BASF Aktie: CoreShift senkt Fixkosten um 20 Prozent
BASF beendet Aktienrückkauf und startet Sparprogramm. Der Chemiekonzern will Fixkosten senken und verkauft Randbereiche.

Kurz zusammengefasst
- Milliardenschweres Rückkaufprogramm endet
- Neues Transformationsprogramm „CoreShift“ gestartet
- Fixkosten im Kerngeschäft sollen sinken
- Verkauf des Silikate-Geschäfts an US-Firma
Ende Juni fällt für BASF ein wichtiges Sicherheitsnetz weg. Das laufende Aktienrückkaufprogramm endet, der Konzern ist an der Börse bald wieder stärker auf die rein operative Leistung angewiesen. Um den Kursverlauf künftig aus eigener Kraft zu stützen, zündet das Management nun die nächste Stufe des Konzernumbaus.
Bis zum Monatsende schöpft der Chemie-Riese den verbleibenden Rahmen seines milliardenschweren Rückkaufs aus. Kürzlich erwarb das Unternehmen fast eine Million weitere Papiere, die nun eingezogen werden. Die Verknappung stützt den Gewinn je Aktie rechnerisch.
An der Börse sorgt das aktuell für ein solides Fundament. Das Papier notiert bei 51,22 Euro und verbucht damit seit Jahresbeginn ein Plus von über 14 Prozent. Auch den langfristigen 200-Tage-Durchschnitt hat der Kurs deutlich hinter sich gelassen.
Fixkosten auf dem Prüfstand
Ohne die stützenden Käufe rückt das Tagesgeschäft gnadenlos in den Fokus. Hier soll das neue Transformationsprogramm „CoreShift“ unter Leitung von Julia Raquet greifen. Das Ziel ist ambitioniert: Bis 2029 will der Vorstand die zahlungswirksamen Fixkosten im Kerngeschäft um bis zu 20 Prozent senken.
Dafür standardisiert das Unternehmen IT-Lösungen weltweit und setzt verstärkt auf Künstliche Intelligenz. Parallel dazu kündigte CEO Markus Kamieth einen weiteren Personalabbau an. Konkrete Streichungsziele nannte der Manager noch nicht, die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern stehen erst am Anfang.
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Verkäufe und ein zähes Umfeld
Im gleichen Schritt trennt sich das Management von Randbereichen. Das Silikate-Geschäft rund um den Standort Düsseldorf geht an das US-Unternehmen PQ. Die finanziellen Details der Transaktion, die im zweiten Halbjahr 2026 abgeschlossen werden soll, bleiben unter Verschluss.
Dieser Umbau trifft auf ein anhaltend schwieriges Marktumfeld. Der Verband der Chemischen Industrie klagt über hohe Energiekosten und erdrückende Bürokratie. Für das laufende Jahr rechnet der Branchenverband in der reinen Chemieproduktion sogar mit einem leichten Rückgang.
Trotz des Gegenwinds hält der Vorstand an seiner Jahresprognose fest. BASF peilt für 2026 weiterhin ein operatives Ergebnis zwischen 6,2 und 7,0 Milliarden Euro an. Ob die ersten Maßnahmen des neuen Sparprogramms bereits greifen, zeigt der Quartalsbericht im Juli.
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