BASF Aktie: Doppelte Belastung
BASF eröffnet Milliarden-Investition in China bei gedämpfter Profitabilität, während steigende Energiekosten und ein neuer Tarifvertrag die deutsche Chemiebranche belasten.

Kurz zusammengefasst
- Größte Einzelinvestition mit 8,7 Milliarden Euro in China
- Gedämpfte Profitabilitätserwartungen für neuen Standort
- Steigende Energiekosten durch Iran-Krieg belasten Branche
- Neuer Tarifvertrag mit Lohnerhöhungen ab 2027
Milliardenschwere Expansion in China, gleichzeitig Sparprogramme in Deutschland — BASF steckt mitten in einem schwierigen Spagat. Und das Umfeld macht es nicht leichter.
Zhanjiang: Großes Versprechen, gedämpfte Erwartungen
Der neue Verbundstandort in der südchinesischen Stadt Zhanjiang ist offiziell eröffnet. Mit 8,7 Milliarden Euro ist es die größte Einzelinvestition der Unternehmensgeschichte. Das Ziel: den chinesischen Markt besser bedienen, denn trotz der Tatsache, dass dort die Hälfte der weltweiten Chemienachfrage liegt, erwirtschaftet BASF bislang lediglich rund 14 Prozent seines globalen Umsatzes in China.
Doch Vorstandschef Markus Kamieth selbst hat die Erwartungen schon gedämpft: Die Profitabilität des Standorts werde in den ersten Jahren deutlich unter den ursprünglichen Planungen liegen. Angesichts des aggressiven Wettbewerbs in der Volksrepublik und der eingetrübten globalen Konjunkturlage ist das keine überraschende Einschätzung — aber eine unbequeme für Investoren.
Tarifabschluss, Iran-Krieg, Energiekosten
Zusätzlichen Gegenwind bringt die aktuelle Lage auf den Energiemärkten. Der Iran-Krieg hat die Gas- und Ölpreise in die Höhe getrieben und trifft die energieintensive Chemiebranche besonders hart. BASF-Chef Kamieth sprach zuletzt von der „wohl schwierigsten Zeit der Chemieindustrie seit 25 Jahren“ — und WACKER CHEMIE meldete für 2025 bereits einen Rekordverlust.
Nun kommt der neue Chemie-Tarifvertrag hinzu. IG BCE und Arbeitgeberverband BAVC einigten sich auf Lohnerhöhungen in zwei Schritten: 2,1 Prozent ab Januar 2027, weitere 2,4 Prozent ab Januar 2028. Für 2026 bleibt das Lohnniveau eingefroren — ein Zugeständnis der Gewerkschaft an die Krisenlage. Zusätzlich zahlen die Unternehmen in den Jahren 2026 und 2027 je 300 Euro pro Mitarbeiter in einen Beschäftigungssicherungsfonds, was branchenweit rund 350 Millionen Euro über zwei Jahre bedeutet.
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Für BASF bedeutet der Abschluss zumindest Planungssicherheit bei den Personalkosten — auch wenn das Unternehmen ohnehin bereits mehrere Tausend Stellen gestrichen hat.
Umbau läuft, Wende noch nicht in Sicht
Die Gleichzeitigkeit der Entwicklungen ist bemerkenswert: Rekordinvestition in China, Stellenabbau in Deutschland, steigende Energiekosten und ein Tarifvertrag, der die Branche explizit als krisenanfällig beschreibt. Produktionsvolumen der deutschen Chemie liegt laut Arbeitgeberverband aktuell 20 Prozent unter dem Niveau von 2018.
Das Ifo-Institut rechnet für 2026 mit weiteren Produktions- und Beschäftigungskürzungen in der Branche. Ob Zhanjiang mittelfristig zum erhofften Wachstumstreiber wird, hängt nicht zuletzt davon ab, wie schnell sich die Lage in China und auf den Energiemärkten stabilisiert.
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