BASF Aktie: Agrar-Übernahme vor Börsengang

Der Chemiekonzern stärkt sein BioSolutions-Portfolio mit einer strategischen Akquisition in Brasilien, während parallel ein Aktienrückkauf läuft und die operativen Erwartungen für 2025 gedämpft bleiben.

Dr. Robert Sasse ·
BASF Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Vollständige Übernahme des Biologie-Spezialisten AgBiTech
  • Strategische Fokussierung auf den brasilianischen Wachstumsmarkt
  • Aktienrückkaufprogramm über 1,5 Milliarden Euro läuft
  • Gedämpfte EBITDA-Prognose für das laufende Geschäftsjahr

BASF greift zu – und sendet damit ein klares Signal. Kurz vor dem geplanten Teil-Börsengang der Agrarsparte übernimmt der Ludwigshafener Chemiekonzern die AgBiTech Group vollständig. Der Deal mit dem Private-Equity-Investor Paine Schwartz Partners soll noch im ersten Halbjahr 2026 über die Bühne gehen. Doch was steckt strategisch dahinter?

Die wichtigsten Fakten:
– Vollständige Übernahme von AgBiTech, Spezialist für biologische Insektenkontrolle
– Fokus auf den brasilianischen Markt, einem der am schnellsten wachsenden Märkte für biologischen Pflanzenschutz
– Integration in das BioSolutions-Portfolio vor geplantem IPO der Agrarsparte 2027
– Parallel läuft Aktienrückkaufprogramm über €1,5 Mrd. (bisher 9,42 Mio. Aktien zurückgekauft)
– Kaufpreis wurde nicht kommuniziert

Brasilien im Visier

Die Akquisition hat ein klares geografisches Ziel: Brasilien. „Brasilien ist einer der am schnellsten wachsenden Märkte für biologischen Pflanzenschutz“, erklärte Marko Grozdanovic, Senior Vice President Global Strategic Marketing & Sustainability bei BASF Agricultural Solutions. AgBiTech bedient bereits Landwirte in Soja-, Mais- und Baumwollanbau sowie bei Spezialkulturen und betreibt Produktionsstätten in den USA, Australien und Brasilien.

Das 2000 in Australien gegründete Unternehmen hat sich auf Nucleopolyhedrovirus-Technologie (NPV) spezialisiert – natürlich vorkommende Viren, die gezielt Schädlinge wie Raupen der Lepidoptera-Ordnung bekämpfen. Diese biologische Kontrolle passt strategisch ins Konzept: BASF kombiniert bereits biologische und chemische Behandlungen in sogenannten Integrated Pest Management-Programmen.

Portfolio-Umbau unter Zeitdruck

Die Übernahme ist die erste M&A-Transaktion von BASF im Jahr 2026 und erfolgt zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Im Oktober 2025 hatte der Konzern den Teil-Börsengang der Agricultural Solutions-Sparte für 2027 angekündigt. Die Sparte erzielte 2024 einen Umsatz von €9,8 Mrd.

Parallel läuft ein massives Aktienrückkaufprogramm. Seit November 2025 kaufte BASF 9,42 Millionen eigene Aktien zurück. Das Programm umfasst bis zu €1,5 Mrd. und läuft bis Ende Juni 2026. Es ist Teil eines größeren Plans: Bis Ende 2028 sollen insgesamt €4 Mrd. an Aktionäre zurückfließen.

Gedämpfte Erwartungen für 2025

Die optimistische Akquisitionsnachricht steht im Kontrast zur operativen Realität. BASF erwartet für 2025 ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen €6,7 Mrd. und €7,1 Mrd. – eine Prognose, die im Oktober 2025 nach unten korrigiert wurde. Als Grund nannte der Konzern anhaltende makroökonomische Unsicherheiten.

Analysten bleiben verhalten optimistisch. Das durchschnittliche Kursziel liegt laut Vara Research bei €48,48, mit einer breiten Spanne von €38 bis €60. Die BASF-Aktie notierte zuletzt bei 45,82 Euro und liegt damit knapp über ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 43,77 Euro.

Am 27. Februar 2026 folgen die Geschäftszahlen für 2025. Bis dahin wird sich zeigen müssen, ob der strategische Umbau des Portfolios bei Investoren auf Zustimmung stößt – oder ob die gedämpften Erwartungen schwerer wiegen als die Wachstumsambitionen in Brasilien.

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BASF Aktie

52,56 EUR

+ 1,05 EUR +2,04 %
KGV 21,76
Sektor Grundlegende Materialien
Div.-Rendite 4,35 %
Marktkapitalisierung 46,98 Mrd. EUR
Ø Kursziel 52,34 EUR
ISIN: DE000BASF111 WKN: BASF11

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