Bayer: 2,45 Milliarden für Glaukom-Kandidaten
Bayer stärkt mit Perfuse-Kauf die Ophthalmologie-Pipeline, während Glyphosat-Klagen das Risikoprofil bestimmen.

Kurz zusammengefasst
- Übernahme von Perfuse Therapeutics
- Glaukom-Kandidat PER-001 in Phase II
- Glyphosat-Urteil des Supreme Court erwartet
- Quartalszahlen am 12. Mai 2026
Bayer kauft sich in die Augenheilkunde ein — und die Analysten applaudieren. Was die Perfuse-Übernahme tatsächlich wert ist, hängt allerdings auch davon ab, wie zwei Gerichtsverfahren ausgehen, die nichts mit Ophthalmologie zu tun haben.
Glaukom-Kandidat soll Eylea-Lücke schließen
Barclays bestätigt die Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 48 Euro. Analyst Charles Pitman-King hebt hervor, dass Bayer mit der vollständigen Übernahme von Perfuse Therapeutics seine Augenheilkunde-Pipeline nachhaltig stärke — auch über den Patentablauf von Eylea in Europa hinaus. JPMorgan teilt diese Sichtweise, bleibt ebenfalls bei „Overweight“ und setzt die Zielmarke auf 50 Euro.
Kernstück der Transaktion ist PER-001, ein Phase-II-Kandidat gegen Glaukom und diabetische Retinopathie. Das Präparat verfolgt einen neuen Mechanismus: Es soll den Krankheitsverlauf des Glaukoms bremsen, unabhängig von der klassischen Augeninnendrucksenkung. Der Kaufpreis beläuft sich auf bis zu 2,45 Milliarden US-Dollar — 300 Millionen davon fließen sofort, der Rest ist an Entwicklungsmeilensteine geknüpft. Glaukom gilt als häufigste Ursache irreversibler Erblindung und betrifft weltweit rund 76 bis 80 Millionen Menschen.
Glyphosat bleibt der entscheidende Unsicherheitsfaktor
Parallel läuft im Hintergrund ein Prozess, der Bayers Zukunft weit stärker prägen könnte als jede Pipeline-Akquisition. Im April hörte der US Supreme Court mündliche Argumente im Fall Monsanto v. Durnell. Laut JPMorgan-Analyst Richard Vosser hat das Urteil Signalwirkung für rund 80 Prozent der mehr als 100.000 anhängigen Glyphosat-Klagen. Die Entscheidung erwartet er bis Ende Juni.
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Hinzu kommt ein vorläufig genehmigter Sammelvergleich zu Roundup-Klagen wegen Non-Hodgkin-Lymphom. Die endgültige Genehmigung steht noch aus, eine Anhörung ist für Juli angesetzt.
Quartalszahlen am 12. Mai
Operativ macht Bayer Fortschritte. Der Konzern hat sechs Organisationsebenen abgebaut und Einsparungen von 800 Millionen Euro im Jahr 2025 erzielt — mit einem Ziel von 2 Milliarden Euro nachhaltiger Einsparungen bis Ende 2026. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das Management ein bereinigtes EBITDA zwischen 9,6 und 10,1 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes Ergebnis je Aktie zwischen 4,30 und 4,80 Euro. Der freie Cashflow dürfte allerdings negativ ausfallen, die Nettofinanzverschuldung durch Rechtsstreitigkeiten weiter steigen.
Die Bayer-Aktie notiert aktuell bei 38,47 Euro — rund 22 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 49,17 Euro, aber gut 73 Prozent über dem Tief vom Mai 2025. Am 12. Mai legt Bayer die Quartalszahlen für das erste Quartal 2026 vor — der erste konkrete Datenpunkt, an dem sich ablesen lässt, ob der operative Umbau im laufenden Jahr Fahrt aufnimmt.
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