Der Ludwigshafener Chemiekonzern sorgt für Unruhe am Heimatstandort. Um die Bilanz zu stärken und den Fokus schärfer auf das Kerngeschäft zu richten, plant BASF einen massiven Verkauf seines Wohnungsbestands. Während das Management von einer notwendigen strategischen Bereinigung spricht, warnt die Gewerkschaft vor einem Ausverkauf von Werten. Doch wie bewertet der Markt diesen radikalen Schritt kurz vor den Jahreszahlen?
Großangelegter Verkauf in zwei Stufen
Die Pläne sind konkret: BASF will sich von insgesamt 4.400 Wohneinheiten der Tochtergesellschaft BASF Wohnen + Bauen GmbH trennen. Dies entspricht dem Großteil des Bestands von rund 6.000 Einheiten. Der Verkaufsprozess ist zweigeteilt: 1.100 Eigentumswohnungen sollen einzeln an diverse Käufer gehen, während ein großes Paket von 3.300 Einheiten inklusive Gebäuden an einen einzelnen Investor veräußert wird.
Für die Vermarktung dieses Großpakets wurde das Immobilienberatungsunternehmen Jones Lang LaSalle (JLL) mandatiert. Ziel ist es, den Eigentümerwechsel bis zum ersten Quartal 2027 abzuschließen. Lediglich Bestände in unmittelbarer Nähe zum Stammwerk in Ludwigshafen bleiben im Konzernbesitz.
Gewerkschaft übt scharfe Kritik
Die Entscheidung trifft auf erheblichen Widerstand. Die Industriegewerkschaft IGBCE kritisierte den Schritt deutlich und warnte davor, Immobilienwerte „vermeintlich ohne Not“ zu veräußern. Auch die rheinland-pfälzische Landesregierung mahnte an, die Sicherheit der Mieter zu gewährleisten.
Um die Wogen zu glätten, kündigte BASF eine Sozialcharta an. Diese soll über gesetzliche Standards hinausgehen und beinhaltet unter anderem ein lebenslanges Mietrecht für über 70-Jährige sowie erweiterten Kündigungsschutz. Ob diese Maßnahmen ausreichen, um die lokale Kritik verstummen zu lassen, bleibt abzuwarten.
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Aktienrückkauf und Kursentwicklung
Trotz der politischen Debatte reagieren Anleger bisher gelassen. Die Aktie notiert heute bei 49,73 Euro und verzeichnet ein Plus von 1,24 Prozent. Seit Jahresanfang steht ein solider Gewinn von 11,15 Prozent zu Buche, was das Vertrauen des Marktes in die Umbaumaßnahmen unterstreicht.
Parallel zum Immobilienverkauf investiert das Unternehmen weiterhin in die eigene Aktie. In der vergangenen Woche kaufte BASF über 1,25 Millionen eigene Anteile zurück. Seit November 2025 summieren sich die Rückkäufe auf über 13,3 Millionen Stück. Diese Maßnahmen stützen den Kurs und signalisieren, dass das Management die aktuelle Bewertung trotz der jüngsten Anstiege als attraktiv erachtet.
Der Fokus der Investoren richtet sich nun voll auf den kommenden Freitag. Bei der Jahrespressekonferenz am 27. Februar werden der Vorstandsvorsitzende Dr. Markus Kamieth und Finanzvorstand Dr. Dirk Elvermann die finalen Ergebnisse für 2025 präsentieren und müssen dabei auch die langfristige Strategie hinter den jüngsten Divestments erläutern.
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