BASF Aktie: 20 bis 30 Milliarden für Agrarsparte

BASF schließt rechtliche Ausgliederung der Agrarsparte weitgehend ab. Der Börsengang 2027 rückt näher, Analysten sehen Potenzial von bis zu 30 Milliarden Euro.

Andreas Sommer ·
BASF Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Rechtliche Ausgliederung von Agriculture Solutions fast abgeschlossen
  • Börsengang für 2027 mit Index-Listing geplant
  • Aktie legt seit Jahresbeginn um 16 Prozent zu
  • Neue Aktienrückkäufe über eine Milliarde Euro

BASF kommt bei der geplanten Abspaltung der Agrarsparte einen entscheidenden Schritt voran. Vorstandsmitglied Livio Tedeschi bestätigte am Dienstag den weitgehenden Abschluss der rechtlichen Ausgliederung von Agriculture Solutions in Europa sowie Nord- und Südamerika. Der Fokus verschiebt sich damit auf die Vorbereitung eines Börsengangs im Jahr 2027, bei dem ein Index-Listing angestrebt wird.

Die Aktie reagierte auf die konkretisierten Pläne mit einer dreitägigen Gewinnserie im Xetra-Handel zwischen dem 19. und 21. August. Am Freitag schloss das Papier bei 51,60 Euro, ein Plus von 0,5 Prozent zum Vortag. Seit Jahresbeginn steht damit ein Zuwachs von 16 Prozent zu Buche.

Milliardenschwerer Börsenwert für die Agrarsparte erwartet

Wie groß der Sprung für BASF sein könnte, zeigt eine Einschätzung von Marktbeobachtern vom 12. August: Sie taxieren den potenziellen Börsenwert von Agriculture Solutions auf 20 bis 30 Milliarden Euro.

Gemessen an der aktuellen Marktkapitalisierung des Gesamtkonzerns von 45,54 Milliarden Euro entspräche das etwa zwei Dritteln des heutigen BASF-Werts – ein Hinweis darauf, welches Gewicht die Sparte im Konzerngefüge bislang trägt und wie stark sich eine Abspaltung auf die Bewertung der verbleibenden BASF-Aktivitäten auswirken könnte.

Der geplante Zeitplan bleibt ambitioniert, aber ohne konkretes Datum: Der Börsengang selbst ist für 2027 anvisiert, ein exaktes Fenster wurde bislang nicht genannt. Für Anleger bedeutet das vorerst weiter Unsicherheit über die genaue Struktur und den Zeitpunkt der Transaktion, auch wenn die rechtliche Vorarbeit nun größtenteils erledigt ist.

Investitionen abseits der Agrarsparte laufen parallel weiter

Während der Konzernumbau im Fokus steht, treibt BASF auch operative Projekte in anderen Segmenten voran. Am Dienstag eröffnete das Unternehmen ein neues Performance-Labor für Windeln und Superabsorber in Mumbai, das die technische Anwendungsberatung im asiatisch-pazifischen Raum stärken soll.

Zudem investiert BASF einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag in ein neues „Climate Center“ in Limburgerhof, das ökotoxikologische Studien für weltweite Produktzulassungen durchführen wird und im ersten Halbjahr 2027 fertiggestellt werden soll.

Im Kosmetikbereich kommt zudem Bewegung in die Zusammenarbeit mit DSM Nutritional Products: BASF startete Anfang August die US-Vermarktung des UV-Filters Bemotrizinol, bekannt unter dem Markennamen Tinosorb S, nachdem die US-Arzneimittelbehörde FDA die Zulassung erteilt hatte. BASF hält dafür co-exklusive Rechte im Rahmen einer bestehenden Lizenzvereinbarung.

Rückkäufe untermauern die Kapitaldisziplin

Auch beim Kapitalmanagement bleibt BASF aktiv. Zwischen dem 10. und 14. August erwarb der Konzern rund 695.000 eigene Aktien für etwa 35,42 Millionen Euro – ein Baustein der laufenden Rückkaufaktivitäten, die das Unternehmen bereits am vergangenen Donnerstag mit einer neuen Tranche über bis zu 1,0 Milliarden Euro fortgesetzt hatte. Diese Tranche soll bis Ende April 2027 abgeschlossen sein.

Für Anleger verdichtet sich damit ein Bild aus zwei parallelen Strängen: dem strategischen Umbau über den geplanten Agrar-Börsengang und der operativen Kontinuität in Forschung, Produktion und Kapitalrückführung. Der Kurs notiert derzeit rund 6,4 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 48,48 Euro – ein Zeichen dafür, dass der Markt die Fortschritte bislang honoriert.

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BASF Aktie

51,60 EUR

+ 0,35 EUR +0,68 %
KGV 21,64
Sektor Grundlegende Materialien
Div.-Rendite 4,34 %
Marktkapitalisierung 45,54 Mrd. EUR
Ø Kursziel 52,34 EUR
ISIN: DE000BASF111 WKN: BASF11

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