BASF Aktie: Logistik-Offensive gegen Rhein-Risiken
BASF erweitert seine Neuausrichtung um eine Logistik-Offensive und treibt den Börsengang der Agrarsparte voran. Die angehobene Prognose untermauert die Pläne.

Kurz zusammengefasst
- Neue Logistik-Offensive gegen Niedrigwasserrisiken
- Agrarsparten-IPO wird konkret vorbereitet
- EBITDA-Prognose auf bis zu 7,7 Milliarden angehoben
- Aktie seit Jahresbeginn um 16 Prozent gestiegen
BASF hat nach Medienberichten eine umfassende strategische Neuausrichtung angekündigt, die über die bereits bekannten Maßnahmen hinausgeht. Neben dem laufenden Aktienrückkauf plant der Konzern eine „Logistik-Offensive“, mit der Transportrisiken bei Niedrigwasser am Rhein künftig besser abgefedert werden sollen. Zugleich treibt das Unternehmen konkrete Vorbereitungen für einen Börsengang der Agrarsparte voran.
Die Ankündigung fügt sich in eine Reihe von Maßnahmen, mit denen BASF seine Konzernstruktur strafft und gleichzeitig operative Schwachstellen adressiert. Die Rhein-Problematik hatte den Konzern bereits vor gut drei Wochen beschäftigt, als niedrige Pegelstände die Produktion belasteten. Mit der jetzt skizzierten Logistik-Offensive reagiert BASF offenbar strukturell auf ein wiederkehrendes Risiko, statt nur kurzfristig gegenzusteuern.
Bessere Zahlen als Fundament
Rückenwind erhält die strategische Agenda von soliden operativen Daten. Der Konzern hatte seine Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr angehoben und erwartet nun ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 6,9 und 7,7 Milliarden Euro, nach zuvor 6,2 bis 7,0 Milliarden Euro.
Bemerkenswert ist, dass diese Anhebung trotz einer vorsichtigeren Einschätzung der globalen Chemieproduktion erfolgte – ein Hinweis darauf, dass BASF die Verbesserung vor allem eigenen operativen Fortschritten zuschreibt.
Für das zum 30. Juni abgelaufene Quartal hatte BASF bereits deutliche Fortschritte vorgelegt: Der Gewinn je Aktie stieg auf 4,78 Euro, nach 0,09 Euro im Vorjahresquartal. Der Umsatz legte um 9,11 Prozent auf 17,21 Milliarden Euro zu.
Diese Zahlen, vor rund einem Monat veröffentlicht, bildeten seither die Basis für eine Kurserholung von 2,1 Prozent und liefern nun den Hintergrund für das gestiegene Vertrauen der Marktteilnehmer in die weiteren Strukturpläne.
Markt reagiert positiv, Kursziel bestätigt Spielraum
Die Aktie profitierte zuletzt von der insgesamt konstruktiven Nachrichtenlage. Seit Jahresanfang steht ein Plus von 16 Prozent zu Buche, auf Monatssicht summiert sich der Zuwachs auf 6,6 Prozent. Am Dienstag schloss das Papier bei 51,50 Euro, nachdem es am Vortag um 1,6 Prozent nachgegeben hatte – ein moderater Rücksetzer nach der zuvor gezeigten Stärke.
Der Analyst Christian Bell von UBS beließ seine Einstufung Ende vergangener Woche bei „Neutral“ mit einem Kursziel von 55,00 Euro. Das Ziel liegt nahe am 52-Wochen-Hoch von 55,05 Euro und signalisiert damit, dass die Bank das Aufwärtspotenzial nach der jüngsten Rally als weitgehend ausgeschöpft betrachtet.
Agrar-IPO als nächster Katalysator
Für Anleger dürfte der geplante Börsengang der Agrarsparte der interessanteste Baustein der Neuausrichtung sein. Zusammen mit dem Rückkaufprogramm und der Logistik-Offensive zeigt sich BASF entschlossen, sowohl die Bilanzstruktur zu optimieren als auch operative Risiken systematisch zu reduzieren.
Die nächste offizielle Standortbestimmung liefert der Konzern mit der Quartalsmitteilung zum dritten Quartal, die für den 28. Oktober angesetzt ist. Bis dahin dürfte insbesondere der Fortgang der IPO-Vorbereitungen im Fokus der Anleger bleiben.
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