BASF Aktie: 1,5-Milliarden-Rückkauf bis Ende Juni
BASF treibt Aktienrückkauf voran, während der Chemieverband VCI für 2026 einen Produktionsrückgang erwartet.

Kurz zusammengefasst
- Rückkauf von 950.000 Aktien in der letzten Mai-Woche
- VCI prognostiziert sinkende Chemieproduktion für 2026
- Verkauf des Silicates-Geschäfts an PQ
- EBITDA-Prognose von 6,2 bis 7,0 Milliarden Euro bestätigt
BASF treibt den milliardenschweren Aktienrückkauf mit Volldampf voran – und bekommt gleichzeitig einen Warnschuss aus der eigenen Branche. Der Chemieverband VCI zeichnet ein düsteres Bild für 2026. Die Aktie notiert bei 50,90 Euro, knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von knapp 14 Prozent.
Rückkauf-Endspurt läuft
In der letzten Mai-Woche kaufte BASF weitere 950.000 eigene Aktien zurück. Damit summiert sich das Volumen seit Programmstart im November 2025 auf fast 27,8 Millionen Stück.
Das Paket hat ein Volumen von bis zu 1,5 Milliarden Euro und soll bis Ende Juni 2026 abgeschlossen sein. Es ist der erste Teil eines Gesamtprogramms von 4 Milliarden Euro bis 2028. Die zurückgekauften Aktien werden eingezogen – das senkt das Grundkapital und steigert das Ergebnis je Aktie.
Parallel schüttet BASF massiv an die Aktionäre aus: Von 2025 bis 2028 fließen insgesamt mindestens 12 Milliarden Euro – über Dividenden und Rückkäufe.
Düstere Branchenprognose
Das Ende des ersten Rückkaufpakets fällt in ein schwieriges Umfeld. Die chemisch-pharmazeutische Produktion sackte im ersten Quartal um 2,8 Prozent zum Vorquartal ab. Im Jahresvergleich fehlen knapp 6 Prozent.
Die Kapazitätsauslastung stieg leicht auf 75,1 Prozent. Das reicht nicht für rentable Margen.
Der Kostendruck verschärft sich. Vor allem Rohöl und rohölnahe Produkte verteuern sich deutlich. Durch die Sperrung der Straße von Hormus fehlen der Branche 20 Prozent der globalen Öl- und Gasproduktion. Bei chemischen Grundstoffen sind es 5 bis 10 Prozent, so VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup.
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Der Verband erwartet für 2026 ein weiter schwieriges Jahr. Die Produktion dürfte erneut sinken. Steigende Preise könnten den Umsatz stützen, doch die Margen bleiben unter Druck.
Portfoliobereinigung geht weiter
Trotz Rückkauf trimmt BASF das Portfolio. Der Konzern verkauft sein Silicates-Geschäft an PQ. Die Transaktion umfasst die Vermögenswerte am Standort Düsseldorf/Holthausen. Abschluss voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2026, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen.
Finanzielle Details blieben unter Verschluss.
BASF bezeichnete den Schritt als Ergebnis einer strategischen Prüfung innerhalb der Care Chemicals Division. Der Verkauf passt ins Bild: Der Konzern fokussiert sich, während er gleichzeitig Milliarden an die Aktionäre zurückgibt.
Prognose bestätigt – trotz Gegenwind
Am Ausblick hält BASF fest. Für 2026 erwartet der Konzern ein EBITDA vor Sondereinflüssen von 6,2 bis 7,0 Milliarden Euro. Der freie Cashflow soll zwischen 1,5 und 2,3 Milliarden Euro liegen.
Das erste Rückkaufpaket endet in vier Wochen. Ob die Marke von 1,5 Milliarden Euro vollständig ausgeschöpft wird, ist noch offen. BASF hat noch rund drei Wochen Zeit, die restlichen Aktien einzusammeln. Die hohe Volatilität der vergangenen Wochen – annualisiert bei über 26 Prozent – könnte den Zeitplan beeinflussen.
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