BASF Aktie: Kamieth in Peking für Rohstoff-Zugang
BASF-Chef reist nach China für Rohstoffgespräche, während Analysten die Aktie unterschiedlich bewerten. Kursverlust im Mai, aber Jahresplus bleibt.

Kurz zusammengefasst
- Vorstandschef in Peking unterwegs
- Zugang zu seltenen Erden gesucht
- Deutsche Bank rät zum Kauf
- Citibank senkt das Kursziel
Markus Kamieth reist nach Peking, während Analysten streiten — das ist die Woche, die BASF hinter sich hat. Der Vorstandschef begleitete eine Wirtschaftsdelegation unter Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche nach China, um Zugang zu seltenen Erden und anderen kritischen Rohstoffen zu sichern. Eine Mission mit strategischem Gewicht.
Rohstoff-Spagat in Fernost
Für BASF ist China ein Widerspruch in sich: Der wichtigste Wachstumsmarkt der globalen Chemieindustrie — und gleichzeitig die Quelle wachsender Abhängigkeiten. Die Gespräche in Peking und der Provinz Guangdong kreisten um faire Wettbewerbsbedingungen und reziproken Marktzugang. China kritisiert europäische Handelsmaßnahmen, die deutsche Seite pocht auf Gegenseitigkeit.
Hinzu kommt der Bau des Verbundstandorts in Zhanjiang, der als langfristiger Anker für die Präsenz in Asien gilt. Die Ergebnisse der Delegation dürften die Rohstoff-Strategie des Konzerns in den kommenden Monaten weiter prägen.
Zwei Banken, zwei Signale
An den Märkten herrscht unterdessen keine Einigkeit. Deutsche Bank Research bestätigte am Freitag die Einstufung „Buy“ mit einem Kursziel von 60 Euro. Analystin Virginie Boucher-Ferte verwies auf einen positiven Managementauftritt bei der „dbAccess European Champions Conference“ — die konsequente Umsetzung der neuen Strategie schaffe Vertrauen.
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Citibank-Analyst Sebastian Satz sah das anders. Er senkte das Kursziel von 61 auf 58 Euro und strich BASF von der „Positive Catalyst Watch“. Begründung: Die asiatischen Petrochemie-Preise erholen sich schneller als erwartet, was das Margenpotenzial kurzfristig begrenzt. Das Kaufvotum behielt auch er bei.
Kurs unter Druck, Jahresbilanz positiv
Die Aktie schloss am Freitag bei 50,69 Euro — ein Rückgang von rund sechs Prozent in den vergangenen 30 Tagen. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von gut 13 Prozent. Der 50-Tage-Durchschnitt bei 52,05 Euro liegt aktuell über dem Kurs, was kurzfristigen Gegenwind signalisiert.
Operativ rückt das „CoreShift“-Programm zur Fixkostensenkung in den Vordergrund. Fortschritte dort — kombiniert mit konkreten Ergebnissen aus der China-Reise — dürften die nächste Neubewertung der Aktie auslösen.
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