BASF Aktie: Droht Streik?

Der Chemiekonzern verschärft sein Kostensenkungsprogramm, stellt jedoch eine schwache Prognose und kann die Dividende nicht aus dem operativen Cashflow decken.

Redaktion Stock-World ·
BASF Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Erhöhtes Sparziel von 2,3 Milliarden Euro bis 2026
  • Prognose für 2026 unter Analystenerwartungen
  • Dividende nicht durch Free Cashflow gedeckt
  • Portfolioumbau mit Verkäufen und Börsengang geplant

Der Ludwigshafener Chemiekonzern schraubt sein Kostenprogramm nach oben – und enttäuscht gleichzeitig mit einer verhaltenen Prognose. Der Free Cashflow reicht nicht einmal, um die Dividende zu decken. Wie ernst steht es um Europas größten Chemiekonzern?

Prognose verfehlt Erwartungen

Für 2026 stellt BASF ein operatives Ergebnis (EBITDA vor Sondereinflüssen) zwischen 6,2 und 7,0 Milliarden Euro in Aussicht. Der Mittelwert von 6,6 Milliarden Euro liegt deutlich unter der Analystenschätzung von rund 7,0 Milliarden Euro.

Vorstandschef Markus Kamieth rechnet kurzfristig weder mit einer konjunkturellen Belebung noch mit einer Entspannung geopolitischer Spannungen. Zusätzlicher Gegenwind kommt durch Währungseffekte: Allein die Schwäche des US-Dollars könnte das operative Ergebnis im ersten Quartal um bis zu 200 Millionen Euro belasten.

Die Mengenentwicklung im Januar blieb außerhalb Chinas schwach. Lediglich im Reich der Mitte zeigten sich positive Signale.

Sonderertrag stützt Gewinn 2025

Das Geschäftsjahr 2025 offenbart die Probleme deutlich. Das operative Ergebnis sank um 9,5 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro bei einem Umsatz von 59,7 Milliarden Euro. Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn stieg dennoch von 1,3 auf 1,6 Milliarden Euro – allerdings nur dank eines Sondereffekts.

Rund 1,3 Milliarden Euro flossen aus Staatsgarantien im Zusammenhang mit früheren Russlandaktivitäten der Tochter Wintershall Dea. Ohne diesen Einmalertrag sähe die Bilanz deutlich schwächer aus.

Kostenschere greift härter

BASF reagiert mit einem verschärften Sparprogramm. Bis Ende 2025 erreichte der Konzern bereits jährliche Einsparungen von rund 1,7 Milliarden Euro. Bis Ende 2026 sollen es nun 2,3 Milliarden Euro werden – 200 Millionen mehr als ursprünglich geplant.

Die Belegschaft wurde bereits um 4.800 Stellen reduziert. Weitere Kürzungen in Verwaltung und IT stehen bevor. Zudem verlagert BASF Funktionen in kostengünstigere Standorte nach Indien und Malaysia. Die Sachinvestitionen für 2026 bis 2029 werden um 20 Prozent auf 13 Milliarden Euro gekürzt.

Dividende nicht aus eigener Kraft

Problematisch bleibt die Dividendenfinanzierung. BASF plant eine stabile Ausschüttung von 2,25 Euro je Aktie – insgesamt rund 2 Milliarden Euro. Der Free Cashflow lag 2025 jedoch bei lediglich 1,34 Milliarden Euro und deckt die Dividende somit nicht vollständig ab. Für 2026 plant das Management mit 1,5 bis 2,3 Milliarden Euro.

Der Portfolioumbau soll Entlastung bringen. Der Verkauf des Geschäfts mit optischen Aufhellern wurde Ende Februar abgeschlossen. Die Lacksparte soll im zweiten Quartal folgen, die Agrarsparte wird für einen möglichen Börsengang bis 2027 vorbereitet. Erlöse fließen teilweise in ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 1,5 Milliarden Euro.

BASF erwartet eine deutliche Verbesserung des Marktumfelds frühestens 2027. Die Quartalszahlen am 30. April werden zeigen, ob die Restrukturierung erste Früchte trägt.

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BASF Aktie

51,24 EUR

– 0,39 EUR -0,76 %
KGV 21,36
Sektor Grundlegende Materialien
Div.-Rendite 4,35 %
Marktkapitalisierung 44,96 Mrd. EUR
Ø Kursziel 52,47 EUR
ISIN: DE000BASF111 WKN: BASF11

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