BASF Aktie: Analysten skeptisch zu Evonik-Deal
Bernstein bestätigt BASF mit „Outperform“ und 61 Euro Kursziel; die Quartalsmitteilung für Q3 erscheint am 28. Oktober.

Kurz zusammengefasst
- Investoren sehen mögliche Synergien kritisch
- Bernstein hält an 61 Euro Kursziel fest
- BASF erwarb über 215.000 eigene Aktien
- Quartalsmitteilung für Q3 folgt am 28. Oktober
Verhaltenes Feedback zu Übernahmeplänen
Die strategischen Überlegungen des Ludwigshafener Chemiekonzerns BASF stoßen bei institutionellen Anlegern auf deutliche Vorbehalte. Nach einer Reihe von Investorentreffen in Nordamerika berichtete Analyst James Hooper von Bernstein Research gestern von einer fast ausnahmslos negativen Resonanz auf mögliche Synergien aus einer Übernahme des Spezialchemiekonzerns Evonik.
Trotz der Skepsis der befragten Marktteilnehmer bestätigte Hooper für die Aktie von BASF seine Einstufung mit „Outperform“ und beließ das Kursziel bei 61 Euro.
Zuvor war bekannt geworden, dass BASF nach Einsicht in die Bücher zu Gesprächen über einen höheren Kaufpreis bereit wäre. Eine ursprüngliche Offerte über 22,15 Euro je Evonik-Aktie war als zu niedrig abgelehnt worden. Während das Management in Ludwigshafen Medienberichten zufolge auch Zusagen an die Belegschaft erwägt, betonte Evonik, dass es weiterhin keine Gespräche mit BASF gebe.
Belastungsprobe für die europäische Chemie
Die Zurückhaltung der Investoren verdeutlicht das anspruchsvolle Umfeld für groß angelegte Zukäufe in der Branche. Viele Marktbeobachter beurteilen europäische Industrie- und Upstream-Chemie-Investitionen derzeit überwiegend zurückhaltend. Vor allem der internationale Wettbewerbsdruck und unklare Rahmenbedingungen belasten die Stimmung im traditionellen Chemiegeschäft.
Vor diesem Hintergrund drängt unter anderem die Bundesregierung vor dem EU-Gipfel in Brüssel auf Schutzmaßnahmen gegen chinesische Chemieimporte. Eine politische Entscheidung über konkrete Maßnahmen steht allerdings noch aus. Für Anleger bleibt die handelspolitische Gemengelage damit ein Unsicherheitsfaktor.
Fokus auf anstehende Quartalszahlen
An der Börse notiert die BASF-Aktie heute bei 52,31 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier dennoch ein Kursplus von 18 Prozent. Angesichts der anhaltenden Debatte über die künftige Ausrichtung richtet sich das Augenmerk nun verstärkt auf die operative Entwicklung des Dax-Konzerns. Am 28. Oktober veröffentlicht BASF um 7:00 Uhr MEZ die Quartalsmitteilung für das dritte Quartal 2026.
Parallel dazu setzt das Unternehmen sein laufendes Aktienrückkaufprogramm fort. Wie der Konzern meldete, erwarb BASF zwischen dem 5. und 9. Oktober weitere 215.302 eigene Anteile. Damit summieren sich die seit dem Start am 3. August zurückgekauften Papiere auf über sechs Millionen Stück. Zugleich treibt der Konzern neue Produkte voran, darunter Kühlmittel und Spezialkunststoffe für KI-Rechenzentren.
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