BASF Aktie: Prognose erneut angehoben
Im dritten Quartal übertraf BASF die Markterwartungen; die neue EBITDA-Spanne für 2026 reicht von 7,4 bis 7,8 Milliarden Euro.

Kurz zusammengefasst
- Quartals-EBITDA über Analystenschätzungen
- Umsatz legte um 14,2 Prozent zu
- Aktionärsgewinn sank auf 155 Millionen Euro
- BASF-Angebot für Evonik laut Berichten erhöht
BASF hebt die Ergebnisprognose für 2026 zum zweiten Mal an und überrascht damit den Markt. Das dritte Quartal fiel deutlich besser aus als erwartet. Zur Evonik-Übernahme dürfte das Management in der Telefonkonferenz am Vormittag ebenfalls Stellung nehmen.
Quartal über den Erwartungen
Das bereinigte Ebitda erreichte im dritten Quartal 1,64 Milliarden Euro, nach 1,43 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten im Schnitt mit knapp 1,5 Milliarden Euro gerechnet. Einzelne Häuser wie MWB Research waren mit 1,65 Milliarden Euro allerdings nahe am tatsächlichen Wert gelegen, da sie eine Normalisierung nach dem starken Vorquartal erwartet hatten. Der Vorstand führt den Zuwachs auf ein deutlich besseres Kerngeschäft zurück.
Der Umsatz stieg dank höherer Preise und Mengen um 14,2 Prozent auf 16,36 Milliarden Euro. Unter dem Strich sank der Gewinn nach Anteilen der Aktionäre dagegen um knapp 10 Prozent auf 155 Millionen Euro, vor allem wegen Restrukturierungskosten.
Engere und höhere Spanne
Für 2026 peilt BASF nun ein bereinigtes Ebitda von 7,4 bis 7,8 Milliarden Euro an. Zuvor lag die Spanne bei 6,9 bis 7,7 Milliarden Euro, 2025 waren es 6,6 Milliarden Euro. Die Analystenerwartung von 7,6 Milliarden Euro liegt damit in der oberen Hälfte des neuen Korridors.
Beim freien Finanzmittelzufluss bleibt es bei 1,5 bis 2,3 Milliarden Euro, nach rund 1,3 Milliarden Euro im Vorjahr. Marktteilnehmer rechnen bereits mit einem Wert am oberen Ende.
Evonik bleibt das große Thema
Im Sommer hatte BASF vor Unsicherheit im zweiten Halbjahr gewarnt. Rückenwind kam zuletzt von Lieferausfällen bei Wettbewerbern und der Nachfrage nach deutschen Chemieprodukten. JPMorgan sieht diesen Effekt schwinden und bewertet den Evonik-Kauf kritisch. Die Deutsche Bank hält einen Zusammenschluss langfristig für sinnvoll, verweist aber auf hohe Komplexität und Umsetzungsrisiken.
Berichten zufolge soll BASF sein Angebot auf 24 Euro je Aktie erhöht haben, was einem Gesamtwert von gut 11 Milliarden Euro entspräche. Ein erstes Gebot über 22,15 Euro hatte Evonik als zu niedrig zurückgewiesen. Eine Schlüsselrolle spielt die RAG-Stiftung mit rund 43 Prozent der Evonik-Anteile.
Die Aktie schloss am Vorabend bei knapp 52 Euro. Die drei jüngsten Kursziele von Analysten liegen zwischen 53 und 61 Euro. Die Telefonkonferenz um 10.30 Uhr zeigt, ob das Management zu den Evonik-Plänen neue Details nennt.
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