euro über dem ursprünglichen Ziel. Bis Ende 2026 sollen es 2,3 Milliarden Euro sein.
Die Aktie notiert aktuell bei 54,29 Euro und damit rund 21 Prozent über dem Jahresanfangsniveau — nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 54,70 Euro. Der RSI von 17,3 signalisiert dabei eine technisch überverkaufte Zone, was angesichts der Rally der vergangenen Wochen die Frage aufwirft, wie viel der strukturellen Fortschritte der Markt bereits eingepreist hat.
BASF-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BASF-Analyse vom 23. April liefert die Antwort:
Die neusten BASF-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BASF-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
BASF: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...