Bayer Aktie: 19 Prozent Kurssprung in einer Woche
US Supreme Court stärkt Bayer im Glyphosat-Streit: Bundesrecht hat Vorrang. Neues Vergleichsangebot über 7,25 Milliarden Dollar soll Restrisiken abdecken.

Kurz zusammengefasst
- Historischer Sieg vor Supreme Court
- Bundesrecht blockiert Länderklagen
- Neues Milliarden-Vergleichsangebot vorgelegt
- Aktie mit 19 Prozent Wochenplus
Der US Supreme Court hat gesprochen. In einer wegweisenden Entscheidung entziehen die Richter tausenden Glyphosat-Klagen die rechtliche Grundlage. Für Bayer markiert dieses Urteil einen entscheidenden Wendepunkt im jahrelangen Rechtsstreit um das Herbizid Roundup.
Bundesrecht schlägt Länderrecht
Die obersten US-Richter urteilten am Montag mit einer 7:2-Mehrheit zugunsten des Leverkusener Konzerns. Das Bundesrecht hat demnach Vorrang vor den Warnpflichten einzelner US-Bundesstaaten. Weil die US-Umweltbehörde EPA Glyphosat als sicher einstuft, dürfen Bundesstaaten wie Kalifornien keine strengeren Krebswarnungen vorschreiben. Das blockiert die sogenannten „Failure-to-Warn“-Klagen direkt an der Basis.
Um die verbleibenden Rechtsrisiken beizulegen, legt Bayer nun ein milliardenschweres Angebot auf den Tisch. Der Konzern schlägt einen neuen Vergleich in Höhe von 7,25 Milliarden US-Dollar vor. Zuvor flossen bereits über 10 Milliarden US-Dollar an Kläger weltweit.
Massive Kursgewinne und heiße Indikatoren
Anleger reagieren euphorisch auf das Urteil. Die Bayer-Aktie schloss am Montag bei 45,86 Euro. Allein in den vergangenen sieben Tagen schoss der Kurs um fast 19 Prozent in die Höhe. Damit notiert das Papier wieder weit über der wichtigen 200-Tage-Linie von 36,68 Euro.
Die rasante Rally hat allerdings ihren Preis. Der Relative-Stärke-Index (RSI) kletterte zuletzt auf 76,2 Punkte. Werte über 70 signalisieren einen überkauften Zustand der Aktie. Eine kurzfristige Atempause wäre daher keine Überraschung. Die Nervosität im Markt bleibt spürbar, was eine außergewöhnlich hohe jährliche Volatilität von gut 58 Prozent belegt.
Der Weg zur Normalität
Trotz des juristischen Erfolgs schwelt ein gewisser Grundkonflikt weiter. Die Internationale Agentur für Krebsforschung stuft Glyphosat weiterhin als „wahrscheinlich krebserregend“ ein. Die politische Debatte um den Wirkstoff endet mit dem Richterspruch nicht.
Jetzt richtet sich der Blick auf die Klägeranwälte. Der vorgeschlagene Vergleich über 7,25 Milliarden US-Dollar liegt offiziell auf dem Tisch. Stimmen die Parteien diesem Angebot zu, schließt Bayer die teuerste juristische Großbaustelle seiner Unternehmensgeschichte weitgehend ab.
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