BASF Aktie: Milliarden-Wette auf China

BASF startet sein größtes Einzelinvestment in China mit niedrigen Margen. Das europäische Geschäft leidet unter hohen Energiekosten, während der Iran-Konflikt die Branche belastet.

Dr. Robert Sasse ·
BASF Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Chemiewerk in Zhanjiang startet mit geringer Profitabilität
  • CEO verteidigt strategische Präsenz auf dem chinesischen Markt
  • Hohe Rohölpreise belasten gesamte Chemiebranche in Europa
  • Geopolitische Spannungen verschärfen die wirtschaftliche Lage

Das größte Einzelinvestment der Unternehmensgeschichte öffnet diese Woche seine Pforten — und der BASF-Chef räumt gleich ein, dass die Rendite auf sich warten lassen wird. Ein nüchterner Start für ein 8,7-Milliarden-Euro-Projekt.

Zhanjiang: Teuer erkauft, vorerst mager verzinst

Das neue Chemiewerk im südchinesischen Zhanjiang soll am kommenden Donnerstag offiziell eröffnet werden. CEO Markus Kamieth gibt offen zu, was Anleger kaum überraschen dürfte: Der Standort startet in einem übersättigten Markt mit historisch niedrigen Preisen und Margen. Die Profitabilität in den ersten Jahren werde deutlich hinter den ursprünglichen Erwartungen zurückbleiben.

Dennoch verteidigt Kamieth den Kurs mit einem klaren Argument. Wer sich aus China zurückziehe, verliere den Zugang zur Hälfte des globalen Chemiemarkts — ein Szenario, das er für riskanter hält als selbst ein Engagement unter geopolitischer Unsicherheit. Auch ein möglicher Konflikt um Taiwan ändere daran nichts. Verlagert werde nichts: Zhanjiang soll die stillgelegten Kapazitäten in Ludwigshafen nicht ersetzen, das Stammwerk bleibe weiterhin der größte Investitionsstandort des Konzerns.

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Iran-Krieg trifft Europas Chemiebranche — BASF bisher begrenzt

Während kleinere Mittelständler wie der Reinigungsmittelhersteller Gechem täglich Krisensitzungen abhalten und Stellenabbau erstmals nicht mehr ausschließen, sieht sich BASF bislang noch vergleichsweise gut isoliert. Die Blockade der Straße von Hormus stelle derzeit keinen unmittelbaren Engpass für Rohstoffe oder den Produktvertrieb dar, so Kamieth.

Das ist freilich kein Freifahrtschein. Rohölpreise nahe 120 Dollar je Barrel belasten die gesamte Branche, und BASF hat bereits einige Preise um mehr als 30 Prozent angehoben. Branchenkollegen wie Lanxess kündigen 550 Stellenstreichungen an und erhöhen ebenfalls die Verkaufspreise, Evonik warnt, dass nicht alle Kostensteigerungen weitergegeben werden können. Das IW-Institut schätzt den Schaden für die deutsche Volkswirtschaft bei einem anhaltenden Ölpreis von 100 Dollar auf 40 Milliarden Euro über zwei Jahre.

Für BASF verdichtet sich damit ein schwieriges Bild: Das China-Werk liefert kurzfristig keine nennenswerten Gewinne, das europäische Geschäft steht unter Energiedruck, und der geopolitische Gegenwind zeigt wenig Anzeichen einer baldigen Beruhigung. Wie viel Geduld Anleger für diese Kombination aufbringen, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen.

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BASF Aktie

45,15 EUR

– 0,30 EUR -0,66 %
KGV 28,57
Sektor Grundlegende Materialien
Div.-Rendite 4,88 %
Marktkapitalisierung 40,68 Mrd. EUR
ISIN: DE000BASF111 WKN: BASF11

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