BASF Aktie: Zwei Kräfte, eine Richtung?
BASF erwartet Rückzahlungen von US-Zöllen, während der vorsichtige EBITDA-Ausblick für 2026 knapp unter Analystenerwartungen liegt. Die Aktie bewegt sich in einem widersprüchlichen Umfeld.

Kurz zusammengefasst
- Potenzielle Milliarden-Rückerstattung von US-Zöllen
- EBITDA-Prognose für 2026 knapp unter Konsens
- Preiserhöhungen für Kunststoffadditive um bis zu 20%
- Überplanmäßige Kosteneinsparungen von 1,7 Mrd. Euro
Auf der einen Seite ein potenzieller Milliarden-Rückfluss aus den USA, auf der anderen ein Jahresausblick, der den Analystenkonsens knapp verfehlt. BASF navigiert gerade durch ein ungewöhnlich widersprüchliches Umfeld — und die Aktie hat sich zuletzt trotzdem erholt.
US-Urteil öffnet Rückzahlungsfenster
Nachdem der US Supreme Court die unter Donald Trump verhängten Notstandszölle für verfassungswidrig erklärt hat, bereitet BASF Rückerstattungsforderungen vor. Die US-Zollbehörden wollen bis Ende April ein automatisiertes Rückzahlungsverfahren einrichten. Wie viel der Konzern konkret zurückfordern kann, wird noch kalkuliert — das US-Geschäft ist jedoch bedeutend genug, um die Liquiditätslage spürbar zu verbessern.
Gleichzeitig läuft die Portfoliobereinigung weiter. Ende März genehmigte die Stadt Ludwigshafen den Verkauf von 4.400 Werkswohnungen. Die Erlöse sollen die Bilanz stärken und das Kerngeschäft stützen.
Prognose, Druck und Preiserhöhungen
Beim Ausblick für 2026 bleibt BASF vorsichtig: Das erwartete EBITDA vor Sondereinflüssen liegt zwischen 6,2 und 7,0 Milliarden Euro — die Obergrenze knapp unter dem Analystenkonsens von 7,02 Milliarden Euro. Der schwächere US-Dollar könnte das operative Ergebnis allein im ersten Quartal um bis zu 200 Millionen Euro belasten. Europas Automobil- und Bauindustrie, zwei zentrale Abnehmerbranchen, zeigen weiterhin keine klaren Erholungssignale.
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Als Gegenmaßnahme hebt BASF die Preise für Kunststoffadditive — darunter Antioxidantien und Lichtstabilisatoren — um bis zu 20 Prozent an. Beim Sparprogramm läuft es besser als geplant: Bis Ende 2025 wurden bereits 1,7 Milliarden Euro an jährlichen Einsparungen erreicht, 100 Millionen Euro mehr als vorgesehen. Bis Ende 2026 soll die Marke auf 2,3 Milliarden Euro steigen.
Analysten uneinig, Hauptversammlung als Weichenstellung
Das Analysten-Bild ist gespalten. Goldman Sachs erhöhte das Kursziel auf 63 Euro und bleibt bei Kaufen, Morgan Stanley hob das Ziel von 52 auf 58 Euro an. Kepler Cheuvreux dagegen senkte auf 54 Euro und stufte auf „Hold“ zurück, Barclays hält an seiner Verkaufsempfehlung fest.
Am 30. April findet die Hauptversammlung in Mannheim statt — mit gleich drei relevanten Punkten auf der Agenda: die Abstimmung über die formelle Ausgliederung der Agrarsparte vor dem geplanten Börsengang in Frankfurt, die Bestätigung der vorgeschlagenen Dividende von 2,25 Euro je Aktie sowie die Präsentation der Quartalszahlen für das erste Quartal 2026. Letztere werden zeigen, ob Preiserhöhungen und Kostensenkungen den Währungsgegenwind tatsächlich ausgleichen können.
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