BASF Aktie: Strategiewende nimmt Form an

BASF übertrifft Sparziele und treibt Ausgliederung der Agrarsparte voran, doch Analystenerwartungen und Marktstimmung bleiben hinter den operativen Fortschritten zurück.

Eduard Altmann ·
BASF Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Agrarbereich soll bis 2027 eigenständig notiert werden
  • Kosteneinsparungen über Plan auf 2,3 Milliarden Euro
  • Aktienrückkaufprogramm im Wert von 1,5 Mrd. Euro läuft
  • Aktie notiert deutlich unter Jahreshoch

Sparziele übertroffen, Portfolio verschlankt, Agrarsparte auf dem Weg zur Eigenständigkeit — und trotzdem steht die Aktie unter Druck. Bei BASF klaffen operative Fortschritte und Marktstimmung derzeit spürbar auseinander.

Agrar-Spin-off als zentrales Vorhaben

Das wichtigste strategische Projekt der kommenden Monate ist die formale Ausgliederung des Agrarbereichs. Auf der Hauptversammlung am 30. April in Mannheim sollen die Aktionäre grünes Licht geben. Ziel ist es, die Agrarsparte bis 2027 an der Frankfurter Börse zu notieren — als eigenständiges Unternehmen, an dem BASF die Mehrheit behält. Ab dem 1. Mai übernimmt ein neues Management Board die Agricultural Solutions-Einheit und führt sie durch den Übergang. Das Segment ist kein Randgeschäft: 2024 erzielte es einen Umsatz von 9,8 Milliarden Euro.

Ebenfalls auf der Agenda der Hauptversammlung steht eine Dividende von 2,25 Euro je Aktie, was einer Gesamtausschüttung von knapp 2 Milliarden Euro entspricht.

Rückkaufprogramm und Portfoliobereinigung

Parallel läuft das Aktienrückkaufprogramm weiter. Bis Mitte März hat BASF bereits 17,5 Millionen Aktien für 789 Millionen Euro zurückgekauft — im Rahmen eines Programms über bis zu 1,5 Milliarden Euro bis Juni 2026, das Teil eines größeren 4-Milliarden-Rahmens bis 2028 ist.

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Auch beim Portfolioabbau bleibt der Konzern konsequent. Zuletzt wechselte das Aseptrol-Technologieportfolio zu Oxidium Technologies den Besitzer. Zuvor hatte BASF bereits Hydrosulfit-Anlagen und das Geschäft mit optischen Aufhellern veräußert.

Analystenkonsens verfehlt — Gegenwind bleibt

Das eigentliche Problem liegt woanders. BASF hat seine Kosteneinsparungen auf 2,3 Milliarden Euro ausgeweitet — 200 Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant. Trotzdem reicht das nicht aus, um die Skepsis am Markt zu zerstreuen. Die im Februar kommunizierte EBITDA-Prognose für 2026 von 6,2 bis 7,0 Milliarden Euro verfehlte mit ihrer Obergrenze den Analystenkonsens von 7,02 Milliarden Euro knapp. Ein schwächerer US-Dollar, schwache Nachfrage aus der Automobil- und Baubranche sowie strukturell hohe Energiekosten in Deutschland belasten das Ergebnis weiterhin.

Die Aktie notiert mit einem Minus von rund 10 Prozent auf Jahressicht und liegt knapp 12 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Die Hauptversammlung Ende April wird zeigen, ob die strategische Neuausrichtung das Vertrauen der Investoren zurückgewinnen kann — die Abstimmung über den Agrar-Spin-off dürfte dabei zum eigentlichen Stimmungstest werden.

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BASF Aktie

45,71 EUR

– 0,42 EUR -0,91 %
KGV 28,83
Sektor Grundlegende Materialien
Div.-Rendite 4,66 %
Marktkapitalisierung 40,79 Mrd. EUR
ISIN: DE000BASF111 WKN: BASF11

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