Bawag PSK Aktie: Rendite trotz Gegenwind
Bawag übertrifft die Gewinnschätzung im dritten Quartal; Einlagenkonkurrenz und sinkende Hypothekenmargen belasten den Ausblick.

Kurz zusammengefasst
- Gewinn je Aktie bei 3,18 Euro
- Kernerträge steigen binnen Jahresfrist um acht Prozent
- Risikokosten über dem Jahresziel
- Gerichtliche Entscheidung zur PTSB steht aus
Die Bawag liefert im dritten Quartal ein Ergebnis, das auf dem Papier kaum Wünsche offenlässt. Dennoch geben die Papiere vorbörslich leicht nach. Der Grund liegt weniger in den Zahlen als im Blick nach vorn: Einlagenwettbewerb und schwache Hypothekenmargen drücken auf die Stimmung.
Gewinn über Erwartung, Umsatz im Soll
Der Gewinn je Aktie lag bei 3,18 Euro, die Erwartung bei 3,09 Euro. Der Nettogewinn erreichte 248 Millionen Euro. Die Kernerträge legten binnen Jahresfrist um acht Prozent zu und beliefen sich auf 599 Millionen Euro, was exakt den Erwartungen entsprach.
Besonders auffällig ist die Effizienz. Die Cost-Income-Ratio bleibt unter 30 Prozent, die Eigenkapitalrendite liegt bei 27 Prozent. Die harte Kernkapitalquote von 17,1 Prozent lässt mehr als eine Milliarde Euro über dem Zielwert von 12,5 Prozent. Der Nettogewinn sank gegenüber dem zweiten Quartal um drei Prozent, weil dort ein positiver Steuereffekt aus einem Beteiligungsverkauf angefallen war. Der Vorsteuergewinn stieg dagegen leicht.
Die Jahresziele für 2026 bestätigt das Management, ohne die geplante Übernahme der Permanent TSB. Der Nettogewinn soll über 960 Millionen Euro liegen.
Wo es klemmt
Die Risikokosten betrugen 56 Basispunkte und lagen damit über dem angepeilten Jahreswert von rund 50 Basispunkten. Das Management führt dies auf den Wandel im Kreditmix zurück: mehr Konsumenten- und KMU-Kredite mit höheren Margen, aber auch höherem Risiko. Am Jahresziel hält es fest. Der Mix treibt zudem die risikogewichteten Aktiva, was rund 30 Basispunkte Kapital kostete.
Im Einlagengeschäft wächst der Druck. Abflüsse gab es bei deutschen Online-Einlagen, bei denen die Bank bewusst nicht mit aggressiven Zinsen mithält. Hinzu kommen öffentliche Einlagen in Österreich, die mit dem staatlichen Bundesschatz konkurrieren. Die Wettbewerber greifen zudem bei Hypotheken an, die Margen sind deutlich gefallen. Die Bank jagt nach eigener Aussage keinem Volumen zu unattraktiven Spreads hinterher.
PTSB als nächster Schritt
Im Zentrum der Strategie steht die Übernahme der Permanent TSB. Wäre sie erfolgreich, wäre es die 15. Akquisition seit 2015 und die erste eines börsennotierten Unternehmens. Die Bank sieht sich in der Lage, den Kauf mit eigenem Kapital zu stemmen. Er würde rund 450 Basispunkte Kapital beanspruchen.
Die Dividendenrückstellung hat das Institut wieder aufgenommen: 100 Prozent des Gewinns, im dritten Quartal 3,21 Euro je Aktie. Im vierten Quartal soll es dabei bleiben.
Nächster Termin ist die Entscheidung des irischen High Court Ende Oktober, die noch ausstehende Genehmigungen betrifft. Aktualisierte Mittelfristziele und die Prognose für 2026 will die Bank im Februar 2027 vorlegen, sofern die Transaktion abgeschlossen wird.
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